• vom 19.10.2015, 15:47 Uhr

Asyl

Update: 19.10.2015, 15:48 Uhr

Flüchtlinge

Tausende harren an kroatischer Grenze aus




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Von WZ Online, APA, red

  • In 24 Stunden rund 4.000 Neuankömmlinge in Presevo.
  • Grenzkontrollen in Österreich bis mindestens bis 4. November verlängert.

Belgrad. In der südserbischen Grenzstadt Presevo hat sich die Flüchtlingssituation immer noch nicht entspannt. In den vergangenen 24 Stunden wurden in der Kleinstadt an der Grenze zu Mazedonien rund 4.000 Neuankömmlinge registriert, berichtete der TV-Sender RTS am Montag. In Sid an der Grenze zu Kroatien warteten am Montagfrüh unterdessen gut 2.500 Menschen auf ihre Weiterreise nach Kroatien.

Am Sonntag sind nach Angaben von Melita Sunjic vom UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) etwa 2.000 Flüchtlinge in Sid angekommen, weitere 500 in der vergangenen Nacht. Die Situation sei äußerst angespannt. Viele Menschen hätten die ganze Nacht im Regen auf ihre Weiterreise gewartet und seien verzweifelt, sagte Sunjic gegenüber der APA. Die Flüchtlingsunterkunft in der Grenzstadt habe eigentlich nur Kapazitäten für 400 Menschen.

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Kroatien hat die Aufnahme von Flüchtlinge an der serbischen Grenze eingeschränkt, nachdem die Menschen nicht mehr nach Ungarn weiterreisen können und auch Slowenien nur begrenzt Menschen einreisen lässt. Rados Djurovic vom Belgrader Zentrum für Asyl-Hilfe glaubt jedoch, dass die kroatischen Behörden die Grenze nicht vollkommen schließen wird. Mit längeren Wartezeiten sei allerdings zu rechnen. Zuvor hätten sich Flüchtlinge nur etwa 24 Stunden in Serbien aufgehalten - die Verzögerung ihrer Weiterreise nach Kroatien wird demnach eine Herausforderung für die serbischen Behörden darstellen. Djurovic sagte im Gespräch mit der APA, dass die kroatischen Behörden auch nicht an einer Flüchtlingsroute über Bosnien interessiert sind. Die 800 Kilometer lange Grenze zu Kroatien sei kaum zu kontrollieren.

(K)ein Missverständnis zwischen Slowenien und Österreich?

Die slowenische Innenministerin Vesna Györkös Znidar hat am Montag ein Missverständnis mit Österreich über einen angeblichen Flüchtlings-Aufnahmestopp dementiert. Slowenien hatte in der Nacht mitgeteilt, dass Österreich bis auf Weiteres keine Flüchtlinge mehr aufnehme, das Innenministerium in Wien dementierte dies. "Da lag kein Missverständnis vor", betonte Györkös Znidar am Montag erneut vor Journalisten.

Sie habe Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Sonntag angerufen, um Informationen der slowenischen Polizei zu überprüfen, ob Österreich tatsächlich keine Flüchtlinge mehr aufnehme, sagte Györkös Znidar. "Die Ministerin hat mir gesagt, dass die Kapazitäten voll sind. Aufgrund dessen konnten wir nicht mehr erwarten, dass sie (Flüchtlinge, Anm.) aufnehmen werden", so die slowenische Innenministerin.

Grenzkontrollen bis 4. November verlängert

Die Grenzkontrollen in Österreich werden mindestens bis 4. November andauern. Eine entsprechende Verordnung hat das Innenministerium herausgegeben.

In einem Schreiben an die EU-Kommission wird betont, dass sich die Intensität der Kontrollen weiterhin "auf das für die Sicherheit notwendige Ausmaß" beschränken werde. Die Maßnahme sei aufgrund des "enormen Zustroms" von Drittstaatenangehörigen notwendig, um nicht eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung und inneren Sicherheit sowie eine Überlastung der Exekutive, der Rettungsdienste und der öffentlichen Infrastruktur zuzulassen.

Zwischen 5. September und 8. Oktober seien an der südöstlichen Landesgrenze 238.485 Personen aufgegriffen worden, von denen 9.017 einen Antrag auf öffentlichen Schutz gestellt hätten, werden die Grenzkontrollen auch mit Zahlen verteidigt.

Erstmals war eine entsprechende Verordnung am 16. September in Kraft getreten. Diese wurde nach zehn Tagen um weitere 20 Tage verlängert, womit die Kontrollen ohne Verlängerung Mitte Oktober ausgelaufen wären. Nach der Entscheidung Deutschlands, die eigenen Kontrollen fortzusetzen, zog Österreich kurz danach nach.




Schlagwörter

Flüchtlinge, Kroatien

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