• vom 24.07.2015, 16:02 Uhr

Autismus

Update: 14.12.2015, 12:46 Uhr

Tierverhalten

Lernen von den Eigenbrötlern




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Von Kerstin Viering

  • Viele Säugetiere bevorzugen ein Single-Dasein. Ihre Biologie könnte Rückschlüsse auf menschliches Verhalten erlauben.

Männliche Weißrüssel-Nasenbären finden Gruppenstress völlig unzumutbar. - © Corbis/Lars-Olof Johansson

Männliche Weißrüssel-Nasenbären finden Gruppenstress völlig unzumutbar. © Corbis/Lars-Olof Johansson

Berlin. Frauen können so anstrengend werden! Auch unter Bonobo-Männern scheint das ein bekanntes Phänomen zu sein. Gute Beziehungen zum anderen Geschlecht zu pflegen, ist für die geselligen Menschenaffen mit psychischem Stress verbunden. Dies zeigt eine Studie, die Martin Surbeck mit Kollegen vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig durchgeführt hat.

Warum also nicht lieber ein entspannter Single bleiben und den Kontakt zum anderen auf die Paarungszeit beschränken? Tatsächlich ist das unter Säugetieren eine übliche Strategie. Viele Arten vom Gürteltier bis zum Eichhörnchen, vom Braunbären bis zum Orang-Utan haben für die Gesellschaft ihrer Partner wenig übrig. Doch ein solches Leben ist herausfordernd. In letzter Zeit haben Verhaltensforscher immer neue Details über den Alltag und die Anpassungen der tierischen Einzelgänger herausgefunden.


Einige Arten flexibel
Männliche Weißrüssel-Nasenbären denken gar nicht daran, sich Gruppenstress zuzumuten: Sie sind Einzelgänger aus Prinzip. Warum aber leben dann die Weibchen in Gruppen? Offenbar muss man sich Ungeselligkeit leisten können, meint Matthew Gompper von der University of Missouri in Columbia. Wenn einem Männchen der Magen knurre, könne es mit einer ganz einfachen Strategie Abhilfe schaffen: "Finde Futter wie etwa reife Früchte, friss so viel wie möglich davon, und jage andere Interessenten weg."

Für die kleinen Weibchen ist das keine Option. "Sie können nicht gewinnen, wenn sie allein auf ein Männchen losgehen." Also setzt das schwächere Geschlecht auf die Stärke der Gruppe, um sich durchzusetzen. Zwar müssen die Weibchen die Beute untereinander aufteilen. Das ist immer noch besser, als wenn sie erst gar keine erobern können. Zumal hat Geselligkeit weitere Vorteile.

Bei so vielen wachsamen Augen ist etwa die Chance besser, Feinde rechtzeitig zu entdecken. So landen die Mitglieder der Frauen-WGs seltener im Magen von Pumas als die männlichen Einzelgänger. Es sind auch immer hilfreiche Pfoten in der Nähe, die Parasiten aus dem Fell klauben können. Das ist wohl der Grund dafür, dass Weibchen deutlich seltener von Zecken geplagt werden als Männchen. Dafür leiden sie häufiger an durch Milbenlarven ausgelöste Hautentzündungen.

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Dokument erstellt am 2015-07-24 16:05:05
Letzte nderung am 2015-12-14 12:46:11



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