• vom 19.08.2016, 16:56 Uhr

Alpbach

Update: 19.08.2016, 17:07 Uhr

Robotik

Keine Blechtrottel




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Von Eva Stanzl

  • Äußerlich sehen sie immer noch ein bisschen aus wie in den 1970er Jahren, doch ihr Innenleben wird immer komplexer. Schon in fünf Jahren könnten Roboter eine Art Selbstwahrnehmung haben und die Konsequenzen ihrer Handlungen einschätzen.

Ein Roboter muss Menschen ähnlich, aber nicht zu ähnlich sehen, sonst wird er nicht akzeptiert, berichten Wissenschafter. Die Ergebnisse einer japanischen Firma erinnern an Spielzeug.

Ein Roboter muss Menschen ähnlich, aber nicht zu ähnlich sehen, sonst wird er nicht akzeptiert, berichten Wissenschafter. Die Ergebnisse einer japanischen Firma erinnern an Spielzeug.© afp/Kazuhiro Nogi Ein Roboter muss Menschen ähnlich, aber nicht zu ähnlich sehen, sonst wird er nicht akzeptiert, berichten Wissenschafter. Die Ergebnisse einer japanischen Firma erinnern an Spielzeug.© afp/Kazuhiro Nogi

Wien. Roboterfahrzeuge kurven über holpriges Gelände, Drohen navigieren sich um Bäume und Laborstraßen erstellen Blutbefunde: Robotische Systeme ziehen in viele Lebensbereiche ein. Werden sie je wie Menschen sein? Wie viele Jobs nehmen sie weg? Werden sie uns dereinst dominieren, regieren, unnötig machen und am Ende ersetzen? Eine Diktatur der Maschinen ist Science Fiction. Doch wenn an solchen Visionen etwas dran ist?

"Roboter haben den Schwarzen Peter. Die Öffentlichkeit hat ein Bild zwischen humanoiden Robotern, deren Aussehen unserem immer ähnlicher wird, und den automatischen Fertigungsarmen in Autofabriken. Die Realität ist um einiges vielfältiger", betont Michael Hofbaur, Direktor des Instituts für Robotik und Mechatronik von Joanneum Research in Klagenfurt. Bei den am Donnerstag startenden Technologiegesprächen des Forum Alpbach leitet er einen Arbeitskreis zu Realität und der Zukunft der Robotik.


Ein Roboter ist ein intelligentes System, das von Informationstechnologien gesteuert wird, und mit Umwelt interagiert. Anders als ein Laptop kann er sich selbst bewegen, und anders als ein Kopierer hat er keinen eng definierten Anwendungszweck. Somit sind selbstfahrende Autos, die zwar mobil sind, aber nur zum Fahren da, so etwas wie ein Grenzfall.

Die Evolution der Maschine
"Rein äußerlich haben sich Roboterarme und humanoide Roboter seit den 70er Jahren wenig verändert", hält Hofbauer fest. Das liege daran, dass der Mensch seine Blechkameraden sonst nicht akzeptieren würde: Der Roboter muss ein bisschen aussehen wie er, aber nicht zu sehr.

Das Innenleben und das Netzwerk der Roboter habe sich jedoch enorm weiterentwickelt, wie der Experte betont: So seien die Informationstechnologien im Hintergrund viel versierter als die Blechkameraden selbst. Roboter können schneller auf zentralisierte Rechner und weltweite Netzwerke zugreifen und die Informationen flotter verwerten als Menschen. Versuche in Warenhäusern etwa haben gezeigt, dass robotische Verkäufer in der Sekunde wussten, welche Waren in welchem Land lagernd waren, als wäre das Logistik-System eines Internet-Händlers in einem Blechtrottel vereint. "Das kann einem schon Angst machen", sagt Hofbaur.

Das menschliche Gehirn ist das wohl komplexeste System der Welt. Wie menschenähnlich ein programmiertes "Denkorgan" sein kann, wird sich noch weisen. Fest steht jedoch: "Robotische Fähigkeiten werden den menschlichen immer ebenbürtiger", hält der Mechatroniker fest. So können Roboter mittlerweile Bauteile nicht nur an die richtige Stelle setzen, sondern sie auch in die richtige Position bringen, wenn sie falsch stehen. Mobile Roboter werden bald nicht an vorgezeichnete Bahnen gebunden sein, sondern auch auf der Straße den Müll aufsammeln können. "Der Roboter verlässt den klar umgrenzten Raum und betritt offenere Umwelten, in denen er Dinge findet, die er noch nie gesehen hat. Er muss die Umgebung wahrnehmen und sie verstehen", so Hofbaur.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-08-19 16:59:07
Letzte ─nderung am 2016-08-19 17:07:58




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