St. Pölten. Niederösterreichs Bildungslandesrat Karl Wilfing (ÖVP) sieht den Gesetzesentwurf zur Neuen Mittelschule (NMS) als Schritt in die richtige Richtung, forderte in einem Pressegespräch am Montag jedoch wesentliche Schwerpunkte der "NÖ Mittelschule" ein. Die Schulen im Bundesland würden "flexibel, engagiert und schülerzentriert" arbeiten. Das sollte ins Bundesgesetz einfließen.
Laut Wilfing geht es unter anderem um Flexibilität bei der zeitlichen Unterrichtsgestaltung, den Erhalt von Merkmalen des niederösterreichischen Schulversuchs wie Kinder-Eltern-Lehrer-Gespräche, um ein gleichwertiges Zeugnis analog zum Gymnasium sowie um Möglichkeiten zur Kooperation von Standorten. Darüber hinaus dürften die dem Gesetz folgenden Verordnungen und Durchführungsbestimmungen die Flexibilität der einzelnen Schulstandorte keinesfalls einschränken.
Mit 2011/12 gibt es im Bundesland 78 "NÖ Mittelschulen" mit 8557 Schülern in 424 Klassen. Weitere 72 Hauptschulstandorte haben sich "auf den vorbereitenden Weg gemacht". Sie sollen 2012/13 mit voraussichtlich 137 Klassen "NÖ Mittelschule" werden, die als Schwerpunkt eine innere Differenzierung (Zweilehrersystem in den Hauptgegenständen) und Individualisierung in allgemeinbildend oder berufsorientiert ab der 7. Schulstufe hat. Die Bildungs- und Berufsentscheidung im Alter von 14 Jahren werde damit "optimal vorbereitet", so Wilfing.
150 "NÖ Mittelschulen" ab 2012/13 seien gleichbedeutend mit 56,8 Prozent aller Standorte im Schulversuch, merkte Landesschulratspräsident Hermann Helm an. Ab 2015/16 werde es in Niederösterreich keine Hauptschule mehr geben.