• vom 18.02.2011, 18:23 Uhr

Libyen - Hintergrund

Update: 18.02.2011, 20:32 Uhr
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Öllieferant Libyen: Business as usual


Von Helmut Dité

  • Libyens Bedeutung für Österreichs ist zuletzt gewachsen.
  • Tripolis/Wien. Österreich muss mehr als sieben Millionen Tonnen Rohöl im Jahr importieren - und zuletzt kam fast ein Fünftel davon aus Libyen. Der Maghreb-Staat ist mit derzeit fast 35.000 Fass pro Tag auch zu einem der wichtigsten Förderländer des heimischen Energieriesen OMV geworden.

Bei der OMV - die am Freitag übrigens die vor dem Umsturz in Tunesien gestartete Übernahme der Pioneer-Gasaktivitäten um 840 Millionen Dollar wie geplant abschloss - beobachtet man die Lage im Gaddafi-Land sehr genau, aber gelassen. Wirtschaftliche Auswirkungen gibt es derzeit nicht, so OMV-Sprecher Sven Pusswald am Freitag zur "Wiener Zeitung". Derzeit beschäftigt die OMV in Libyen 53 Mitarbeiter. "Diese verfügen über umfassende landesspezifische Erfahrung und schreiben Sicherheitsstandards groß. Reisen nach Libyen sind derzeit auf das für unser Geschäft unbedingt notwendige Maß beschränkt", sagt Pusswald. Abgezogen werden aber keine OMV-Mitarbeiter.

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Libyen ist in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Rohöl-Lieferländer Österreichs geworden, im Vorjahr dürfte es sogar Kasachstan vom ersten Platz der Importstatistik verdrängt haben. Laut Wirtschaftsministerium lag bis Ende Oktober 2010 bei den Öllieferungen nach Österreich Kasachstan mit 1,4 Millionen Tonnen noch knapp vor Libyen mit 1,35 Millionen Tonnen. Während aber die Kasachen um fast 800.000 Tonnen weniger lieferten als im Vergleichszeitraum 2009, stiegen die Lieferungen aus Libyen um fast 500.000 Tonnen an.

Die OMV ist seit 1975 in Libyen präsent und fördert seit 1985 Öl, sie ist derzeit an zwölf Produktions- und Explorationsprojekten beteiligt. 2008 verlängerte man für 250 Millionen Dollar die Verträge mit der libyschen National Oil Corporation (NOC). Den Österreichern wird demnach bis 2032 die Förderung in den hochproduktiven Ölfeldern des Syrte- und Murzuq-Beckens, etwa 700 Kilometer südlich der Hauptstadt Tripolis, erlaubt.

Strabag baut Autobahn

Neben der OMV haben in den letzten Jahren vor allem Baufirmen und die Vamed, die libysche Spitäler medizintechnisch ausstattet, die Geschäftsbeziehungen stark ausgeweitet. Der Bauriese Strabag hat erst im November 2010 den Auftrag zum Ausbau von mehr als 100 Kilometern Küstenautobahn bei Tripolis erhalten - der bereits fünfte Infrastrukturauftrag in Libyen seit 2008. Das gesamte Auftragsvolumen für die Strabag steigt damit auf mehr als 500 Millionen Euro.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-02-18 18:23:00
Letzte Änderung am 2011-02-18 20:32:00

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