Die Gailtalbahn aufgenommen in den Kriegsjahren zwischen 1914 und 1918.

Dossier
1914

Erster Weltkrieg, 1914 - 1918
Der Erste Weltkrieg, der von 1914 bis 1918 in Europa, dem Nahen Osten, in Afrika, Ostasien und auf den Weltmeeren geführt wurde, forderte rund 17 Millionen Opfer.

"Der Wehrmann Wiens gemahne an die Zeit, da unerschöpflich wie des Krieges Leid, die Liebe war und die Barmherzigkeit": Dieser Spruch des nationalistischen Dichters (und Priesters) Ottokar Kernstock über dem hölzernen Ritter, in welchen die Wiener 1915 nach Entrichtung einer Spende Nägel einschlagen konnten, steht heute in einer Nische gegenüber vom Wiener Rathaus. - © Foto: Peter Jungwirth

Erster Weltkrieg

"Charity-Boom" in der Cottage4

  • Um die Not, die sich im zweiten Kriegsjahr 1915 allerorten zu zeigen begann, etwas zu lindern, wurden in Wien allerlei Opfermaßnahmen, Spendenaktionen und Wohltätigkeits-Veranstaltungen ersonnen.

Vor hundert Jahren ging der Erste Weltkrieg nach dem serbischen Desaster, dem Neutralitätsbruch in Belgien und dem Steckenbleiben der deutschen Truppen im Westen, den russischen Eroberungen und Bedrohungen in Galizien, sowie den ersten zaghaften Erfolgen der Mittelmächte im Osten in sein zweites Jahr... weiter




Der Philosoph Max Scheler, Verfasser des Buches "Genius des Krieges und der deutsche Krieg". - © Unbekannter Fotograf/ Wikimedia Commons

Philosophie

"Vom hohen Adel des Krieges"4

  • Philosophie schützt nicht vor Militarismus. Zu den Befürwortern des Kriegsgeschehens gehörten 1914 deutsche Denker, die in pathetischen Reden den Krieg und sogar die Kriegsverbrechen rechtfertigten.

"Wir spüren das Morgenwehen eines neuen Tages nicht bloß für Deutschland, sondern für die Menschheit", verkündete der Philosoph Paul Natorp. Ausgelöst wurde dieses "Morgenwehen" durch den Beginn des Ersten Weltkriegs, der auch von anderen deutschen Philosophen wie Max Scheler, Georg Simmel oder Rudolf Eucken mit großem Enthusiasmus aufgenommen... weiter




In England ist das Weihnachtsereignis von 1914 Teil des kollektiven Gedächtnisses. Die Kaufhauskette Sainsbury’s nutzte es heuer sogar für einen Werbespot. - © Foto: AP/Sainsbury‘s

Geschichte

Versöhnung im Niemandsland12

  • Eine besondere Weihnachtsgeschichte ereignete sich 1914 an der Front in Belgien: Englische und deutsche Soldaten stellten eigenmächtig das Feuer ein und feierten gemeinsam.

Als der Krieg, der später der Erste Weltkrieg genannt werden sollte, im Sommer 1914 ausbrach, gingen alle beteiligten Nationen von einem kurzen Feldzug aus. Auf Waggons, die deutsche Soldaten an die Front brachten, konnte man "Ausflug nach Paris" lesen und spätestens zu Weihnachten wollten die eingezogenen Männer wieder bei ihren Familien sein... weiter




Karl Freiherr von Skoda (1878-1929). - © ONB Bildarchiv Austria

Wirtschaftsgeschichte

Geheimrat der Kanonen7

  • Der Großindustrielle Karl Freiherr von Skoda führte den ererbten Stahlkonzern zu Wachstum und Blüte.

Als Karl von Skoda 1900 von seinem unerwartet gestorbenen Vater Emil, dem Gründer der Skoda AG, dessen Unternehmensanteile erbte, war aus einer kleinen Pilsner Werkstätte mit 30 Mitarbeitern ein breit gefächertes Unternehmen mit 3000 Beschäftigten entstanden. Weltweite Absatzmärkte fanden die Skodawerke als Ausrüster der Zucker- und Brauindustrie... weiter




Eine Kriegsanleihe aus dem Jahr 1915 über 2000 Kronen. - © Hutar

Erster Weltkrieg

Wie viel kostet ein Krieg?4

  • Der Erste Weltkrieg war für Österreich finanzpolitisch eine große Herausforderung.

Der Erfolg hat viele Väter, das gilt auch für Zitate: "Zum Krieg führen sind drei Dinge nötig: Geld, Geld und nochmals Geld." Gleich vier Personen wird dieser Spruch zugeschrieben: Zwei weniger bekannten Heerführern der Renaissancezeit, dem kaiserlichen Feldherren Raimondo Montecuccoli und dem Prinzen Eugen... weiter




Charles Péguy (1873-1914), hier auf einem Bild aus dem Jahr 1910. - © Foto: adoc-photos/Corbis

Charles Pequy

Antimoderner Freigeist3

  • 1914 fiel der französische Schriftsteller Charles Péguy an der Front im Ersten Weltkrieg. In Frankreich war er lange als reaktionär verschrien. Im hundertsten Todesjahr erlebt Péguy eine Wiederkehr.

