• vom 01.09.2016, 12:02 Uhr

Alpbach

Update: 01.09.2016, 23:12 Uhr

Technologie

Zeitalter der Überladung




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Von Christa Hager

  • Die wichtigsten Fragen, die Technologie betreffen, sind nicht technischer sondern menschlicher Natur, sagt Julia Hobsbawm.

Julia Hobsbawm ist Professorin für Netzwerken und lehrt an der Cass Business School in London.

Julia Hobsbawm ist Professorin für Netzwerken und lehrt an der Cass Business School in London.© WZ, Hager Julia Hobsbawm ist Professorin für Netzwerken und lehrt an der Cass Business School in London.© WZ, Hager

Surfst du nur oder lebst du noch? Die digitale Welt gestaltet unser Leben. "Wir sind so sehr mit Technologie verbunden, dass wir kaum mehr untereinander verbunden sind. Es gibt eine kognitive Dissonanz zwischen der Welt und uns", lautet die Kernbotschaft der britischen Wissenschafterin Julia Hobsbawm.

"Am Ende des Tages wissen wir, dass wir nicht glücklich sind. Dass wir gestresst und überladen sind." Die wichtigsten Fragen hinsichtlich des technologischen Fortschritts seien daher nicht technischer sondern menschlicher Natur." Zwar hätten digitale Technologien und soziale Netzwerke durchaus viele positive Seiten, dennoch sei ein neuer Umgang damit vonnöten: "Wir müssen unser Verhalten in der vernetzten Welt überdenken, eine neue Sprache, ein neues Verhalten finden."

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Soziale Gesundheit

Erste Ansätze dazu gibt es bereits, wie der recht junge Begriff des "Digital Detox", der "digitalen Entgiftung" zeigt. Howbsbawn geht einen Schritt weiter und fordert soziale Gesundheit: Während es mittlerweile ganz normal sei, auf die Ernährung zu achten und Sport zu betreiben, pflegen nur sehr wenig Menschen einen sorgsamen Umgang mit ihren Informationsflüssen und damit verbunden mit ihrer Zeit. Doch sie ist nicht unendlich: "Zeit ist die wichtigstes Gut das wir haben. Eine Ressource, die uns allen gehört."

Die Fähigkeit, die eigene Zeit zu kontrollieren, sei daher elementar. Soziale Gesundheit betrifft daher vor allem die Veränderung des Verhaltens. "Das Zeitalter des Individualismus und der Hierarchien ist vorbei. Zuhören, Fragen, Sprechen und Teilen – das sind die Fertigkeiten, die wieder gelernt und gefördert werden müssen." Des Weiteren würden wir versklavt von Wissen und Information. Resultat: Überladung. Um dieser Gefahr zu entkommen, müssten wir daher wieder lernen, alle sechs Sinne zu gebrauchen, allen voran den Instinkt. Denn durch ihn erkennen wir Gefahren.

Hobsbawn fordert schlussendlich einen architektonischen Zugang im Umgang mit digitalen Technologien, "indem wir unser Leben wieder aktiv strukturieren, und uns klar darüber werden, wie, mit wem und was wir warum wissen." Der Mensch müsse sich wieder in die Technologie einbringen, "sonst werden wir als Gesellschaft versagen".

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-09-01 12:03:04
Letzte nderung am 2016-09-01 23:12:45




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