• vom 17.02.2012, 18:31 Uhr

Umbruch in der Arabischen Welt

Update: 03.08.2012, 20:16 Uhr
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"Dann werde ich Märtyrerin sein"


Von WZ-Korrespondent Shams ul Haq

  • Friedensnobelpreisträgerin Karman wird von Al-Kaida mit dem Tod bedroht.

Tawakkul Karman.

Tawakkul Karman.© EPA Tawakkul Karman.© EPA

Sanaa. Radikale Islamisten haben die jemenitische Friedensnobelpreisträgerin, Journalistin und Oppositionspolitikerin Tawakkul Karman diese Woche zwei Mal wegen angeblicher Gotteslästerung mit dem Tod bedroht. Die Urheber der telefonischen Textmeldungen geben an, mit der Al-Kaida in Verbindung zu stehen. Die "Wiener Zeitung" hat mit Karman gesprochen.

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"Wiener Zeitung": Sie werden von der Al-Kaida mit dem Tod bedroht. Haben Sie Angst?

Tawakkul Karman: Die Drohung der Al-Kaida steht permanent im Raum, es ist nicht das erste Mal, dass ich von dieser Seite massiv unter Druck gesetzt werde. In der Zeit, als ich auf den Straßen von Jemen gegen das Regime demonstriert habe, bin ich davon ausgegangen, jederzeit erschossen zu werden. So Gott will, wird mir nichts geschehen. Sollte ich von der Al-Kaida ermordet werden, werde ich Märtyrerin sein. Ich fürchte mich nicht.

Was sagen Sie zu dem schlechten Image, das der Islam im Westen hat? Was zu der Rolle, die die Taliban in Afghanistan spielen, und zur Rolle der Al-Kaida?

Ich denke, der Islam und alle Religionen, das Christentum und der jüdische Glaube, haben einen positiven Wert. Aber nur dann, wenn sie von Freiheit, Würde, gleichen Bürgerrechten sprechen, alles Dinge, für die wir kämpfen. Ich denke nicht, dass die Taliban oder die Al-Kaida den Islam repräsentieren. Sie müssen ihre Ansichten, ihre Positionen und ihre Ideologie überdenken, weil sie ihre Religion, ihre Landsleute und die ganze Welt plagen.

Wie denken Sie über die aktuelle Lage in Syrien?

Es ist entsetzlich und schrecklich zu sehen, wie Staaten wie Russland und China, die dem Sicherheitsrat angehören, Diktaturen unterstützen. Wie können sie das tun? Es ist gegen ihre eigenen Interessen, ihre Interessen in der arabischen Region und den muslimischen Ländern und gegen ihre Interessen in der Welt. Warum haben sie diese Entscheidung getroffen? Es ist irrsinnig. Wir sind überzeugt, dass Russland und China für das Blutvergießen und die nachfolgenden Verbrechen, die Bashar al-Assad begehen wird, die Verantwortung tragen, weil sie ihm somit internationale Rückendeckung geben.

Welches wird das nächste Land mit einer Revolution sein? Algerien?

Ich glaube nicht an den Export von Revolutionen. Ich glaube, dass jeder, der für seine Freiheit kämpft und eine Revolution betreibt, jeder, der kämpft, gewinnen wird. Es ist etwas, das aus dem Inneren der Menschen kommt. Die Revolution kommt und sie wird wieder enden.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-02-17 18:38:04
Letzte Änderung am 2012-08-03 20:16:41


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