Mit ihrem Spielfilmdebüt "Spanien" hat es die Wienerin Anja Salomonowitz gleich auf die Berlinale geschafft. Der Film ist einer der beiden österreichischen Beiträge in der Programmsektion "Forum".
Die Idee für den Film kam Salomonowitz im Zuge von Recherchen für eine Dokumentation über binationale Paare. "Ich habe es als so brutal empfunden, dass die Fremdenpolizei einfach Familien zerstört", erzählt sie im Video-Interview mit der "Wiener Zeitung".
Im Mittelpunkt der Liebesgeschichte stehen ein Flüchtling, der auf seinem Weg nach Spanien in Österreich hängenbleibt, und eine Ikonenmalerin, die sich nach und nach ineinander verlieben. Nicht zuletzt die Farbwelt hinterlässt einen bleibenden Eindruck, ein eigenes Universum in den unterschiedlichsten Braun-Tönen. "Ich möchte, dass man in meine Filme richtig eintauchen kann", sagt Salomonowitz, die jedem ihrer Streifen eine Farbe zuordnet.
Trotz der scheinbaren Künstlichkeit bleibt "Spanien" stets in der Realität verankert und in Wien verortet, mit einem verzweifelten Fremdenpolizisten als Antagonisten und einem spielsüchtigen Kranfahrer, der die Schicksale aller Beteiligten auf ungewöhnliche Weise miteinander verknüpft. In den Hauptrollen agieren für das österreichische Kino vergleichsweise unbekannte Gesichter, etwa Cornelius Obonya und Lukas Miko oder Tatjana Alexander. Mit dem Franzosen Gregoire Colin, einer sehr präsenten Figur, konnte zudem ein Darsteller aus dem engeren Umfeld von Claire Denis gewonnen werden.
Salomonowitz hat sich bisher als Dokumentaristin einen Namen gemacht, nicht zuletzt mit ihren Arbeiten "Das wirst du nie verstehen" und "Kurz davor ist es passiert". Für das Drehbuch arbeitete sie mit dem Autor Dimitre Dinev zusammen, der auch autobiografische Fluchterlebnisse einfließen ließ.
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