• vom 22.04.2011, 22:44 Uhr

Libyen - Aktuelle Berichte


Kampfdrohnen für Libyen




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  • US-Präsident genehmigte Einsatz.
  • Briten wollen keine Bodentruppen.
  • Washington/Benghazi. (gf/apa) Das US-Militär geht jetzt mit ferngesteuerten Kampfdrohnen gegen die Bodentruppen des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi vor. Präsident Barack Obama habe den Einsatz der unbemannten Flugzeuge genehmigt, teilte US-Verteidigungsminister Robert Gates mit. Die Aufständischen begrüßten diese Maßnahme.

Nach US-Angaben sind infolge von Luftangriffen bereits 30 bis 40 Prozent von Gaddafis Truppen ausgeschaltet. Wie US-Generalstabschef Mike Mullen am Rande eines Truppenbesuchs in der irakischen Hauptstadt Bagdad am Freitag sagte, können derzeit aber weder Gaddafis Truppen noch die der Rebellen entscheidende Erfolge erzielen. "Es läuft gerade mit Sicherheit auf eine Patt-Situation hinaus", so Mullen.


Nicht zuletzt wegen dieser Situation wird derzeit im Westen heftig über den Einsatz von Bodentruppen diskutiert. Großbritanniens Premier David Cameron betonte allerdings neuerlich, dass sich sein Land auf keinen Fall an einer Besetzung Libyens beteiligen werde.

Nachdem London vergangene Woche Militärberater in die Konfliktregion geschickt hatte, hatten britische Abgeordnete die Befürchtung geäußert, dies könnte ein erster Schritt für eine Neuausrichtung der Mission sein. "Das wollen wir nicht, das wollen die Libyer nicht, das will die Welt nicht", sagte der Premier.

Präzise Waffen?

Damit bleiben zur Hilfe für die Rebellen nur andere Mittel wie etwa der Einsatz der Drohnen. Gates betonte, dadurch hätten die Nato-Kommandanten mehr Möglichkeiten. Bis zu zwei Drohnen könnten gleichzeitig im Einsatz sein. Laut dem stellvertretenden US-Generalstabschef James Cartwright gab es bereits erste Angriffsflüge, die jedoch wegen schlechten Wetters abgebrochen worden seien. Unbewaffnete Drohnen seien bereits zuvor zu Aufklärungszwecken in Libyen zum Einsatz gekommen. Cartwright erklärte, dass die ferngesteuerten und bewaffneten Flugzeuge vor allem in besiedelten Gebieten sinnvoll eingesetzt werden könnten, um sogenannte Kollateralschäden zu minimieren. "Sie haben die Möglichkeit, tiefer zu fliegen, deshalb können sie eine bessere Sicht auf bestimmte Ziele bekommen." Das sei hilfreich, weil Gaddafis Truppen begonnen hätten, sich "einzugraben".

Die Hoffnung der Aufständischen, der Einsatz der Drohnen könne zum Schutz der Zivilisten beitragen, hat sich allerdings in Afghanistan und Pakistan, wo die Flugkörper bisher zum Einsatz kamen, oft als trügerisch erwiesen.

Erst am Freitag kam die Meldung über einen neuen Drohnenangriff auf angebliche Extremisten und ihre Familien im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan: Dabei kamen mindestens 20 Menschen ums Leben. Unter den Toten seien mindestens fünf Kinder und drei Frauen, hieß es.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2011-04-22 22:44:12
Letzte Änderung am 2011-04-22 22:44:00



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