
Eröffnet wird die Diagonale in Graz am Dienstag, 20. März, mit "Spanien" dem Spielfilmdebüt von Anja Salomonowitz. Das Drehbuch hat die Regisseurin gemeinsam mit dem Schriftsteller Dimitré Dinev geschrieben. Der Episodenfilm dreht sich um eine Kunstrestauratorin (Tatjana Alexander), einen Fremdenpolizisten (Cornelius Obonya) und einen Kranfahrer (Lukas Miko). Der Streifen läuft danach auch in den Kinos an.
Am Eröffnungsabend wird auch ein österreichischer Schauspieler geehrt: der aus der Steiermark gebürtige Charakterdarsteller Johannes Silberschneider, 53. Er wird 30 Jahre nach seinem Filmdebüt (in Axel Cortis "Wohin und zurück" an der Seite von Armin Mueller-Stahl und Fritz Muliar) mit dem Großen Schauspielpreis der Diagonale "für Verdienste um die österreichische Filmkultur" ausgezeichnet; nach Senta Berger 2011.
Immer mehr Dokumentationen
Auf vier Grazer Kinos verteilt sich das Geschehen des österreichischen Filmfestivals. Neben Spiel- und Dokumentarfilmen gibt es Kurz-, Animations- und Experimentalfilme zu sehen. Im Ganzen bietet das Festival 120 Vorstellungen. "Specials" sind dem österreichischen Regisseur und Kameramann Ferry Radax, dem israelischen Dokumentarfilmer Avi Mograbi und dem Schauspieler Charles Korvin gewidmet.
Diesmal wurden mehr als 500 Filme eingereicht, davon fanden 131 Streifen, inklusive 14 Dokumentationen, den Weg in die Kinosäle. Intendantin Barbara Pichler unterstreicht den Trend der letzten Jahre, der sich fortsetzt: "Es gibt immer mehr Dokumentationen." Von den programmierten Filmen sind 39 Uraufführungen, jedoch nur ein einziger Spielfilm, und zwar "Qvid tum" von Mara Mattuschka und Reinhard Jud.
Es gibt jedoch einige Doku-Uraufführungen, unter anderem "Outing" von Sebastian Meise, der mit "Stillleben" auch einen Spielfilm im Programm hat. Neu sind außerdem "Sommer 1972" von Wilma Calisir, "Griffen - Auf den Spuren von Peter Handke" von Bernd Liepold-Mosser, "Kern" von Veronika Franz und Severin Fiala sowie "Nr. 7" von Michael Schindegger. Ruth Mader zeigt mit der österreichischen Erstaufführung von "What is Love" einen Episodenfilm, "in dem verschiedene Lebensentwürfe dargestellt werden.
Radax, Mograbi und Korvin

Dem österreichischen Autor, Kameramann und Regisseur Ferry Radax, 79, ist nach allzu langer Zeit (zuletzt im Filmmuseum) eine Personale mit zwölf seiner Arbeiten gewidmet. Zu Gast in Grazist auch der israelische Filmemacher Avi Mograbi (Jg. 1956), dessen filmische Anmerkungen zum israelisch-palästinensischen Konflikt in seiner Heimat kritisch diskutiert werden. Ein historisches Spezialprogramm stellt den Regisseur, Kameramann und Schauspieler Charles Korvin (1907 bis 1998) vor. Er war als Nebendarsteller in Filmen wie "Das Narrenschiff" oder "Berlin Express" zu sehen. Wie bereits im Jahr zuvor gibt es wieder die Reihe "Shooting Women - Weibliche Pioniere des österreichischen Films".
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