Berlin. "Es war für mich eine neue Erfahrung, am Ende loszulassen", sagt Christian Petzold im Gespräch mit der Wiener Zeitung über seinen Wettbewerbsbeitrag "Barbara". "Im Vergleich zu meinen anderen Filmen entgleiten mir die Protagonisten hier zum Schluss bewusst, und ich als Autor lasse sie alleine." Zum Schluss, das ist, nachdem die Hauptfigur Barbara (Nina Hoss) sich gerade entschieden hat, zu DDR-Zeiten doch nicht in den Westen zu flüchten und stattdessen bei ihrer neu gefundenen Liebe, einem Landarzt – und bei ihrer Eigenständigkeit - im Osten bleiben will. "Im Westen wartet ein sorgloses Leben auf sie", erklärt Petzold. "Ihr Wessie-Liebhaber verspricht ihr: Du kannst ausschlafen, du musst nichts mehr arbeiten.
Aber gerade das ist es ja, was Barbara nicht ist. Sie definiert sich ja auch über ihren Beruf, sie will unabhängig sein." Warum es immer starke Frauenfiguren sind, die bei Petzold im Mittelpunkt stehen, weiss er eigentlich selbst nicht, wie er sagt: "Darüber sollten wir wirklich einmal ausführlich sprechen. Aber ich denke, ich suche vor allem das, was ich nicht bin. Ausserdem werden Frauen in Filmen oft einfach exploitiert, da wird sich 120 Minuten lang an ihnen geweidet. Meine Frauenfiguren gehören mir nicht. Sie sind in einem Exil und versuchen meist, aus diesem Exil heraus, Zugang zur Welt zu finden."
Mit "Barbara" sein erstes so genanntes Period-Piece gemacht zu haben, fand er eine "sensuelle Herausforderung", so Petzold: "Wir bauen ja nicht die großen Kulissen nach. In diesem Film haben wir die DDR durch die kleinsten Details rekonstruiert. Die Farben, die Kleidung, die Art, wie Menschen miteinander kommunizieren."
Auch Petzolds nächster Film beschäftigt sich mit deutscher Geschichte: "Eine Frau will nach ihrem Aufenthalt in Auschwitz 1945 wieder ihr Leben zurück".
(fan) In den 1970er und frühen 1980er Jahren zog das Indie-Kino auch im Horror-Genre kräftig gegen die Tabus der US- Filmindustrie zu Felde...
weiter
Es ist ein verführerischer Text. Es gibt eine Theaterfassung des "Großen Gatsby", in der ein Schauspieler in einem Büro-Setting das ganze Buch...
weiter
"No" ist der vierte Film des 36-jährigen chilenischen Regisseurs Pablo Larraín und der dritte in seiner Reihe von Filmen über die Ära des Diktators...
weiter
Cannes. Ein wenig irritierend wirkt es immer noch: Das prestigeträchtigste Festival der Welt eröffnet heute tatsächlich nicht mit einer Weltpremiere...
weiter
Unter dem Titel "Content Award" sucht die Technologieagentur der Stadt Wien (ZIT) alljährlich Computerspiele, Kurzfilme und Installationen...
weiter