Die Gailtalbahn aufgenommen in den Kriegsjahren zwischen 1914 und 1918.

Dossier
1914

Erster Weltkrieg, 1914 - 1918
Der Erste Weltkrieg, der von 1914 bis 1918 in Europa, dem Nahen Osten, in Afrika, Ostasien und auf den Weltmeeren geführt wurde, forderte rund 17 Millionen Opfer.

1914

Eine neue Friedenskapelle an der ehemaligen Reichsgrenze beim Passo di Vezzena: Die Fahnen symbolisieren den Wandel der Gedenkkultur der einstigen Gegner. - © Foto: Stadler

Italiens Kriegseintritt 1915

Der Kampf um die Erinnerung

  • Vor 100 Jahren trat Italien in den Krieg gegen Österreich-Ungarn ein. Dieser Akt gibt heute Anlass zu einer gemeinsamen Gedenkkultur.

1915: Als am 23. Mai Italiens Botschafter die Kriegserklärung von König Viktor Emanuel III. dem k.u.k. Außenminister Graf Burián überreichte, kam dies nicht unerwartet: Italien war zwar mit Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich im Dreibundvertrag, der 1912 bis 1920 verlängert worden war und eine wechselseitige Beistandspflicht vorsah... weiter




"Der Wehrmann Wiens gemahne an die Zeit, da unerschöpflich wie des Krieges Leid, die Liebe war und die Barmherzigkeit": Dieser Spruch des nationalistischen Dichters (und Priesters) Ottokar Kernstock über dem hölzernen Ritter, in welchen die Wiener 1915 nach Entrichtung einer Spende Nägel einschlagen konnten, steht heute in einer Nische gegenüber vom Wiener Rathaus. - © Foto: Peter Jungwirth

Erster Weltkrieg

"Charity-Boom" in der Cottage4

  • Um die Not, die sich im zweiten Kriegsjahr 1915 allerorten zu zeigen begann, etwas zu lindern, wurden in Wien allerlei Opfermaßnahmen, Spendenaktionen und Wohltätigkeits-Veranstaltungen ersonnen.

Vor hundert Jahren ging der Erste Weltkrieg nach dem serbischen Desaster, dem Neutralitätsbruch in Belgien und dem Steckenbleiben der deutschen Truppen im Westen, den russischen Eroberungen und Bedrohungen in Galizien, sowie den ersten zaghaften Erfolgen der Mittelmächte im Osten in sein zweites Jahr... weiter




Der Philosoph Max Scheler, Verfasser des Buches "Genius des Krieges und der deutsche Krieg". - © Unbekannter Fotograf/ Wikimedia Commons

Philosophie

"Vom hohen Adel des Krieges"4

  • Philosophie schützt nicht vor Militarismus. Zu den Befürwortern des Kriegsgeschehens gehörten 1914 deutsche Denker, die in pathetischen Reden den Krieg und sogar die Kriegsverbrechen rechtfertigten.

"Wir spüren das Morgenwehen eines neuen Tages nicht bloß für Deutschland, sondern für die Menschheit", verkündete der Philosoph Paul Natorp. Ausgelöst wurde dieses "Morgenwehen" durch den Beginn des Ersten Weltkriegs, der auch von anderen deutschen Philosophen wie Max Scheler, Georg Simmel oder Rudolf Eucken mit großem Enthusiasmus aufgenommen... weiter




In England ist das Weihnachtsereignis von 1914 Teil des kollektiven Gedächtnisses. Die Kaufhauskette Sainsbury’s nutzte es heuer sogar für einen Werbespot. - © Foto: AP/Sainsbury‘s

Geschichte

Versöhnung im Niemandsland12

  • Eine besondere Weihnachtsgeschichte ereignete sich 1914 an der Front in Belgien: Englische und deutsche Soldaten stellten eigenmächtig das Feuer ein und feierten gemeinsam.

Als der Krieg, der später der Erste Weltkrieg genannt werden sollte, im Sommer 1914 ausbrach, gingen alle beteiligten Nationen von einem kurzen Feldzug aus. Auf Waggons, die deutsche Soldaten an die Front brachten, konnte man "Ausflug nach Paris" lesen und spätestens zu Weihnachten wollten die eingezogenen Männer wieder bei ihren Familien sein... weiter




Karl Freiherr von Skoda (1878-1929). - © ONB Bildarchiv Austria

Wirtschaftsgeschichte

Geheimrat der Kanonen7

  • Der Großindustrielle Karl Freiherr von Skoda führte den ererbten Stahlkonzern zu Wachstum und Blüte.

Als Karl von Skoda 1900 von seinem unerwartet gestorbenen Vater Emil, dem Gründer der Skoda AG, dessen Unternehmensanteile erbte, war aus einer kleinen Pilsner Werkstätte mit 30 Mitarbeitern ein breit gefächertes Unternehmen mit 3000 Beschäftigten entstanden. Weltweite Absatzmärkte fanden die Skodawerke als Ausrüster der Zucker- und Brauindustrie... weiter




Eine Kriegsanleihe aus dem Jahr 1915 über 2000 Kronen. - © Hutar

Erster Weltkrieg

Wie viel kostet ein Krieg?4

  • Der Erste Weltkrieg war für Österreich finanzpolitisch eine große Herausforderung.

