
Damaskus/Teheran. Der syrische Ministerpräsident Rijad Hidschab hat sich offenbar mit seiner Familie nach Jordanien abgesetzt. Dies verlautete am Montag aus jordanischen Regierungskreisen. Zuvor hatte das syrische Staatsfernsehen berichtet, Hidschab sei entlassen worden.
Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, ist Hijab zur Opposition übergelaufen. Aus jordanischen Regierungskreisen verlautete unterdessen, der syrische Premierminister hab sich mit seiner Familie nach Jordanien abgesetzt.
Hijab war erst am 6. Juni in Folge der syrischen Parlamentwahlen im Mai zum Premierminister ernannt worden. Zuvor hatte er das Amt des Landwirtschaftsminister inne.
Schwere Kämpfe um Aleppo
Der Kampf um die syrische Millionenmetropole Aleppo ist nach Angaben von Oppositionellen heftiger geworden. Die Regierungstruppen attackierten mehrere Stadtviertel, berichteten die syrischen Menschenrechtsbeobachter in der Nacht zum Montag im Internet. Im britischen Sender BBC hieß es am Sonntagabend, die syrischen Regierungstruppen seien in Vorbereitung auf einen noch größeren Angriff auf Aleppo ständig verstärkt worden. Eine große Zahl von Soldaten sowie Panzern und anderen Militärfahrzeugen sei zusammengezogen worden, berichtete BBC-Korrespondent Richard Galpin von der türkischen Grenze. Kampfflugzeuge, Helikopter und Artillerie hätten Positionen der Rebellen attackiert.

Die Hauptstadt Damaskus dagegen ist inzwischen wieder weitgehend unter Kontrolle des Militärs. In tagelangen heftigen Kämpfen eroberten Assads Truppen dort mit dem Stadtviertel Al-Tadamun die letzte Rebellenhochburg zurück. Nach Angaben eines lokalen Aktivisten sollen die Sicherheitskräfte bei Hausdurchsuchungen mehrere Menschen an Ort und Stelle erschossen haben. Von unabhängiger Seite lassen sich diese Informationen nicht überprüfen.
Schweiz prüft Aufnahme von Kriegsflüchtlingen
Ein hochrangiger Vertreter der syrischen Opposition hat sich prinzipiell zu Gesprächen mit Regierungsvertretern bereiterklärt, er nannte aber klare Bedingungen. So dürften seine Verhandlungspartner "kein Blut an den Händen" haben, sagte der Vorsitzende des Syrischen Nationalrats (SNC), Abdelbasset Sida, der saudi-arabischen Zeitung "A-Sharq al-Awsat". Voraussetzung für Gespräche wäre außerdem ein Rücktritt von Staatschef Bashar al-Assads und seiner Getreuen.
"Let us shape the future together – not wait for it", "Lasst uns die Zukunft gemeinsam gestalten und nicht darauf warten"...
weiter