Beirut. In Syrien sind im August so viele Menschen getötet worden wie noch nie innerhalb eines Monats seit Beginn des blutigen Konflikts im März des vergangenen Jahres. 5.440 Menschen wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte im August in Syrien getötet. Insgesamt starben demnach seit Beginn der Kämpfe landesweit mindestens 26.283 Menschen.
Die in London ansässige Nichtregierungsorganisation stützt sich bei ihren Angaben auf Berichte von Aktivisten und Augenzeugen. 4.114 der Opfer im August seien Zivilisten, 105 Deserteure und 1221 Soldaten der Regierungstruppen, teilte der Leiter der Gruppe, Rami Abdel Rahman, am Sonntagabend mit.
Deutsche Regierung hilft Opposition mit Wirtschaftsplänen
Für die Zeit nach dem Ende des Syrien-Konflikts will die deutsche Regierung der syrischen Opposition beim Entwurf von Konzepten für die Wirtschaft helfen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Montag-Ausgabe) berichtet, sollen am Dienstag Vertreter der Opposition an einem internationalen Treffen zum Wiederaufbau Syriens im Auswärtigen Amt in Berlin teilnehmen. Zu dem Treffen würden syrische Oppositionelle wie der Präsident des Syrischen Nationalrates, Abdelbasset Sida, sowie Vertreter des Syrischen Wirtschaftsforums erwartet.
"Auch wenn niemand vorherzusagen vermag, wie lange das Assad-Regime noch seinen Gewalt gegen das eigene Volk ausüben kann: Wir sind gut beraten, schon jetzt einen politischen und wirtschaftlichen Neuanfang in Syrien für die Zeit nach dem Abgang von Assad vorzubereiten", sagte Außenminister Guido Westerwelle der Zeitung. Angesichts der zunehmenden Zerstörung des Landes sei das "ein ganz wichtiges Projekt für die Zeit nach Assad", sagte Westerwelle. Denn die Menschen in Syrien "brauchen auch eine echte wirtschaftliche und soziale Perspektive für einen Neuanfang nach Assad", sagte der Minister.
Das Treffen ist Teil der Bemühungen der sogenannten Freunde des syrischen Volkes, in der sich etwa 100 Staaten zusammengefunden haben, um angesichts der Blockade des UNO-Sicherheitsrates Lösungen für das Land zu suchen. Zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) führt Deutschland eine Arbeitsgruppe, die sich dem "wirtschaftlichen Wiederaufbau und der Entwicklung" widmet. An ihr beteiligen sich etwa 60 Delegationen; die Gruppe hat bereits mehrmals getagt.
Syrien-Gesandter Brahimi - Konfliktlösung "fast unmöglich"
Der neue UN-Syriengesandte Lakhdar Brahimi hält den seit rund eineinhalb Jahren andauernden Konflikt in dem Land mit diplomatischen Mitteln kaum noch für lösbar. "Ich weiß, wie schwer es ist, fast unmöglich", sagte Brahimi in einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem britischen Nachrichtensender BBC. "Und wir tun nicht genug", sagte der 78-jährige Algerier, der Ende August Kofi Annan in dem Amt nachfolgte. Annan hatte kritisiert, die Meinungsverschiedenheiten im UN-Sicherheitsrat hätten seine Arbeit behindert.
Bei Kämpfen zwischen Rebellen und den Truppen von Präsident Bashar al-Assad sind bisher mehr etwa 20.000 Menschen getötet worden. Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die sich auf Berichte der Opposition stützt, spricht soagr von mindestens 26.283 Toten. Brahimi sagte, ihm sei bewusst, dass auf diplomatischer Ebene nicht genug gegen die Gewalt getan werde. Die Verantwortung, die auf seinen Schultern laste, mache ihm Angst, sagte er. "Ich trete meinen Job mit offenen Augen und ohne Illusionen an", sagte der Diplomat.
"Let us shape the future together – not wait for it", "Lasst uns die Zukunft gemeinsam gestalten und nicht darauf warten"...
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