• vom 15.02.2012, 16:54 Uhr

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Update: 15.02.2012, 18:46 Uhr
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"Meine Frauenfiguren gehören mir nicht"


Von Alexandra Zawia aus Berlin

  • Christian Petzold über seinen Wettbewerbsbeitrag "Barbara" und seinen neuen Fim.

Interview mit Christian Petzold

Berlin. "Es war für mich eine neue Erfahrung, am Ende loszulassen", sagt Christian Petzold im Gespräch mit der Wiener Zeitung über seinen Wettbewerbsbeitrag "Barbara". "Im Vergleich zu meinen anderen Filmen entgleiten mir die Protagonisten hier zum Schluss bewusst, und ich als Autor lasse sie alleine." Zum Schluss, das ist, nachdem die Hauptfigur Barbara (Nina Hoss) sich gerade entschieden hat, zu DDR-Zeiten doch nicht in den Westen zu flüchten und stattdessen bei ihrer neu gefundenen Liebe, einem Landarzt – und bei ihrer Eigenständigkeit - im Osten bleiben will. "Im Westen wartet ein sorgloses Leben auf sie", erklärt Petzold. "Ihr Wessie-Liebhaber verspricht ihr: Du kannst ausschlafen, du musst nichts mehr arbeiten.

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Aber gerade das ist es ja, was Barbara nicht ist. Sie definiert sich ja auch über ihren Beruf, sie will unabhängig sein." Warum es immer starke Frauenfiguren sind, die bei Petzold im Mittelpunkt stehen, weiss er eigentlich selbst nicht, wie er sagt: "Darüber sollten wir wirklich einmal ausführlich sprechen. Aber ich denke, ich suche vor allem das, was ich nicht bin. Ausserdem werden Frauen in Filmen oft einfach exploitiert, da wird sich 120 Minuten lang an ihnen geweidet. Meine Frauenfiguren gehören mir nicht. Sie sind in einem Exil und versuchen meist, aus diesem Exil heraus, Zugang zur Welt zu finden."

Mit "Barbara" sein erstes so genanntes Period-Piece gemacht zu haben, fand er eine "sensuelle Herausforderung", so Petzold: "Wir bauen ja nicht die großen Kulissen nach. In diesem Film haben wir die DDR durch die kleinsten Details rekonstruiert. Die Farben, die Kleidung, die Art, wie Menschen miteinander kommunizieren."

Auch Petzolds nächster Film beschäftigt sich mit deutscher Geschichte: "Eine Frau will nach ihrem Aufenthalt in Auschwitz 1945 wieder ihr Leben zurück".


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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-02-14 19:29:12
Letzte Änderung am 2012-02-15 18:46:32


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