Der Erfolg hat viele Väter, das gilt auch für Zitate: "Zum Krieg führen sind drei Dinge nötig: Geld, Geld und nochmals Geld." Gleich vier Personen wird dieser Spruch zugeschrieben: Zwei weniger bekannten Heerführern der Renaissancezeit, dem kaiserlichen Feldherren Raimondo Montecuccoli und dem Prinzen Eugen... weiter




Charles Péguy (1873-1914), hier auf einem Bild aus dem Jahr 1910. - © Foto: adoc-photos/Corbis

Charles Pequy

Antimoderner Freigeist3

  • 1914 fiel der französische Schriftsteller Charles Péguy an der Front im Ersten Weltkrieg. In Frankreich war er lange als reaktionär verschrien. Im hundertsten Todesjahr erlebt Péguy eine Wiederkehr.

"Schießen, Schießen, schießen, Herrgott!", schreit der Leutnant Charles Péguy, bevor eine Kugel aus deutscher Artillerie seine Stirn zertrümmert. Es ist der 5. September 1914, ein Tag vor dem "Wunder an der Marne", dem entscheidenden Wendepunkt der Materialschlacht zwischen Deutschland und Frankreich... weiter




Dieser verwundete amerikanische Kriegsteilnehmer ist der spätere Autor und Nobelpreisträger Ernest Hemingway. - © Foto: Corbis

Literatur

Idealisten und Pazifisten11

  • Die US-amerikanische Literatur befasste sich seit dem Kriegseintritt der USA intensiv mit dem kriegerischen Geschehen. Pathetische Verherrlichungen standen dabei neben sachlich-nüchternen und kritischen Darstellungen.

Die Kriegsjahre 1914 bis 1918 brachten gewaltige Umwälzungen des politischen, ökonomischen und sozialen Systems in den USA. Unter seinem demokratischen Präsidenten Woodrow Wilson gab das Land die anfängliche Neutralität auf, entsandte mehr als eine Million Soldaten nach Europa und verhalf den alliierten Verbündeten zum Sieg gegen die Mittelmächte... weiter




Der "Medikamenten-Akzessist" Trakl. - © Foto: anonym/imagno/picturedesk.com

Georg Trakl

Schwermut und Verskunst12

  • Vor 100 Jahren starb in einem Krakauer Militärspital der Sanitätssoldat Georg Trakl an einer Überdosis Kokain. Nur wenige wussten damals, dass das Leben eines sprachmächtigen Lyrikers zu Ende ging.

Die ukrainische Stadt Horodok trug einstmals den Namen Grodek; zu Beginn des Ersten Weltkriegs waren die Bewohner dieser galizischen Stadt noch Untertanen der habsburgisch-kaiserlichen Majestät. Im September 1914 kam es in Grodek zu schweren Kämpfen zwischen österreichischen und russischen Regimentern. Es gab Tote und Verletzte... weiter




Heimito von Doderer in der Uniform der Wien-Breitenseer "Dreier-Dragoner". - © Foto: Hannelore und Gustav König

Heinito von Doderer

Abgesang auf die Ehre4

  • 1914 erwartete der junge Heimito von Doderer noch einen Krieg unter Ehrenmännern. Doch zeigen seine literarischen Berichte von der Front, dass er von diesem hehren Offiziers-Ideal Abschied nehmen musste.

Für Heimito von Doderer endete der Erste Weltkrieg bereits am 12. Juli 1916 nach nicht einmal fünf Monaten an der galizischen Front. Seine Ausbildung zum Kavallerieoffizier beim no-blen k.u.k. Niederösterreichischen Dragoner-Regiment "Friedrich August König von Sachsen" Nr. 3 hatte länger, beinahe neun Monate, gedauert... weiter




Gliedmaßen? Geht auch ohne! Das suggeriert dieses Plakat der Invalidenfürsorge. - © Wien Museum

Erster Weltkrieg

Idylle mit Invaliden

  • Das Wienmuseum zeigt den Wiener Weltkriegs-Alltag.

"Wie kleide ich mich fesch in teuren Zeiten?" Heute mag es zynisch klingen. Aber das war eine Frage, die Frauen während des Ersten Weltkriegs beschäftigte. Und so gab es in Zeitschriften allerlei Schnittmuster unter diesem Titel oder zum Thema "Anzüge für Krankenpflegerinnen können bei aller Einfachheit auch kleidsam sein"... weiter




Im Fischamender Fischaturm befindet sich noch heute der Glockenersatz aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. - © Johann Werfring

Museumsstücke

Für Kaiser und Vaterland26

  • Die Glockenstube des sechsstöckigen Fischaturms bietet den Besuchern nicht nur einen wunderbaren Ausblick über die Stadt Fischamend.

