Die vorhandenen Mittel reichten nur noch für höchstens vier Wochen, sagte Ali Tarhouni, der den Finanzausschuss des Nationalrates leitet, die von den Aufständischen eingesetzte Übergangsregierung. Nach Angaben Tarhounis haben die Rebellen einen täglichen Bedarf von umgerechnet 43 bis 86 Millionen Dollar (bis zu 58 Millionen Euro).
Unterdessen gingen in der Gebirgsregion im Westen Libyens sowie der verbissen umkämpften Küstenstadt Misrata die Gefechte zwischen den Rebellen und den Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi weiter. In der von libyschen Truppen seit Wochen belagerten Hafenstadt Misrata warten rund 1000 Menschen verzweifelt auf ihre Evakuierung, darunter auch 33 Journalisten.
Die Nato hat den Hafen, die einzige Möglichkeit zur Ausreise, aber noch nicht für Schiffe freigegeben, erklärte Jumbe Omari Jumbe, Sprecher der Organisation für Migration (IOM), am Dienstag in Genf. Nach seinen Angaben will die Nato zunächst die Hafeneinfahrt von Minen räumen, die die libysche Armee dort platziert hat.
Die Schweizer Regierung hat unterdessen 360 Millionen Franken (280 Millionen Euro) eingefroren, die der Familie von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi gehören.
Italiens Parlament berät über Libyen-Einsatz
Im italienischen Parlament setzten am Dienstag die Oppositionsparteien die Regierung Berlusconi wegen der Beteiligung an den gezielten Luftangriffen in Libyen mit zwei Anträgen unter Druck. Premierminister Silvio Berlusconi versuchte unterdessen, seinen Koalitionspartners Lega Nord zu besänftigen, der wegen des Libyenengagements in den vergangenen Tagen mit einer Regierungskrise gedroht hatte.