Bern/Berlin. Die religiöse Beschneidung bei Juden und Muslimen sorgte in den vergangenen Wochen für hitzige Debatten in Deutschland. Nun hat die Kontroverse auch die Schweiz erreicht: Am Kinderspital in Zürich werden bis auf Weiteres keine religiös begründeten Beschneidungen mehr durchgeführt.
Man wolle das Thema intern überprüfen und sich Klarheit darüber verschaffen, ob solche Eingriffe - bei denen die Burschen zu klein sind, um ihr Einverständnis geben zu können - künftig weiterhin vertretbar seien, so ein Sprecher des Krankenhauses.
Stein des Anstoßes war ein Urteil des Kölner Landgerichts, das bei Juden und Muslimen übliche Beschneidung kürzlich als Körperverletzung bewertet hatte. Als Reaktion darauf verabschiedete der deutsche Bundestag mit breiter Mehrheit am Donnerstag eine Resolution, wonach eine "medizinisch fachgerechte Beschneidung ohne unnötige Schmerzen" zulässig sein soll. Der Bundestags-Beschluss hat lediglich symbolischen Wert. Mit der Resolution wird die Bundesregierung in Berlin aufgefordert, bis zum Herbst eine gesetzliche Regelung vorzulegen.
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