In Syrien sind die Rebellen bei ihrer neuen Offensive in der Metropole Aleppo auf heftigen Widerstand der Truppen von Präsident Bashar al-Assad gestoßen. Kämpfer berichteten am Freitag per Telefon, in mehreren Vierteln gebe es schwere Gefechte. Ausgerüstet nur mit Maschinengewehren und selbst gebauten Raketen falle ihnen der Kampf gegen die Regierungstruppen schwer, die sie mit Artillerie und Kampfflugzeugen ins Visier nähmen. Die Wirtschaftsmetropole Aleppo ist ausschlaggebend für die Entwicklung der seit Februar 2011 dauernden Proteste gegen Assad, die sich mittlerweile zum Bürgerkrieg ausgewachsen haben.
"Wir haben einige Viertel befreit", sagte ein Kämpfer. "Daher bin ich noch immer optimistisch. Aber ich mache mir Sorgen um unsere Organisation. Wir können das Regime nicht rauswerfen. Bestenfalls können wir an einigen unserer Stellungen vorrücken." Die Regierungstruppen kamen in Aleppo offenbar in mehreren Stadtteilen unter schweren Beschuss. Das staatliche Fernsehen berichtete, "terroristische Gruppen" feuerten Granaten-Salven im Südosten der Stadt. Drei Menschen seien getötet worden, darunter zwei Kinder.
Clinton kritisiert Irans Unterstützung für Syriens Regime
US-Außenministerin Hillary Clinton kritisierte vor der UN-Vollversammlung in New York die Unterstützung der syrischen Führung durch den Iran. Die Islamische Republik werde alles tun, um die verbündete Assad-Regierung zu schützen, sagte Clinton am Freitag bei einem Treffen von Außenministern in New York. Die Ministerin kündigte zudem an, dass die USA die Rebellen in Syrien mit zusätzlichen Hilfen in Höhe von 45 Millionen unterstützen.
Die Rebellen sind in Sorge, dass sich auch militante Anhänger der kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Türkei, die Beziehungen zu Assad unterhalten, in den Bürgerkrieg einmischen könnten. Die Rebellen drohten solchen PKK-Angehörigen, sie würden auch gegen sie kämpfen. Im kurdischen Stadtviertel von Aleppo nahmen Rebellen nach eigenen Angaben mindestens acht Männer der Assad-treuen Schabbhia-Milizen gefangen. Ob es sich um Kurden handelte, war zunächst unklar.
Die Türkei unterstützt die Opposition in ihrem Nachbarland und bietet Tausenden geflohenen Syrern Unterschlupf. Nun wachsen Befürchtungen, die nach Autonomie strebende PKK könnte versuchen, Vorteile aus dem Bürgerkrieg in Syrien zu ziehen und auf türkischer Seite Unruhen anzetteln. (Reuters)
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