"Schießen, Schießen, schießen, Herrgott!", schreit der Leutnant Charles Péguy, bevor eine Kugel aus deutscher Artillerie seine Stirn zertrümmert. Es ist der 5. September 1914, ein Tag vor dem "Wunder an der Marne", dem entscheidenden Wendepunkt der Materialschlacht zwischen Deutschland und Frankreich... weiter




Dieser verwundete amerikanische Kriegsteilnehmer ist der spätere Autor und Nobelpreisträger Ernest Hemingway. - © Foto: Corbis

Literatur

Idealisten und Pazifisten11

  • Die US-amerikanische Literatur befasste sich seit dem Kriegseintritt der USA intensiv mit dem kriegerischen Geschehen. Pathetische Verherrlichungen standen dabei neben sachlich-nüchternen und kritischen Darstellungen.

Die Kriegsjahre 1914 bis 1918 brachten gewaltige Umwälzungen des politischen, ökonomischen und sozialen Systems in den USA. Unter seinem demokratischen Präsidenten Woodrow Wilson gab das Land die anfängliche Neutralität auf, entsandte mehr als eine Million Soldaten nach Europa und verhalf den alliierten Verbündeten zum Sieg gegen die Mittelmächte... weiter




Der "Medikamenten-Akzessist" Trakl. - © Foto: anonym/imagno/picturedesk.com

Georg Trakl

Schwermut und Verskunst12

  • Vor 100 Jahren starb in einem Krakauer Militärspital der Sanitätssoldat Georg Trakl an einer Überdosis Kokain. Nur wenige wussten damals, dass das Leben eines sprachmächtigen Lyrikers zu Ende ging.

Die ukrainische Stadt Horodok trug einstmals den Namen Grodek; zu Beginn des Ersten Weltkriegs waren die Bewohner dieser galizischen Stadt noch Untertanen der habsburgisch-kaiserlichen Majestät. Im September 1914 kam es in Grodek zu schweren Kämpfen zwischen österreichischen und russischen Regimentern. Es gab Tote und Verletzte... weiter




Heimito von Doderer in der Uniform der Wien-Breitenseer "Dreier-Dragoner". - © Foto: Hannelore und Gustav König

Heinito von Doderer

Abgesang auf die Ehre4

  • 1914 erwartete der junge Heimito von Doderer noch einen Krieg unter Ehrenmännern. Doch zeigen seine literarischen Berichte von der Front, dass er von diesem hehren Offiziers-Ideal Abschied nehmen musste.

Für Heimito von Doderer endete der Erste Weltkrieg bereits am 12. Juli 1916 nach nicht einmal fünf Monaten an der galizischen Front. Seine Ausbildung zum Kavallerieoffizier beim no-blen k.u.k. Niederösterreichischen Dragoner-Regiment "Friedrich August König von Sachsen" Nr. 3 hatte länger, beinahe neun Monate, gedauert... weiter




Gliedmaßen? Geht auch ohne! Das suggeriert dieses Plakat der Invalidenfürsorge. - © Wien Museum

Erster Weltkrieg

Idylle mit Invaliden

  • Das Wienmuseum zeigt den Wiener Weltkriegs-Alltag.

"Wie kleide ich mich fesch in teuren Zeiten?" Heute mag es zynisch klingen. Aber das war eine Frage, die Frauen während des Ersten Weltkriegs beschäftigte. Und so gab es in Zeitschriften allerlei Schnittmuster unter diesem Titel oder zum Thema "Anzüge für Krankenpflegerinnen können bei aller Einfachheit auch kleidsam sein"... weiter




Im Fischamender Fischaturm befindet sich noch heute der Glockenersatz aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. - © Johann Werfring

Museumsstücke

Für Kaiser und Vaterland24

  • Die Glockenstube des sechsstöckigen Fischaturms bietet den Besuchern nicht nur einen wunderbaren Ausblick über die Stadt Fischamend.

Der im Hochmittelalter errichtete und im 17. Jahrhundert weiter aufgestockte Fischaturm in Fischamend, der zunächst als "Auslug" und später auch dem örtlichen Nachtwächter als Quartier diente, ist seit 1927 Heimstatt eines Heimatmuseums mit herrlichen Exponaten. Das Emporsteigen zu den einzelnen Ausstellungsebenen gleicht einer beschaulichen... weiter




Je nach Belichtungszeit hält die Fotografie bei einer Sonnenfinsternis rosafarbige Protuberanzen oder die silbrige Korona fest, wie hier zum Beispiel bei der Finsternis 1981 in Sibirien. - © Pinter

Extra

Himmelskundler im Feindesland

  • Am 21. August 1914 gab es eine totale Sonnenfinsternis: Deutsche Astronomen wollten den Himmel auf der Krim beobachten, wurden aber vom beginnenden Weltkrieg daran gehindert - und landeten in Mistelbach.

