• vom 23.05.2012, 16:10 Uhr

Cannes 2013

Update: 28.04.2013, 20:40 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Kristen, Kirsten und Kylie an der Croisette


Von Sabine Glaubitz und Aliki Nassoufis, dpa

  • Kristen Stewart kommt in hautenger gelber Hose, Kirsten Dunst im verspielten Spitzenkleid.
  • Und Kylie Minogue stellt "Holy Motors" vor

Kristen Stewart (links im Bild) und Kirsten Dunst ....

Kristen Stewart (links im Bild) und Kirsten Dunst ....APAweb/ REUTERS/Jean-Paul Pelissier Kristen Stewart (links im Bild) und Kirsten Dunst ....APAweb/ REUTERS/Jean-Paul Pelissier

Cannes. Vor sieben Jahren war Kristen Stewart noch eine unbekannte Schauspielerin. Ihr weltweiter Erfolg mit der Vampir-Saga "Twilight" kam erst später - und doch bat Regisseur Walter Salles die Jugendliche damals, in seinem neuen Film über Jack Kerouac mitzuspielen. Das Projekt zog sich zwar noch hin und Stewart wurde in der Zwischenzeit ein Star, doch bei den Filmfestspielen Cannes stellte die mittlerweile 22-Jährige das Werk nun vor. Mit ihr in Südfrankreich: Kirsten Dunst, Viggo Mortensen und Sam Riley, der Ehemann der deutschen Schauspielerin Alexandra Maria Lara.

Jack-Kerouac-Verflimung

Salles, der mit Filmen wie "Die Reise des jungen Che" bekannt wurde, legt mit "On the Road" ein Roadmovie vor, schließlich sind seine Protagonisten fast die ganze Zeit unterwegs durch die USA. Sie reisen per Anhalter, Bus, eigenem Auto, und es geht nach Denver, New York und San Francisco. Der Brite Sam Riley spielt die Jack-Kerouac-Figur Sal Paradise. Der Schriftsteller ist eng befreundet mit Dean (gespielt von Garrett Hedlund), der wiederum zwischen den beiden Frauen Marylou (Stewart) und Camille (Dunst) hin-und herschwirrt.

und Kylie Minogue, im Rampenlicht.

und Kylie Minogue, im Rampenlicht.APAWEB/ REUTERS/Yves Herman und Kylie Minogue, im Rampenlicht.APAWEB/ REUTERS/Yves Herman

"Je weiter man sich von seinen Wurzeln, seinem Ausgangspunkt entfernt, desto mehr lernt man möglicherweise, wer man ist, wo man her kommt, und irgendwann dann auch, wer man sein will", erklärte Salles über das konstante Unterwegssein seiner Figuren. Viggo Mortensen, der William S. Burroughs verkörpert, sah Parallelen zwischen dem Buch und der Gegenwart. Damals wie heute gehe der Protest gegen das Bestehende von der jungen Generation aus, sagte er.

Während Jack Kerouac mit seinem Buch "On the Road" über seine Reise-Erfahrungen durch die USA jedoch die Literaturwelt revolutionierte, schafft es Salles nicht, wirklich zu fesseln. Wo Kerouacs Roman fast ohne Punkt und Komma eine Atemlosigkeit erzeugte, plätschert Salles' "On the Road" mehr als zwei Stunden lang nur so dahin und zeigt die Männer immer wieder beim Rauchen, beim Sex, beim Rumhängen. Doch was treibt sie an? Wie entwickeln sie sich über die Jahre? Wirklich deutlich wird das alles nicht.

Jubelhymnen

Mehr Eindruck hinterließ der Franzose Leos Carax mit seinem Wettbewerbsbeitrag "Holy Motors". Bettlerin, Geschäftsmann, dreckiger Wicht aus der Kanalisation, außerirdisches Wesen, Familienvater: Ein Mann, der in 24 Stunden mehrmals seine Identität wechselt. Das ist vielleicht das einzige Konkrete, was sich über "Holy Motors" sagen lässt. Wer dieser Mann ist und was der Film aussagen will, bleibt nach fast zwei Stunden ein Rätsel.

Denis Lavant spielt diesen Monsieur Oscar und entpuppt sich dabei als erstaunlicher Verwandlungskünstler. Die weiteren Rollen sind mit weiblichen Stars wie Eva Mendes und Kylie Minogue besetzt, von denen sich jedoch nur Sängerin Minogue in Cannes blicken ließ. Auch Michel Piccoli taucht in "Holy Motors" kurz auf, bleibt aber angesichts von Lavants wildem Spiel eher im Hintergrund. Dessen Darstellung und Caraxs ("Die Liebenden von Pont-Neuf") Bilder prägten sich ein - was einige Kritiker abstieß, auffällig viele aber zu Jubelhymnen hinriss.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-23 16:11:06
Letzte Änderung am 2013-04-28 20:40:57



Werbung



Beliebte Inhalte



16 Aufführungen sind in der Saison 2013/14 geplant, darunter acht neue Produktionen. Zu Ehren Verdis wird neben "La Traviata" auch "Il Trovatore" und "Simon Boccanegra" aufgeführt. - APAweb/EPA/CARLO FERRARO
  • Name des neuen Intendanten soll spätestens bis Juli bekannt gegeben werden.
  • weiter

Für große Namen hat Intendant Alexander Pereira (l.) - hier mit Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf - ein Faible. Aus dem Programm für den Sommer 2014 wird er dennoch manche streichen müssen. - apa/Barbara Gindl
  • Nach Kompromiss im Budgetstreit werden Pläne für 2014 publik, Prestigeprojekte werden nicht gestrichen.
  • weiter

