• vom 11.02.2012, 15:00 Uhr

Berlinale

Update: 12.02.2012, 15:13 Uhr
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Langspielfilmdebüt "Kuma"

Österreichischer Film eröffnete "Panorama"


Von Alexandra Zawia und Matthias Greuling, Berlin

  • Geschichte einer Freundschaft am Schnittpunkt zwischen Generationen und Kulturen.
  • Interview mit Regisseur Umut Dag.

"Kuma" ist Türkisch und bedeutet "Zweitfrau" - der Film des kurdisch-österreichischen Regisseurs Umut Dag behandelt das Schicksal einer solchen. - Wega Film, Wien

"Kuma" ist Türkisch und bedeutet "Zweitfrau" - der Film des kurdisch-österreichischen Regisseurs Umut Dag behandelt das Schicksal einer solchen. Wega Film, Wien

Mit seinem Langspielfilmdebüt "Kuma", der Geschichte von der Freundschaft zwischen zwei Frauen einer türkischen Familie in Wien in einer Schnittfläche von Generationen und Kulturen, durfte der österreichisch-kurdische Regisseur Umut Dag die Reihe Panorama eröffnen.

Information

Der Film
Fatma, eine Mutter mit Prinzipien, die für die Familie alles ist und Ayse, einem Mädchen aus Anatolien, dem neuesten Familienmitglied. Diese Freundschaft wird auf die Probe gestellt, als ein Schicksalsschlag Ayse mehr von der Welt um sie herum entdecken lässt. ("Kuma" ist Türkisch und bedeutet "Zweitfrau".)

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Wiener Zeitung: Sie stellen zwei Frauen in den Mittelpunkt Ihres Films. Was hat Sie an der weiblichen Perspekitve dieser Geschichte interessiert?

Umut Dag: Für mich haben Frauen prinzipiell die spannenderen Geschichten zu erzählen. Das sage ich jetzt nicht aus einem plumpen Gender-Gedanken heraus, sondern weil es in der Filmgeschichte einfach viel weniger Filme über Frauen gibt. 95% der Filme handeln von Männern, wo Frauen nur Zierde sind, das haben sie nicht verdient. Es war mir wichtig, in Kuma den Männern so viel Raum zu geben, wie normalerweise den Frauen in anderen Filmen eingeräumt wird. Mein Ansatzpunkt hier war die Mutterfigur. Eine Mutterfigur, die veraltete Wertvorstellungen hat, an denen sie festhält. Wertvorstellungen, die für sie der einzige Anker sind, weil sie sie für die richtigen hält, mit denen sie ihre Familie beschützen kann. Das Phänomen der Zweitfrau habe ich aus der Türkei gekannt, auch wenn es keine gängige Situation ist. Ich dachte mir, dass es auch Fälle geben muss, wo die Frau für die Familie eine zweite Frau holt. Das schien mir ein sehr packender Gedanke, weil die türkische Gesellschaft noch stärker als andere sehr für den Schein nach außen hin lebt. Es geht sehr stark darum, was hat eine Familie erreicht? Ist die Familie stolz auf ihre Kinder? Was repräsentiert man nach außen hin?

Unweigerlich drängt sich die Frage nach dem Einfluss Ihrer eigenen Herkunft auf...

Den gibt es aber nicht. Ich bin in Wien als Sohn kurdischer Eltern, die aus der Türkei stammen, geboren. Mein Vater war Arbeiter, meine Mutter Hausfrau. Ich bin im 20. Bezirk in einem Migranten-Arbeiterviertel aufgewachsen und komme aus keiner künstlerischen Familie. Es ist also ein kleines Wunder, dass ich nun mit einem Film dastehe, der in Berlin läuft. Aber all das war nicht ausschlaggebend für meinen Film.

"Kuma" ist ein Film, der über eine geschlossene Gesellschaft innerhalb der österreichischen Gesellschaft erzählt.

Das ist ein prinzipielles Thema, das Zuwanderung mit sich bringt, aber kein kulturspezifisches Phänomen. Wir sind in Wien, es ist eine Debatte, die aktuell bleiben, zumindest noch ein, zwei Generationen dauern wird. Leider.

Ihr vorangeganner, mittellanger Film "Papa" hatte einen plötzlich alleingelassenen Vater im Mittelpunkt -  interessiert sie das Aufbrechen von Rollenstrukturen?

Mich interessiert primär das, was ich nicht verstehe. Alles, was ich nicht nachvollziehen kann, was mir fremd ist, in das will ich mich oft hineinarbeiten. Dann ist natürlich auch die Familie ein Feld, aus dem ich Inspirationen hole. Wenn man versucht, eine Geschichte zu erzählen, muss man ja auch darauf achten, was man selber mitfühlen kann, wo man selber eine Verbindung hat.

Was meint der Begriff  "Migrantenkino" für Sie?
Ich kenne ihn, finde ihn aber nicht unbedingt benutzenswert. Ich denke nicht darüber nach, was für ein Kino ich als kurdischer Österreicher ins Kino bringen will. Das ist nicht der Grundgedanke, der mich zum Erzählen motiviert. Mir ist ein authentisches, wahrhaftiges Erzählen im Sinne von Emotion wichtig. Ich will mitfühlen und mitzittern mit den Darstellern.

Lesen Sie das Interview in voller Länge zum Kinostart von "Kuma" im April.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-02-11 12:47:57
Letzte Änderung am 2012-02-12 15:13:36


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