Graz. Mit der Verleihung des Großen Diagonale-Schauspielerpreises an Johannes Silberschneider und der Premiere von Anja Salomonowitz "Spanien" wurde am Dienstag in Graz das Filmfestival Diagonale eröffnet. Das bestimmende Thema bei der Eröffnungsrede von Diagonale-Intendantin Barbara Pichler, aber auch beim Gespräch unter den Filmschaffenden war einmal mehr die Budgetknappheit in der Filmszene, die in diesem Jahr auch und vor allem bei der Organisation des Festivals zeigt: Als sich A1 vor kurzem relativ abrupt dazu entschlossen hatte, bei den Filmfestivals Diagonale und Crossing Europe (Linz, 24.-29.4.) als Hauptsponsor auszusteigen, gab es in Graz und Linz lange Gesichter.
Spargründe hätten den Telekom-Riesen dazu gezwungen, sein Engagement einzustellen, hört man. Konkret bedeutet das für die beiden wichtigsten heimischen Filmfestivals nach der Viennale ein um etwa fünf Prozent geringeres Budget - und nicht nur die monetäre Kürzung schmerzt: Auch die zahllosen Sachleistungen von A1 fallen weg, darunter etwa die Gratis-Telefonie für das Festival, die bislang im Deal inkludiert war, aber auch diverse Marketingleistungen.
Die Diagonale wird mit einem Gesamtbudget von etwa 1,2 Millionen Euro veranstaltet, Crossing Europe mit rund 500.000. "Unser Budget liegt durch den Wegfall von A1 deutlich unter diesen 500.000", sagt Christine Dollhofer, Leiterin des Linzer Festivals. Barbara Pichler: "Bei uns sind es rund 65.000 Euro weniger an Geld- und Sachleistungen, das trifft uns sehr hart".
Dennoch wollen beide Festivals wie geplant stattfinden, das Publikum soll kaum merken, wie sehr im Hintergrund gespart werden muss. "Als wir von dem Sponsoring-Ausstieg erfuhren, haben wir intern einige der geplanten Programmpunkte gestrichen und uns darauf konzentriert, das Hauptprogramm wie gewohnt umsetzen zu können", sagt Pichler. "Des weiteren sparen wir bei Einladungen und haben unseren Plan, einen Saal mehr zu bespielen, vorerst ad acta gelegt". Die Gefahr bei solchen Sparmaßnahmen sei vor allem, "dass die Leute dann sagen: Naja, die schaffen's ja mit weniger Geld auch". Doch das sei ein Irrtum, sagt Pichler: "Wir mussten nun kurzfristig reagieren, aber für 2013 ist ein Festival wie die Diagonale nicht planbar, wenn es solche Ausfälle gibt. Das Risiko wäre zu groß, am Ende mit 70.000 Euro Defizit dazustehen". Man werde erst 2013 wirklich merken, wie sich der Sparkurs auswirke, sowohl auf die Durchführung des Festivals wie auch auf sein Image, so Pichler.
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