• vom 24.06.2016, 07:41 Uhr

Die Akte Hypo

Update: 24.06.2016, 07:47 Uhr

Hypo-U-Ausschuss

Hypo als Milliardengrab für Steuergeld




  • Artikel
  • Kommentare (5)
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, grex

  • Milliarden flossen in Kapitalerhöhungen und PS-Kapital und der Vergleich mit Bayern kostete 1,23 Milliarden Euro

Wien/Klagenfurt. Die frühere Hypo Alpe Adria-Bank kostet Österreich Milliarden Euro. Schon vor der Verstaatlichung im Dezember 2009 flossen Kapitalspritzen vom Bund in die Skandalbank. Und auch danach benötigte sie immer mehr Geld. Die Zwischenbilanz, wieviel die Hypo den österreichischen Staat gekostet hat, liegt bei rund 5,5 Milliarden Euro. Die Gesamtkosten stehen noch nicht fest.

Zu den über 4 Milliarden Euro an direkten Kapitalspritzen kommen noch 1,23 Mrd. Euro für den Vergleich mit der BayernLB und noch ausstehende Milliardenhaftungen des Bundes. Insgesamt, sollten die Bundeshaftungen schlagend werden, macht die Rechnung für die Steuerzahler bisher über 8 Milliarden Euro aus.

Die Details im Hypo-Stück

Im Detail schauen die Stützungsmaßnahmen des Bundes so aus: Der Hypo wurden im Rahmen des Bankenhilfspakets rund 2 Milliarden Euro zugeführt. Es wurden drei Kapitalerhöhungen durchgeführt: Die erste fand Ende 2012 statt und kostete 500 Millionen Euro; im September 2013 wurde die Staatshilfe von 700 Millionen Euro genehmigt, und schließlich wurden im April 2014 noch einmal 750 Millionen Euro frisches Geld zugeführt.

Partizipationskapital wurde der Hypo im Ausmaß von rund 2 Milliiarden Euro gegeben: Noch vor der Verstaatlichung, nämlich Ende 2008, waren es 900 Millionen Euro. Nach der Verstaatlichung im Dezember 2009 wurden dann Mitte 2010 wurden 450 Millionen Euro Partizipationskapital zugeführt und Ende 2013 flossen noch einmal 800 Millionen Euro Partizipationskapital.

Im November 2013 wurde ein Gesellschafterzuschuss in Höhe von 250 Mio. geleistet. Insgesamt wurden an die Hypo vom Bund 4,4 Mrd. ausbezahlt.

In diesem Zusammenhang ist auch die Auszahlung an den Freistaat Bayern zur Beseitigung der Rechtsstreitigkeiten im Rahmen des Vergleiches mit Bayern beziehungsweise der Bayerischen Landesbank zu nennen, in dessen Rahmen im November 2015 1,23 Mrd. Euro an den Freistaat Bayern ausbezahlt wurden.

An Haftungen des Bundes sind bei der Hypo gegenwärtig 3 Mrd. Euro ausstehend. Es besteht eine 200-Millionen-Haftung für notleidende Kredite bei der Hypo-Abbaugesellschaft Heta. Es besteht eine Haftung in der Höhe von 1 Milliarde für eine 2012 emittierte Nachranganleihe, und im Zuge der Veräußerung des Südosteuropanetzwerkes wurde eine Haftung in der Höhe 1,7 Mrd. Euro übernommen.

Wenn die Hypo-Bad-Bank Heta einmal vollständig abgewickelt ist, wird das ganze Desaster rund 12,5 Mrd. Euro gekostet haben. Auf diese Summe an Zuschüssen kommt zumindest die Abteilung Volkswirtschaft der Statistik Austria in ihren Berechnungen. Das Finanzministerium will sich noch nicht festlegen. Es ist offen wieviel die Heta-Abwicklung einspielt. Bezogen auf die Heta-Schulden, für die Kärnten haftet, gibt es eine Absichtserklärung für eine außergerichtliche Lösung und einem Schuldenschnitt. Die Gläubiger sollen mehr als 90 Prozent ihrer Forderung zurückbekommen.





Schlagwörter

Hypo-U-Ausschuss

5 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-06-24 07:44:18
Letzte nderung am 2016-06-24 07:47:42



Twitter Wall


Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Justiz stellt Ermittlungen zur Hypo-Sonderdividende ein


Werbung


Werbung