Linz. Die Linzer Tabakfabrik ist für den Film "Die ArbeiterInnen verlassen die Fabrik" der Nachwuchskünstlerin Katharina Gruzei zur historischen Kulisse geworden. Der elfminütige Streifen ist einem knapp 120 Jahre alten, weniger als eine Minute langen Werk der Brüder Lumiere nachempfunden und feiert am 21. März bei der Diagonale in Graz Premiere.
Das Original hießt "Die Arbeiter verlassen die Fabrik". Es wurde in den Lumiere-Werken in Frankreich gedreht und 1895 als einer der ersten Streifen zahlendem Publikum vorgespielt. Gruzei stieß sich an der fehlenden Repräsentation des weiblichen Geschlechts in dem Film: "Schaut man sich das historische Material an, so sieht man mehrheitlich Frauen, die aus der Fabrik strömen." Die Jungregisseurin schuf nun eine genderneutrale Fassung. Als Location hat sich Gruzei die Linzer Tabakfabrik ausgesucht, deren Vergangenheit dem Titel des Films durchaus gerecht wird: Das Werk wurde 2009 geschlossen, 300 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verloren ihren Job. Heute wird eine kulturelle Nachnutzung angestrebt.
Gruzei (29) ist Absolventin der Linzer Kunstuniversität und unter anderem Preisträgerin des Ö1-Talentestipendiums 2008. Im Linzer Salzamt stellte die gebürtige Kärntnerin 2009 unter dem Titel "Heimat" Fotografien aus, in denen sie die Klischeebilder der Almerotik a la "Auf der Alm gibt's ka Sünd" ad absurdum führte.
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