Nach einem Granatangriff aus Syrien hat die türkische Armee in der Region Hatay am Freitag neuerlich zurückgeschossen. Gouverneur Mehmet Celalettin Lekesiz erklärte, dass eine in Syrien abgefeuerte Mörsergranate in einem Feld im Grenzgebiet detoniert sei. Das türkische Militär habe daraufhin sofort das Feuer erwidert. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des Dorfes Asagipulluyazi in der Provinz Hatay. Auf türkischer Seite gab es keine Verletzten, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.
Der UN-Sicherheitsrat hat den bereits am Mittwoch erfolgten ersten syrischen Granatenangriff auf einen türkischen Grenzort aufs Schärfste verurteilt und Syrien aufgefordert, solche Verstöße gegen internationales Recht sofort zu unterlassen. Die 15 Mitglieder des UN-Gremiums einigten sich am Donnerstag auf die Erklärung zu dem Vorfall, bei dem in dem türkischen Ort Akcakale am Mittwoch fünf Zivilisten durch syrische Granaten getötet worden waren.
Der Sicherheitsrat erklärte, der Vorfall unterstreiche, welch große Auswirkungen die Krise in Syrien auf die Sicherheit der Nachbarländer sowie Frieden und Stabilität in der Region habe. Das Gremium rief Syrien zudem auf, die Souveränität und territoriale Integrität seiner Nachbarländer vollständig zu respektieren. Die Türkei und Syrien wurden zur Zurückhaltung aufgefordert.
Türkei strebt keinen Krieg an
Die Türkei hatte bereits am Mittwochabend und erneut am Donnerstag aus Vergeltung einige Ziele in Syrien angegriffen, später aber betont, das Land strebe keinen Krieg an. Die Angriffe dienten der Abschreckung.
International hat die Zuspitzung Sorgen über einen Flächenbrand in der Region aufkommen lassen. Die USA äußerten unterdessen Hoffnung, dass die Lage nicht weiter eskaliere. Die Reaktion der Türkei sei angemessen gewesen. Die Türkei habe seit langem deutlich gemacht, dass sie auf eine Verletzung ihres Staatsgebiets antworten würde. Die Vergeltung habe zudem einen "abschreckenden Effekt", sagte Außenamtssprecherin Victoria Nuland.
Das US-Verteidigungsministerium warnte vor einer Eskalation des Konfliktes. "Wir hoffen, dass sich die Situation entspannt", sagte Pentagon-Sprecher George Little. Die Türkei habe aber das Recht auf Selbstverteidigung. "Wir stehen an der Seite unserer türkischen Verbündeten", sagte Little.
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte sich ebenfalls beunruhigt über die wachsenden Spannungen gezeigt. Das mit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad verbündete Russland blockiert im UNO-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf, in dem die Handlungen Syriens als völkerrechtswidrig verurteilt werden.
Russland hat die Regierung in Ankara mit Nachdruck zur Zurückhaltung aufgerufen. "Wir hoffen sehr, dass die Türkei nicht mit einseitigen Schritten die Spannungen in der Region weiter anheizt", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Moskau am Freitag.
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