• vom 31.10.2014, 13:00 Uhr

Europas Grenzen

Update: 05.11.2014, 16:41 Uhr

Festung Europa

"Österreich ist sehr aktiv bei Frontex-Operationen"




  • Artikel
  • Lesenswert (18)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Eva Zelechowski

  • Die Rettungsmission "Mare Nostrum" läuft aus, der EU-Einsatz "Triton" will primär Flüchtlinge abhalten.
  • Die Grenzschutzagentur Frontex im Interview.

Mitte September 2014: Ein Boot von "Mare Nostrum" hat etwa 300 Männer auf See aufgegriffen und sicher ans Ufer in Pozzallo im Süden Siziliens gebracht. Die Mission soll eingestellt werden. - © Wiener Zeitung / Eva Zelechowski

Mitte September 2014: Ein Boot von "Mare Nostrum" hat etwa 300 Männer auf See aufgegriffen und sicher ans Ufer in Pozzallo im Süden Siziliens gebracht. Die Mission soll eingestellt werden. © Wiener Zeitung / Eva Zelechowski

Mit solchen einfachen Holzbooten überqueren Hunderte Menschen täglich das Mittelmeer. Einige davon werden - wie zur Abschreckung - am Hafen von Sizilien abgelegt. "Die Zerstörung der Boote ist umweltpolitisch und rechtlich gesehen sehr komplex", sagt die Frontex-Mitarbeiterin Ewa Moncure im Interview.

Mit solchen einfachen Holzbooten überqueren Hunderte Menschen täglich das Mittelmeer. Einige davon werden - wie zur Abschreckung - am Hafen von Sizilien abgelegt. "Die Zerstörung der Boote ist umweltpolitisch und rechtlich gesehen sehr komplex", sagt die Frontex-Mitarbeiterin Ewa Moncure im Interview.© Wiener Zeitung / Eva Zelechowski Mit solchen einfachen Holzbooten überqueren Hunderte Menschen täglich das Mittelmeer. Einige davon werden - wie zur Abschreckung - am Hafen von Sizilien abgelegt. "Die Zerstörung der Boote ist umweltpolitisch und rechtlich gesehen sehr komplex", sagt die Frontex-Mitarbeiterin Ewa Moncure im Interview.© Wiener Zeitung / Eva Zelechowski

Das monatelange Zetern Italiens mit Brüssel um effiziente  Migrantenabschirmung unter Beteiligung der Grenzschutzagentur Frontex hat Früchte getragen. Am Samstag, den 1. November, startet die von Frontex koordinierte EU-Operation "Triton". Die Rettungsmission "Mare Nostrum" wird nach den Worten des italienischen Innenministers Angelino Alfano bald auslaufen. In Pratica di Mare, südlich von Rom, befindet sich die Koordinierungsstelle des Einsatzes in einem Hauptquartier der italienischen Luftwaffe. Die Schiffe starten von Lampedusa und der sizilianischen Stadt Porto Empedocle. Mit Frontex sprach die "Wiener Zeitung" über die zentralen Unterschiede zu "Mare Nostrum" und die österreichische Beteiligung am EU-Einsatz "Triton".

"Wiener Zeitung": Wenn der Fokus der neuen Operation bei Grenzsicherung liegt: Was passiert, wenn "Triton"-Schiffe ein Flüchtlingsboot sichten? Push-Backs (auf See) sind ja illegal.

Ewa Moncure:
Wir verständigen die nationale Koordinationsstelle und es werden Rettungsboote ausgeschickt, um die Flüchtlinge sicher zum italienischen Hafen zu bringen. Hier ändert sich nichts. Dann können die Migranten entweder Asyl beantragen oder weiterreisen. Bilaterale Kooperationen haben wir zum Beispiel mit Ägypten, also werden ägyptische Geflüchtete abgeschoben.

Information

Die Einstellung von "Mare Nostrum" ist beschlossen und soll in einer Auslaufphase von zwei Monaten langsam zu Ende gehen. Als offizielles Ende ist der 1. Jänner 2015 vorgesehen.


Können Sie uns genaueres zum Ablauf der Einsätze sagen?

Genau wie bei jeder anderen Frontex-Operation übernehmen wir lediglich die Koordination. In diesem Fall hat Italien die Leitung und gab vorab seine Anforderungen an uns weiter: Welche technische Ausrüstung, wie viele Schiffe und Flugzeuge sowie Experten benötigt werden.

Bekannt ist bis jetzt, dass der Einsatz mit sechs Schiffen und zwei Flugzeugen startet. Wer stellt diese?

Italien stellt die Hälfte der Flotte zur Verfügung, Island liefert ein Schiff und Finnland ein Flugzeug.

Welche Rolle spielt Österreich bei "Triton"?

Österreich beteiligt sich seit jeher sehr aktiv an Frontex-Operationen. Besonders in Form von Experten, die über sehr viel Erfahrung und Kompetenzen bei Interviews mit Flüchtlingen verfügen. Im Zuge von "Triton" werden sie die Migranten nach ihrer Ankunft ausführlich befragen, um mehr über die schleusenden Personen und die dahinter stehenden Netzwerke zu erfahren. Sie sind eine große Unterstützung für die italienischen Behörden.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2014-10-31 13:01:43
Letzte nderung am 2014-11-05 16:41:43



FAQ: Frontex-OP "Triton"


Werbung




Twitter Wall



Werbung


Werbung