Die ersten UNO-Beobachter sollen ab Montag in Syrien die Waffenruhe überwachen. Eine Waffenruhe, die auch am Sonntag nicht eingehalten wurde. Vor allem die Protesthochburg Homs stand unter heftigem Beschuss. Aktivisten berichteten von sechs Todesopfern.
Ein Vorausteam von 30 UNO-Beobachtern ist am Sonntagabend in Damaskus eingetroffen. Am Montag soll es seine Arbeit aufnehmen. Die Beobachter sollen Kontakt mit syrischen Regierungstruppen und der Opposition aufnehmen, bevor die Gruppe zur Überwachung der Waffenruhe später auf insgesamt 250 Mitarbeiter aufgestockt werden soll.
Widerstand von syrischer Führung
Die syrische Führung hat die Friedenserwartungen der internationalen Gemeinschaft indes gedämpft. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete am Sonntag unter Berufung auf einen Sprecher der Streitkräfte: "Aus ihrer Verpflichtung heraus, das Heimatland und die Bürger zu schützen, werden die Behörden diese bewaffneten Terrorgruppen daran hindern, ihre kriminellen Attacken, Attentate und Sabotageakte gegen die Bürger und ihren Besitz fortzusetzen."
Im Sprachgebrauch des Regimes von Präsident Bashar al-Assad werden die Regimegegner stets als "bewaffnete terroristische Gruppen" bezeichnet. Diesen warf der Militärsprecher vor, sie hätten ihre Angriffe auf die Armee, die Sicherheitskräfte und die Bürger seit Beginn der Waffenruhe am vergangenen Donnerstag intensiviert.
Homs unter massivem Beschuss
Indes wurde die Protesthochburg Homs am Sonntag erneut von der Armee bombardiert. Der Beschuss, der bereits am Samstag begonnen hatte, sei der heftigste seit Beginn der Waffenruhe vor vier Tagen, sagte der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle in London, Rami Abdel Rahman. Im Stadtviertel Khaldiye schlugen seinen Angaben zufolge drei Geschosse pro Minute ein. Zudem sei es zu heftigen Gefechten zwischen Soldaten und Deserteuren gekommen. Aktivisten berichteten von sechs Todesopfern.
Am Samstag hätten die Streitkräfte in 81 Fällen die Waffenruhe gebrochen und 20 Menschen getötet, berichteten die Koordinierungskomitees, die Gewalttaten in Syrien dokumentieren. Alleine in Homs habe es elf Tote gegeben. (apa/red)
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