• vom 03.09.2017, 09:09 Uhr

Autostopp


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Zumindest haben wir nicht randaliert




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Von Bettina Figl

  • Wer in Neuseeland per Autostopp voran kommen will, braucht viel Geduld.

Berge und endlose Schafweiden: In Neuseeland gibt es mehr Schafe als Menschen.

Berge und endlose Schafweiden: In Neuseeland gibt es mehr Schafe als Menschen.© Flickr / Creative Commons / CameliaTWU Berge und endlose Schafweiden: In Neuseeland gibt es mehr Schafe als Menschen.© Flickr / Creative Commons / CameliaTWU

Per Anhalter durch Neuseeland - das ist, wenn man schnell von A nach B kommen will, keine gute Idee. Ein Franzose streckte im Vorjahr in Punakaiki vier Tage lang erfolglos den Daumen raus. Das ist frustrierend, seine Reaktion darauf aber dennoch befremdlich: Der Mann begann aus Zorn, Straßenschilder zu demolieren, riss ein Straßenschild aus der Verankerung und schmiss es in einen Fluss. Ein anderes Schild traktierte er mit Steinen als Wurfgeschossen. In Greymouth wurde ihm daraufhin der Prozess gemacht, der Wutausbruch kam ihm teuer zu stehen: Die Reparatur der Schilder kostete 3000 neuseeländische Dollar (fast 2000 Euro). Da hätte er sich auch ein Busticket leisten können.

Als ich diese Meldung aus dem Vorjahr in den Nachrichten las, musste ich sofort an mein eigenes Stopp-Erlebnis im Westen der Südinsel Neuseelands vor zehn Jahren denken. Wir waren zu zweit unterwegs, Anfang 20, hatten viel Zeit und wenig Geld. Er Deutscher, ich Österreicherin. Kennengelernt hatten wir uns in der Jugendherberge, wir wollten vom Fox Gletscher nach Queenstown.

Information

Bettina Figl ist Online-Redakteurin der "Wiener Zeitung".

Dass die Straßen der Südinsel Neuseelands nicht gerade stark befahren sind, hatten wir - wie wahrscheinlich der Franzose auch - nicht bedacht. Stündlich fuhren vielleicht ein oder zwei Autos an uns vorbei. Zum Glück waren wir zu zweit, und hatten eine Flasche Weißwein dabei. Das half, die Stunden verstrichen nicht ganz so langsam - wer weiß, sonst hätten wir vielleicht auch zum Randalieren begonnen. Wir übten uns stattdessen in Geduld, und kurz vor Einbruch der Dunkelheit blieb eine Autofahrerin stehen und nahm uns mit.

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Schlagwörter

Autostopp, Autostoppen, Neuseeland

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-21 16:37:22
Letzte ─nderung am 2017-08-29 15:42:06



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