• vom 09.10.2012, 10:46 Uhr

Naher Osten - Aktuelle Berichte

Update: 09.10.2012, 15:34 Uhr
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Türkei verlegt Truppen an Grenze

Dutzende Tote bei Anschlag in Syrien



  • Österreichs Außenamt überreichte Forderungskatalog an syrischen Botschafter.

Zerstörte Gebäude in Homs am Sonntag. Die Stadt wurde erneut Opfer von Angriffen.

Zerstörte Gebäude in Homs am Sonntag. Die Stadt wurde erneut Opfer von Angriffen.APAweb/Reuters/Shaam News Network/Handout Zerstörte Gebäude in Homs am Sonntag. Die Stadt wurde erneut Opfer von Angriffen.APAweb/Reuters/Shaam News Network/Handout

Damaskus/Wien/Beirut. In Syrien haben Islamisten nach Angaben der Opposition nahe Damaskus einen Doppelanschlag auf den Provinzsitz des Geheimdienstes der Luftwaffe verübt und Dutzende Menschen getötet. Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge bombardierte die syrische Armee nur wenige Stunden nach den Anschlägen die Stadt Harasta. Unterdessen hat die Türkei weitere Militäreinheiten an die Grenze zu Syrien verlegt.

Wie die im Exil ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mitteilte, trafen am Montagabend zwei schwere Explosionen im Abstand von rund 20 Minuten das Gebäude in Harasta, rund zehn Kilometer nordöstlich der Hauptstadt. Dabei seien "Dutzende Menschen" getötet worden, sagte der Leiter der Stelle, Rami Abdel Rahman. Beobachter wiesen darauf hin, dass in dem Gebäudekomplex, der durch die Explosion stark beschädigt wurde, möglicherweise Regimegegner gefangen gehalten worden waren.

Die islamistische Gruppierung Al-Nusra-Front bekannte sich auf ihrer Facebook-Seite zu den Selbstmordanschlägen. Sie bezeichnete den Sitz des Luftwaffengeheimdienstes als "Hochburg der Tyrannei". Ein Attentäter habe ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in das Gebäude gesteuert, hieß es. Wenig später habe ein weiterer "Märtyrer" ein Fahrzeug zur Explosion gebracht, "um den Rest des Gebäudes zu zerstören und die Überlebenden zu töten", hieß es in dem Beitrag weiter. Daraufhin hätten Kämpfer der Gruppe zudem Granaten auf das Gebäude geworfen.

Den Angaben der Organisation zufolge gab es Dienstagfrüh auch wieder Angriffe in der Stadt Homs. Angriffe gab es demnach zudem auf mehrere Stadtteile der seit Monaten umkämpften Metropole Aleppo. In der Region Idlib nahe der Grenze zur Türkei wurden bei schweren Kämpfen in einem Dorf mindestens vier Aufständische und ein Kind getötet.

Unterdessen hat die Türkei weitere Militäreinheiten an die Grenze zu Syrien verlegt. So seien 25 zusätzliche Kampfflugzeuge auf einer Luftwaffenbasis im südostanatolischen Diyarbakir angekommen, berichteten mehrere Zeitungen am Dienstag unter Berufung auf Militärkreise. In den Grenzprovinzen Hatay und Sanliurfa wurden zudem Panzerverbände näher an die syrische Grenze gebracht. Auch in der Nähe der Grenzstadt Akcakale, wo vergangene Woche fünf Zivilisten beim Beschuss durch eine syrische Granate getötet worden waren, wurden die türkischen Grenztruppen demnach weiter verstärkt.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen rief die Türkei und Syrien am Dienstag zur Zurückhaltung auf. "Wir hoffen, dass alle Seiten Zurückhaltung zeigen und eine Eskalation der Krise vermeiden", sagte Rasmussen am Dienstag in Brüssel unmittelbar vor Beginn eines Treffens der NATO-Verteidigungsminister. "Ich bin überzeugt, dass der richtige Weg in Syrien in einer politischen Lösung liegt."

Rasmussen versicherte die Türkei erneut der Solidarität der anderen Verbündeten. Die Türkei sei das Opfer ungerechtfertigter Angriffe Syriens geworden: "Natürlich kann die Türkei auf die Solidarität der NATO vertrauen. Wir haben alle Pläne, um die Türkei nötigenfalls zu beschützen und zu verteidigen. Wir hoffen, dass das nicht nötig sein wird."

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon rief zugleich die syrische Führung zu einer sofortigen einseitigen Waffenruhe auf. Es sei "unerträglich", wie die Zivilbevölkerung unter den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen zu leiden habe, sagte Ban am Dienstag nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Francois Hollande in Paris.

Österreichs hat unterdessen den syrischen Botschafter in Österreich, Bassam Sabbagh, ins Außenamt zitiert und ihm eine offizielle Note mit Forderungen im Zusammenhang mit dem Konflikt in Syrien übergeben. In dem von Außenamts-Generalsekretär Johannes Kyrle überreichten Schreiben wird das Land unter anderem zur vollen Kooperation mit dem UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte (UNHCHR) aufgefordert. Das berichtete Außenminister Michael Spindelegger (V) am Dienstag im Anschluss an den Ministerrat.

Außerdem müsse dem UNHCHR voller Zugang ins Land gewährt werden, heißt es in der Note. Darüber hinaus wird verlangt, humanitären Helfern die Arbeit ohne Behinderungen zu ermöglichen. Auch Rot-Kreuz-Einrichtungen sowie Spitäler dürften nicht Ziel von Angriffen sein. Letzteres werde "aufs Schärfste verurteilt", sagte Spindelegger. Gefordert wird in der Note auch, dem Roten Kreuz Zugang zu Gefängnissen zu ermöglichen.




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Syrien

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-09 10:47:16
Letzte Änderung am 2012-10-09 15:34:11


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