Europa im Frühjahr 1914: Noch herrscht Frieden. Astronomen fiebern der totalen Sonnenfinsternis vom 21. August entgegen. Der Schatten des Mondes soll in weniger als zweieinhalb Stunden von Nordkanada aus nach Ostindien marschieren - über Grönland, den Nordatlantik, Norwegen, Schweden, Russland, die Türkei, Persien und Pakistan... weiter




"Mein lieber Bub!" So beginnen die Aufzeichnungen von Hermann Pfeiffer an seinen Sohn im Sept. 1914. - © Archiv Ingrid Pfeiffer

Extra

"Es wird Nacht um mich!"12

  • Die Titanic der Adria: Vor hundert Jahren, am 13. August 1914, sank der k. k. Passagierdampfer "Baron Gautsch". Ein geretteter Arzt aus Graz hat ein Tagebuch geführt, das nun erstmals veröffentlicht wurde.

Der Kapitän und die Mannschaft verließen als Erste das sinkende Schiff. Der Dampfer war zu nahe an der Küste mitten in die Katastrophe navigiert worden. Weder der Kapitän noch der Erste Offizier hatten sich auf der Kommandobrücke aufgehalten. So wurden alle Warnungen ob des halsbrecherischen Kurses ignoriert... weiter




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Anno 1914





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Auf dem Weg in den Krieg: Soldaten ziehen an die Front, Steyr 1914.

Klaus-Peter Josefs Großonkel Karl Sedlmayer (rechts).

Literatur

Idealisten und Pazifisten

Dieser verwundete amerikanische Kriegsteilnehmer ist der spätere Autor und Nobelpreisträger Ernest Hemingway. - © Foto: Corbis Die Kriegsjahre 1914 bis 1918 brachten gewaltige Umwälzungen des politischen, ökonomischen und sozialen Systems in den USA... weiter




Georg Trakl

Schwermut und Verskunst

Der "Medikamenten-Akzessist" Trakl. - © Foto: anonym/imagno/picturedesk.com Die ukrainische Stadt Horodok trug einstmals den Namen Grodek; zu Beginn des Ersten Weltkriegs waren die Bewohner dieser galizischen Stadt noch... weiter




Schlump

Mit einem Buch zum Ruhm

Die Etappe im Ersten Weltkrieg: Hans Herbert Grimms Roman "Schlump" schildert sie ebenso, wie auch Kampfhandlungen, distanziert und teils ironisch. Das Ergebnis ist ein literarisches Meisterwerk. - © apa/ Schweizerisches Bundesarchiv Und jetzt stellen wir uns einmal vor, Johann Wolfgang von Goethe hätte nur "Werther" geschrieben. "Werther" und sonst keine Zeile... weiter





Altösterreichische Expeditionen

Wenn Pinguine am Nordpol grüßen

Einfallsreich blickte man einst auf Expeditionen: Arktisfahrer Payer traf Pinguine (Karikatur), Weltumsegler feierten im Orkan Kaisers Geburtstag (Gemälde). - © Quelle Bild l.: "Der Floh", 10. Februar 1895; r.: Hermine Proschko (Hrsg.), "Jugendheimat", Bd. 8 (Graz 1894) Habent sua fata libelli, heißt es in der Sprache der alten Römer. Aber nicht allein Bücher bzw. Büchlein haben ihre Schicksale... weiter




Fundstück

Der feuerfeste Mann

 - © Faksimile: Iris Friedenberger Er trank siedendes Öl , aß brennenden Speck und badete seine Füße inflüssigem Blei: Der "russische Feuerkönig" Paul Schwarzenberg war in den 1830ern... weiter




Depeschen

22. April: Ein Abend für Zeitreisende

Literat A. Bäuerle (1786- 1859). - © Archiv. Repro: Iris Friedenberger Liebe Gemeine! Das Team des Geschichtsfeuilletons wünscht frohe Ostern und dankt stellvertretend für alle Festtagsgrüße Tüftlerpaar Rath, Wien 7... weiter




Eine Leopoldstädter Kreuzung

Der Admiral im Verkehrsmeer

Begegnungszone Praterstern mit Tegetthoff-Säule um 1937 (l.), ganz links wohl das Busch-Kino im Gebäude des ehemaligen Panoramas; rechts: Plan aus 1909, in Blau die Straßenbahnlinien. - © Foto: Wiener Linien. Kartenausschnitt: Archiv. Repros: M. Ziegler Wo heute Tag und Nacht der Verkehr rauscht, hörte man einst wohl nur das Rauschen der Auwälder. Die Metamorphose der kaiserlichen Jagdgründe vor den... weiter





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