Riad/Kuwait. Die revolutionäre Welle in der arabischen Welt schwappt nun zusehends auch auf die wohlhabenden Golf-Staaten über: Im Emirat Kuwait haben erneut tausende Menschen gegen die Regierung demonstriert, im Königreich Saudi-Arabien protestierten Schiiten, wobei Sicherheitskräfte offenbar einen Demonstranten erschossen haben.
In Kuwait versammelten sich rund 15.000 Demonstranten vor dem Parlament, um dessen Auflösung und den Rücktritt der Regierung zu fordern. Die Wut der Demonstranten richtete sich dabei vor allem gegen den Ministerpräsidenten Scheich Nasser Mohammed al-Ahmad al-Sabah, dessen Name, ebenso wie der von 15 Mitgliedern der Regierungspartei, im Zusammenhang mit einem Korruptionsskandal genannt wird.
Der Emir Scheich Saba al-Ahmad al-Sabah hat aber bereits verkündet, dass er den Regierungschef, der zur Herrscherfamilie gehört, nicht entlassen werde. Zudem kritisierte er die Stürmung des Parlaments durch Demonstranten am vergangenen Mittwoch. Dabei habe es sich um einen "schwarzen Tag" in der Geschichte des Landes gehandelt.
In Saudi-Arabien gärt vor allem die Wut unter der schiitischen Bevölkerungsminderheit, die sich in dem sunnitischen Königreich unterdrückt sieht. Nun haben Sicherheitskräfte gewaltsam eine Demonstration von Schiiten aufgelöst und dabei nach Angaben von Ärzten einen Menschen durch einen Schuss in die Brust getötet, zudem wurden mehrere Personen verletzt. Wie Rettungskräfte am Dienstag mitteilten, fand die Demonstration am Montagabend im schiitisch geprägten Katif statt. Der Protest richtete sich gegen den Tod eines jungen Schiiten, der am Sonntag nahe eines Polizeipostens in Katif aus noch ungeklärten Umständen ums Leben kam.
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