Mit dem "Ring" in Wien zum Erfolg: Franz Welser-Möst. - epa
  • Wie viele Arten es doch gibt, Richard Wagners 200. Geburtstag zu begehen.
  • weiter

Unvorstellbare Grausamkeit sollen Gottfried Helnweins Arbeiten oft erklären. - Julia Stix
  • Der Künstler über Mangel an Charisma, Kunst als Trophäe und ordinäres Wienerisch.
  • weiter

Ein Plakat zeigt Mohammed Assaf, der Star der Talentshow "Arab Idol" in West Bank bei Ramallah. - Reuters / Mohamad Torokman
  • Sänger Assaf feiert Erfolge in gesamtarabischer Castingshow
  • weiter

Chaim Miller bereut die Morde der Gruppe nicht, jedoch, "dass wir nicht mehr gemacht haben". - 3sat
  • TV-Dokumentation zeichnet das Leben des 92-jährigen Chaim Miller nach.
  • weiter

Nachdem sich mehrere Zuschauer, von den drastischen Bühnenvorgängen geschockt, sogar in ärztliche Behandlung begeben hatten, ersuchte Meyer den Regisseur, seine Inszenierung zu modifizieren. Kosminski lehnte ab. - Foto: APAweb/Deutsche Oper am Rhein
  • Bühnenvereins-Präsident Zehelein kritisiert scharf die Düsseldorfer Oper.
  • weiter

Unvorstellbare Grausamkeit sollen Gottfried Helnweins Arbeiten oft erklären. - Julia Stix
  • Der Künstler über Mangel an Charisma, Kunst als Trophäe und ordinäres Wienerisch.
  • weiter

Das Duo Daft Punk findet sein Glück in der Disco-Ära: "Lose yourself to dance!" - David Black
  • Auf "Random Access Memories" regiert der Disco-Sound von seinerzeit.
  • weiter

Am 22. Mai jährt sich der Geburtstag von Richard Wagner zum 200. Mal. Hier die Büste von Arno Breker in der Nähe des Festspielhauses in Bayreuth. - Foto: epa/Daniel Karmann
  • Auseinandersetzung mit Themen wie Individualismus, Außenseitertum und Aufarbeitung von Geschichte.
  • weiter




Joel und Ethan Coens "Inside Llewyn Davis" ist erster Favorit in Cannes

Katzen weisen dir den Weg

Greenwich - Constantinfilm Wenn in Cannes ein neuer Film der Brüder Joel und Ethan Coen gezeigt wird, sind die Kinosäle überfüllt wie selten... weiter




Nachblick 2012 - Video Interview

Cristian Mungiu im Video-Interview: "Ich dachte, das ist zu viel für einen Film"

20120524mungiu - APAweb/EPA/Ian Langsdon Cannes. Der rumänische Regisseur Cristian Mungiu spricht im Video-Interview mit der Wiener Zeitung über seinen Film "Beyond the Hills"... weiter




Nachblick 2012: Video-Interview

"Verstörung des Zuschauers etwas durchaus Positives"

Wien/Cannes. "Paradies: Liebe" ist für den österreichischen Regisseur Ulrich Seidl nach "Import Export" 2007 der zweite Wettbewerbsbeitrag in Cannes... weiter



Das weltweit renommierteste Filmfestival in Cannes

Der Untergang des Kinolands?

Cannes de luxe: Ein Starlet posiert vor Fotografen während der 48. Filmfestspiele in Cannes 1995. - epa Es wäre vielleicht gar nicht so uninteressant, einmal einen ganz anderen Hintergrundbericht zum wichtigsten Filmfestival der Welt zu schreiben... weiter




66. Filmfestival von Cannes

Die Filme im Wettbewerb

20130429 Cannes Film Festival - APAweb / REUTERS/Charles Platiau Cannes. Mit der Nachnominierung des Vampirdramas "Only Lovers Left Alive" des US-Regisseurs Jim Jarmusch ist die Zahl der Wettbewerbsfilme beim... weiter




Wer entscheidet

Urteil von Christoph Waltz gefragt

20130424cannes -  APAweb/ EPA/DAVID MAUNG Cannes. Der österreichische Filmschauspieler und zweifache Oscar-Preisträger Christoph Waltz ist Mitglied der Wettbewerbsjury der 66... weiter



Schulden G.m.b.H.

Jeder Einzelfall ist Routine

Schuldnerschicksale: Eva Eckerts Doku handelt von jenen, die davon leben, dass andere nicht mehr zahlen können. - Stadtkino Es ist immer das Gleiche: Ein Schuldner bezahlt seine Handyrechnung, seine auf Pump gekauften Möbel oder seine Leasingraten nicht... weiter




"Mutter und Sohn"

Eine Frage des Geldes

Nüchternes Gesellschaftsporträt: Netzers preisgekrönter Film zeigt eine überbesorgte Mutter (im Bild: Luminita Gheorghiu) und stellt das korrupte Milieu der Superreichen an den Pranger. - Filmladen Es ist die Realität, aber es wirkt wie ein Zerrbild. Das, was der rumänische Regisseur Cãlin Peter Netzer in seinem Film "Mutter und Sohn" vorführt... weiter




Shortcuts

Neu im Kino

 - © Principal - Fotolia Mit Kraft und Geist(az) Als der Phobiker Martín von seiner Freundin verlassen wird, vergräbt er sich in seiner Einzimmerwohnung... weiter





Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt.

23.05.2013: Nach 28 Jahren stießen Biologen auf eine unbekannte Affenart in Afrika: die Lesula-Affen. Sie leben versteckt in der Lomami-Region in der Dem. Rep. Kongo und wurden nun von der Universität von Arizona für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt. Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Werbung