Russland wird nicht an der internationalen Syrien-Konferenz am kommenden Freitag in Tunis teilnehmen. Das russische Außenministerium erklärte am Dienstag, mit der Konferenz solle in einem internen Konflikt "eine Seite gegen eine andere unterstützt" werden. So seien Vertreter der syrischen Opposition eingeladen worden, nicht aber Vertreter der Regierung von Staatschef Bashar al-Assad. Daher könne Russland an der Konferenz nicht teilnehmen.
Zu der "Konferenz der Freunde des syrischen Volks" sind unter anderem Vertreter der Arabischen Liga, der EU, der USA, Russlands und Chinas geladen. Gesucht werden soll nach einer politischen Lösung des blutigen Konflikts in Syrien mit laut Aktivisten bisher mehr als 6.000 Toten.
Die Gruppe "Freunde des syrischen Volks" war gegründet worden, nachdem Russland und China im UNO-Sicherheitsrat Anfang Februar zum zweiten Mal eine Resolution zur Verurteilung der Gewalt in Syrien blockiert hatten. Die Gruppe trifft sich am Freitag zum ersten Mal. Russland gilt als Verbündeter Syriens.
Russland will aber nach den Worten von UNO-Botschafter Witali Tschurkin in den kommenden Tagen im UNO-Sicherheitsrat einen Entwurf für humanitäre Hilfsmöglichkeiten in Syrien einbringen. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass. Tschurkin sagte dem Fernsehsender Vesti 24 demnach, dass der Sicherheitsrat "konkrete Schritte zur Lösung humanitärer Probleme unternehmen könnte." Dabei könne man sich unter anderem darauf verlassen, dass Damaskus dem Roten Kreuz Zugang zu einigen Gebieten im Land gewährt habe, sagte er weiter. Einzelheiten über den Entwurf nannte er nicht.
Kein Ende der Gewalt in Homs
In Syrien haben Regierungstruppen am Dienstag indes erneut Teile der Protesthochburg Homs unter heftigen Beschuss genommen und dabei nach Angaben von Oppositionellen mindestens zwölf Menschen getötet. Ein Vertreter der Opposition sagte, bei dem Vorgehen der Armee seien auch 100 Menschen verletzt worden. Betroffen sei der mehrheitlich von Sunniten bewohnte Stadtbezirk Baba Amro. Normalerweise leben dort etwa 100.000 Menschen. Die Offensive hatte Anfang Februar begonnen. Schätzungsweise 60 Prozent der Bevölkerung sind mittlerweile geflohen. In Homs leben etwa eine Million Menschen, 30 bis 40 Prozent gehören wie Präsident Bashar al-Assad der alawitischen Minderheit an.
Augenzeugen berichteten, minütlich würden Raketen einschlagen. Unter den Toten sollen auch zwei Kinder sein. Es gab keine Möglichkeit, die Angaben unabhängig zu überprüfen. Von Vertretern der Opposition verlautete zudem, die Regierung nehme nun auch einen weiteren Bezirk von Homs gegenüber von Baba Amro ins Visier. Panzer seien nun auch nach Inshaat entsandt worden, hieß es.
Die Kämpfe gehen weiter. Rauch steigt aus Gebäuden in Homs.APAweb / Reuters Die Kämpfe gehen weiter. Rauch steigt aus Gebäuden in Homs...weiter