• vom 11.09.2014, 08:31 Uhr

Autismus

Update: 11.09.2014, 08:57 Uhr

Kongress

Stiefkind Autismustherapie




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  • 80.000 Betroffene in Österreich - Kongress am 20. und 21. September in Wien.

Wien. Rund 80.000 Menschen in Österreich leiden an Autismus. Es bedarf oft Jahre bis zu einer gesicherten Diagnose - ein langer Weg vor allem für Eltern von betroffenen Kindern, die von Arzt zu Arzt rennen müssen. Während sich andere Länder in der Therapie weiterentwickelt haben, steht Österreich eher als Stiefkind da, kritisierte Iris Bosich, die im September einen Autismuskongress in Wien veranstaltet.

Bosich ist alleinerziehende Mutter eines von der Störung betroffenen Kindes. Vor einem Jahr wurde Autismus bei ihrem vierjährigen Sohn festgestellt. Seither kämpft die Frau um die bestmögliche Behandlung für ihr Kind, was gerade in Österreich nicht sehr einfach ist. "Warum werden meinem Kind dieselben veralteten Therapien angeboten wie vor 25 Jahren?", so Bosich. Neue Therapien würden in Österreich noch nicht anerkannt.


Daher muss Bosich autismusspezifische Behandlungen, die in anderen Ländern bereits State-of-the-Art sind, aus der eigenen Tasche bezahlen. "Als alleinerziehende Mutter eines autistischen Kindes gebe ich monatlich 480 Euro nur für Therapien aus, von den zusätzlichen Aufwand- und Mehrkosten ganz zu schweigen." Für betroffene Kinder vergehe oft kostbare Zeit, obwohl gerade da die Frühförderung wichtig sei.

Für rasche Diagnose und Hilfe
Bosich will anderen Betroffenen helfen und veranstaltet deshalb am 20. und 21. September in der Aula der Wissenschaft in der Wiener City den Autismuskongress mit zahlreicher Expertenbeteiligung wie Mediziner, Psychologen, Pädagogen, Therapeuten sowie Betroffenen (Informationen unter: www.autismuskongress.at). "Ziel ist es, dass all das existierende Wissen über die Diagnose Autismus fachgerecht ausgetauscht, vermittelt und die dafür notwendigen Therapien umgesetzt werden können", so Bosich. "Unsere Kinder sollen jetzt und in Zukunft so schnell wie möglich Hilfe bekommen. Ebenso ist es notwendig, die Problematik der als veraltetet anerkannten Therapien anzusprechen." Der letzte große Kongress zu dem Thema fand laut Bosich vor über elf Jahren statt.

Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die von Geburt an vorliegt und in den ersten Lebensjahren auftritt. Der autistische Mensch "ist einem Chaos verschiedener Sinneseindrücke ausgeliefert, was oft zu unverständlichen Verhaltensweisen führt", erklärt die Österreichische Autistenhilfe. Die Störung äußert sich hauptsächlich durch eine Beeinträchtigung der Beziehungs- und Kommunikationsfähigkeit. Darüber hinaus sind motorische, kognitive und affektive Funktionen betroffen.




Schlagwörter

Kongress, Autismus

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Dokument erstellt am 2014-09-11 08:35:03
Letzte ─nderung am 2014-09-11 08:57:59



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