• vom 27.08.2016, 10:00 Uhr

Alpbach

Update: 27.08.2016, 10:57 Uhr

Journalismus

360°-Storytelling, eine neue Art journalistischen Erzählens




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Von Thomas Seifert

  • Werkstattbericht: "Wiener Zeitung"-Doku "360° eXodus".

- © Wiener Zeitung, Moritz Szalapek

© Wiener Zeitung, Moritz Szalapek

Die "Wiener Zeitung" war mit einem Team des Wiener Virtual Reality Spezialisten VRisch.com im Flüchtlingslager Moussa Taleb im Libanon sowie bei Einrichtungen der Caritas in Wien, um das 360°-Videoprojekt "360° eXodus" zu realisieren.

Die "Wiener Zeitung" war mit einem Team des Wiener Virtual Reality Spezialisten VRisch.com im Flüchtlingslager Moussa Taleb im Libanon sowie bei Einrichtungen der Caritas in Wien, um das 360°-Videoprojekt "360° eXodus" zu realisieren. Die "Wiener Zeitung" war mit einem Team des Wiener Virtual Reality Spezialisten VRisch.com im Flüchtlingslager Moussa Taleb im Libanon sowie bei Einrichtungen der Caritas in Wien, um das 360°-Videoprojekt "360° eXodus" zu realisieren.

Wien. Schon wieder etwas über Flüchtlinge. Das Thema: ein Ausschaltimpuls, eine Einladung zum Überblättern. Wissen wir schon, haben wir schon zigmal gelesen, kennen wir. Dankeschön. Es reicht.

Das Dumme ist nur: Das Thema ist nicht erst seit dem Flüchtlingssommer vor genau einem Jahr in Österreich angekommen, das Thema verlangt nicht weniger Aufmerksamkeit, sondern mehr. Es reicht eben nicht.

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Und während so manchen Boulevard-Online-Plattformen und -Kleinformaten (nein, die "Kleine Zeitung" ist damit nicht gemeint) nur die Assoziierung Flüchtlinge, Terror, Verbrechen einfällt, sind es vor allem Menschen, die vor Terror und Verbrechen geflohen sind, die heute in der Türkei, im Libanon, in Jordanien, Österreich, Deutschland und Schweden leben.



Mit der neuen Technologie 360°-Video lässt sich ein neuer Erzählstil kreieren, eine bestimmte Erzähltemperatur einstellen und ganz unaufgeregt kann das Thema an das Publikum herangetragen werden. Es gibt keine Stakkato-Schnittfolgen, keine rasanten Kamerafahrten und hektischen Zooms oder Schwenks und es liegt auch keine Klangtapete schwer und bombastisch über der Szenerie. Es ist das ruhige Erzählen, es ist das Sich-Zeit-Lassen und Subtilitäten-Für-Sich-Sprechen-Lassen, was den Reiz des neuen Mediums ausmacht.

Ein Team der "Wiener Zeitung" und der VR-Spezialisten von VRisch.com haben über mehrere Tage im Libanon und Wien gedreht, in mehreren Wochen Postproduktion wurden die Bilder mehrerer Kameras zu einem 360°-Rundumvideo zusammengefügt, es wurden mehrere Story-Konzepte entwickelt und auch wieder verworfen, Off- und Synchronstimmen eingespielt und ein Intro- und Outro-Instrumentalstück in die Tonspur eingemischt. Das Ergebnis ist nun im Rahmen einer Scrollstory auf Wienerzeitung.at zu sehen, mit der Wiener Zeitung Virtual Reality App (entwickelt von Screenagers.com) sowie mit einer Spezialbrille auf Youtube 360 (Samsung Gear, Oculus, HTC Vive oder Wiener-Zeitung-Google Cardboard).

Die "Wiener Zeitung" ist damit neben der "New York Times", dem britischen "Guardian" und der "Süddeutschen Zeitung" eines der ersten Printmedien, das mit der neuen Technologie experimentiert. In Österreich ist die "Wiener Zeitung" das erste Printmedium, das eine aufwendige 360°-Video-Produktion umgesetzt hat. Die ersten 360°-Bilder wurden bereits im März dieses Jahres über die "Wiener Zeitung" Online-Plattform ausgespielt, die Vorbereitungsarbeiten für das Video "360° eXodus" laufen seit Ende 2015.

Die Technologie entwickelt sich rasant: Sowohl was die Kamera-Technologie als auch was die Visor-Technologie betrifft. Vor allem im Gaming-Bereich wird der Technologie eine große Zukunft vorhergesagt, im journalistischen Bereich eignet sich die Technologie besonders für Reportagen und Interviews und natürlich für optisch opulente und spektakuläre Szenerien.

Der Reiz dieses Projekts lag nicht zuletzt in der Zusammenarbeit mit der Caritas, die das Material im Rahmen der Jugendarbeit der Young Caritas einsetzen will. Besonders eine jüngere, technolgogieaffine Zielgruppe steht 360°-Videos aufgeschlossen gegenüber - das Publikum bleibt länger dran und taucht tiefer in die Materie ein, als das bei herkömmlichem Video-Material der Fall wäre. Es reicht eben nicht.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-08-26 15:20:08
Letzte nderung am 2016-08-27 10:57:49




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