Der im Hochmittelalter errichtete und im 17. Jahrhundert weiter aufgestockte Fischaturm in Fischamend, der zunächst als "Auslug" und später auch dem örtlichen Nachtwächter als Quartier diente, ist seit 1927 Heimstatt eines Heimatmuseums mit herrlichen Exponaten. Das Emporsteigen zu den einzelnen Ausstellungsebenen gleicht einer beschaulichen... weiter




Je nach Belichtungszeit hält die Fotografie bei einer Sonnenfinsternis rosafarbige Protuberanzen oder die silbrige Korona fest, wie hier zum Beispiel bei der Finsternis 1981 in Sibirien. - © Pinter

Extra

Himmelskundler im Feindesland

  • Am 21. August 1914 gab es eine totale Sonnenfinsternis: Deutsche Astronomen wollten den Himmel auf der Krim beobachten, wurden aber vom beginnenden Weltkrieg daran gehindert - und landeten in Mistelbach.

Europa im Frühjahr 1914: Noch herrscht Frieden. Astronomen fiebern der totalen Sonnenfinsternis vom 21. August entgegen. Der Schatten des Mondes soll in weniger als zweieinhalb Stunden von Nordkanada aus nach Ostindien marschieren - über Grönland, den Nordatlantik, Norwegen, Schweden, Russland, die Türkei, Persien und Pakistan... weiter




zurück zu Dossiers


Anno 1914





Werbung



Auf dem Weg in den Krieg: Soldaten ziehen an die Front, Steyr 1914.

Klaus-Peter Josefs Großonkel Karl Sedlmayer (rechts). "Unsere Geister schleichen durch Wien und raunen durch die Paläste und lassen die Herren erzittern", ritzte Gavrilo Princip, der Attentäter von Sarajewo, mit dem Stiel eines Löffels in die Wand seiner Zelle.


Schlump

Mit einem Buch zum Ruhm

Die Etappe im Ersten Weltkrieg: Hans Herbert Grimms Roman "Schlump" schildert sie ebenso, wie auch Kampfhandlungen, distanziert und teils ironisch. Das Ergebnis ist ein literarisches Meisterwerk. - © apa/ Schweizerisches Bundesarchiv Und jetzt stellen wir uns einmal vor, Johann Wolfgang von Goethe hätte nur "Werther" geschrieben. "Werther" und sonst keine Zeile... weiter




Wiener Journal

"Mit Freuden ins Entsetzen"

20140509_tardi - © Albert Olive / efe / picturedesk.com Schwarze, verbrannte Erde, Mondlandschaften: verkohlt, verwüstet, umgepflügt mit Sprengmaterial aller Art, mehrfach... weiter




Ernst Jünger

Jünger, Ernst: Feldpostbriefe an die Familie 1915 - 1918

Kriegspost aus dem Stadtarchiv Mannheim. - © apa/dpa/Uwe Anspach Am 1. August 1914 begann der Erste Weltkrieg. Drei Tage später trat der neunzehnjährige Schüler Ernst Jünger als Kriegsfreiwilliger seinen Dienst im... weiter





Isabelle Briant

Das Blumenmädchen von Alt-Paris

Der Platz mit den 1862 vollendeten Pariser Markthallen war eventuell ein Standort Isabelle Briants. Ob sie der Floristin (r.; Bild des 19. Jh.s) ähnelte? Schöne Kleider schenkte man Isabelle jedenfalls. - © Bilder: Bertha Clement (Hrsg.), Frühlings-Blüten, Nürnberg o. J., ca. 1898 (r.)/Kol. Myrbach-Kupferstich, 1885 (l.) Es mag in den frühen 1850er-Jahren gewesen sein, vielleicht auch ein wenig später, als in Paris ein Märchen seinen Anfang nahm... weiter




Fundstück

Eldorado für Hobby-Fotografen

 - © WZ-Faksimile: Iris Friedenberger Der Wiener Stock-im-Eisen-Platz war für Jünger der Lichtbildkunst einst die erste Adresse in der Residenzstadt. Denn in den eleganten Auslagen der "k... weiter




Kraut und Rüben

Von Riesenalken und Menschen

Der letzte Riesenalk ward 1844 gesehen . . . - © Bild: Archiv. Repro & Kolorierung: Ph. Aufner Warum fressen Eisbären keine Pinguine?", so eine Scherzfrage, die Schülern oft gestellt wird. Antwort der gewieften Kinder: "Weil Eisbären in der... weiter




Francesco Casanova

Ein österreichischer Casanova

"Südliche Ideallandschaft mit ziehenden Hirten", gemalt von Francesco Casanova (1727-1803). - © Bild zur Verfügung gestellt von Hampel Fine Art Auctions Munich Die Brühler Landschaft zieht seit über 200 Jahren die Menschen von nah und fern in ihren Bann. Ihr Liebreiz, aber auch die Schroffheit der Berghänge... weiter





Werbung