• vom 02.05.2012, 13:25 Uhr

Ägypten - Aktuelle Berichte

Update: 02.05.2012, 13:27 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Drei Wochen vor Präsidentenwahl

Neue Gewaltwelle in Ägypten



  • Militäreinsatz nach Tod von mindestens neun Demonstranten

Kairo. Drei Wochen vor der Präsidentenwahl in Ägypten sind bei Auseinandersetzungen in Kairo mindestens neun Menschen getötet und 50 weitere verletzt worden. Die Armee ordnete am Mittwoch einen Militäreinsatz an, mit dem die Gewalttätigkeiten in unmittelbarer Nähe des Sitzes des Verteidigungsministeriums beendet werden sollten. Zu den Opfern der Gewaltwelle zählten zahlreiche Anhänger des Salafisten Hazem Salah Abu Ismail, der auf Beschluss der Wahlkommission von der Teilnahme an der Wahl ausgeschlossen wurde.

  Zur Beendigung der Gewalt im Stadtteil Abbassiya seien Armeeeinheiten abkommandiert worden, sagte ein Militärsprecher in Kairo. Die behandelnden Ärzte sprachen am Nachmittag von neun Toten und 50 Verletzten, das Gesundheitsministerium gab die Zahl der Getöteten zu diesem Zeitpunkt mit sechs an.

 
Urheber konnten nicht ermittelt werden
Die Urheber der Gewalt konnten zunächst nicht ermittelt werden. Die Anhänger Abu Ismails demonstrierten schon seit Tagen im Zentrum von Kairo für einen Machtverzicht des Militärrats unter Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi, der seit dem Sturz des langjährigen Staatschefs Hosni Mubarak im Februar 2011 die Geschicke des Landes lenkt. Wiederholt gab es Hinweise, dass das Militär selbst Schlägertrupps auf Demonstranten ansetzte. Anhänger beider Seiten warfen bei den Zusammenstößen am Mittwoch Molotowcocktails und Steine.

  Der Militärrat hat zugesagt, nach der Wahl eines neuen Präsidenten im Mai die Macht an eine zivile Regierung abzugeben. Die Lage ist jedoch angespannt, seitdem zehn der ursprünglich 23 Kandidaten aus den unterschiedlichsten Gründen von der Wahl am 23. und 24. Mai ausgeschlossen wurden. Zu ihnen zählt auch der Salafist Abu Ismail. Er wurde ausgeschlossen, weil seine verstorbene Mutter die US-Staatsbürgerschaft angenommen haben soll. Kandidaten, ihre Partner und Eltern müssen die ägyptische Staatsbürgerschaft besitzen, um zur Wahl zugelassen zu werden.

  Wegen der Gewalttätigkeiten kündigten zwei Präsidentschaftskandidaten - der Muslimbruder Mohammed Mursi und der islamische Fundamentalist Abdel Moneim Abul Futuh - eine Unterbrechung ihres Wahlkampfes an. Mursi erklärte, er werde "aus Solidarität mit den Demonstranten" 48 Stunden den Wahlkampf ruhen lassen, Abul Futuh begrenzte die Unterbrechung auf einen Tag. Der Wahlkampf begann offiziell am Montag. Die Stichwahl findet am 16. und 17. Juni statt.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-02 13:26:18
Letzte Änderung am 2012-05-02 13:27:23


Werbung



Beliebte Inhalte



Freundliches Lächeln zwischen Vizemarschall Choe Ryong-hae und Präsident Xi Jinping. - ap
  • Erstmals unter Kim Jong-un besucht ein nordkoreanischer Gesandter Peking
  • weiter

Wer braucht Gewerkschaften, wenn die Mitarbeiter eingebunden sind? Frank Stronach regelt Konflikte lieber selbst. - apa/Michael Gruber
  • Salzburger Stronach-Mann weicht in Debatte um Gewerkschaft vom Chef ab.
  • weiter

Mehr als 5000 "Siemensianer" arbeiten derzeit noch in der neuen "Siemens-City" in Wien-Floridsdorf. - apa
  • Auch in Österreich wackeln bis zu 1000 Arbeitsplätze
  • weiter

Solidarität, Unverständnis, aber auch Furcht und Hass machen sich in London breit. - APAweb/REUTERS/Luke MacGregor
  • Islamistischer Tathintergrund: Polizei geht von "einsamen Wölfen" aus.
  • weiter

Haben die Wiener Senioren mehr Weitblick als die eigene Partei? - Rösner
  • Die "rote Basis" macht Urlaub - und schimpft über die (grüne) Stadtpolitik.
  • weiter

Eine erste Teststrecke beim Westbahnhof wurde grün angemalt. - APAweb / Georg Hochmuth
  • City-Chefin Stenzel: Grüne geben Steuergelder für Parteiwerbeaktion aus.
  • weiter

Schütze Bosko Rasovic trainiert fünfmal pro Woche. S. Jenis
  • Rund 24.000 Wiener haben eine Waffenbesitzkarte.
  • weiter

Reinhard Göweil Die fünf Agrarkonzerne Monsanto, Pioneer, Syngenta, Limagrain und Bayer kontrollieren weltweit zirka 63 Prozent des Saatguts...weiter





Gottfried Helnwein, Peinlich, 1971,

Die Wolldecke eines Navajo-Häuptlings wurde bei Sothebys in New York für rund 221.000 US-Doller versteigert. Es war die erste Auktion aus dem Nachlass der Sammlung Andy Williams, des bekannten US-amerikanischen Popsängers und Fernsehentertainers. Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt.

"Erstbegehung" des Wiener Wahrzeichens:  Slackliner Christian Waldner arbeitete sich in 60 Metern über dem Boden Schritt für Schritt vom großen Steffl-Turm (Südturm) bis zum südlichen Heidenturm vor und tänzelte nach kurzer Verschnaufpause wieder retour. Der Drahtseilakt dauerte rund zehn Minuten. Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Werbung