Bedrohte Tierarten
Die Ausbreitung des Menschen hat zur Ausrottung zahlreicher Pflanzen und Tierarten auf der Erde geführt. Seit 1966 werden Roten Listen über bedrohte Arten erstellt, die als Grundlage für den gesetzlichen Artenschutz in vielen Ländern gelten.
(Fotos: Anup Shah, Susan A. Mainka, David Lawson / alle WWF)


Wer schützt die Arten?


Von Gerald Jatzek (WZ Online)
  • Ein internationales Abkommen soll die Vielfalt des Lebens erhalten.

Das Artenschutzabkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of wild Fauna and Flora) ist eine internationale Vereinbarung aus dem Jahr 1975, die von den meisten Staaten unterzeichnet wurde. CITES umfasst Vorschriften zur Kontrolle des Handels mit bedrohten Arten. Zur Zeit listet das Abkommen etwa 30.000 Pflanzenarten und 5.000 tierische Species auf.

In Österreich gilt das Abkommen seit 1984.

CITES soll nicht den internationalen Handel mit Wildtieren und Wildpflanzen generell unterbinden, sondern durch internationale Kontrollen die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sicher stellen.

Daneben besteht allerdings ein überaus lukrativer Handel, der den Bestand der Arten gefährdet. Das Volumen des Marktes kann nur grob geschätzt werden. Experten sprechen von Summen jenseits der 10 Milliarden Dollar.

Zu den beliebtesten Produkten, die in die Industrienationen eingeführt werden, gehören lebende Tiere wie Papageien und Reptilien sowie geschützte Pflanzen, etwa Orchideen und seltene Kakteen. Nachgefragt werden darüber hinaus Luxusprodukte aus Reptilienleder, Pelzen und seltenen Hölzern, Korallen und Elfenbein. Dazu kommen hochpreisige Nahrungsmittel wie Kaviar aus geschützten Beständen sowie Kräuter und esoterische Heilmittel, die vor allem im asiatischen Raum beliebt sind, beispielsweise Pulver aus Tigerkrallen und Rhinocerushorn.

Gefährung auch in Österreich

Nicht immer wird freilich mit exotischen Species gehandelt. So ist der im Österreich heimische blaue-schwarze Alpenbock nicht nur aufgrund des geringer gewordenen Lebensraums gefährdet.

Zusätzlich setzen ihm Käfersammler zu, die das zierliche Insekt aufspießen und präparieren, um es bei Sammlertreffen gegen Käfer aus Asien und Afrika zu tauschen.

Der Überwachung und Dokumentation des illegalen Handels dient das Programm TRAFFIC (Trade Records Analysis of Flora and Fauna in Commerce). Die gemeinschaftliche Initiative der IUCN (Internationale Naturschutzunion) und des WWF ( World Wide Fund For Nature) arbeitet mit Regierungen im Bereich der Aufklärung, Überwachung und Konsumenteninformation zusammen.

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Schlagwörter

CITES, TRAFFIC, Artenschutz

Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-04-21 14:03:15
Letzte Änderung am 2015-10-13 17:07:55

Huronsee: Die gefährdetsten Arten leben im Süßwasser. - © US Fish and Wildlife Service

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Das Braunkehlchen ist laut Experten nur mit raschen Hilfsprogrammen zu retten. - © fotolia/mirkograul

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"Alte Feinde" bedrohen Arten3

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Viel mehr als der Klimawandel bedroht die Ausbeutung der Ressourcen die weltweite Vielfalt. weiter




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Abgesehen davon, dass es ohnehin seltsam ist, Schmetterlinge zu töten und aufzuspießen, sollte man das beim Purpurbären (Rhyparia purpurata) auf alle Fälle sein lassen. Die Art ist geschützt.

CITES

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