• vom 14.05.2015, 14:27 Uhr

Die Kurden

Update: 25.07.2017, 15:48 Uhr

Kurden

Kurden in der Türkei (2): 1939 bis zur Gegenwart




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Von Gerald Jatzek

  • Der lange Weg zur politischen Lösung.

Newrozfest der DTP in Istanbul 2005. Die DTP wurde 2009 verboten.

Newrozfest der DTP in Istanbul 2005. Die DTP wurde 2009 verboten.

Bei der Aufteilung der Welt in einen US-amerikanischen und einen sowjetischen Einflussbereich nach dem 2. Weltkrieg musste die Türkei die bis dahin maßgebliche Neutralitätspolitik aufgeben.
Nach der Kündigung des türkisch-sowjetischen Vertrags (1945) und Drohgebärden Stalins wandte sich das Land völlig dem Westen zu. 1952 wurde die Türkei Mitglied der NATO. Im Land wurde ein Mehrparteiensystem eingeführt, wobei keine kommunistische Organisation zugelassen wurde.

Aufgrund der Gefahr einer Machtübernahme durch islamisch geprägte Strömungen putschte 1960 das Miltär unter dem Motto "Zurück zu Atatürk!" 1961 trat nach einer Volksabstimmung eine neue Verfassung in Kraft, die den säkularen Charakter des Staats betonte.

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Kurden engagierten sich in allen Parteien, und erst nach und nach entwickelte sich eine kurdische Opposition. Diese wurde beim Verfahren der 49 (eigentlich waren es 51 Angeklagte) sichtbar, bei dem die Vorwürfe des Separatismus und der Gründung verbotener Vereinigungen erhoben wurden. Der Prozess dauerte bis 1965 und endete schließlich mit dem Freispruch aller Angeklagten nach jahrelanger Haft.

Ab 1961 engagierten sich viele Kurden in der Arbeiterpartei der Türkei (Türkiye İşçi Partisi), die die Kurden als eigene Ethnie anerkannte. Deshalb wurde sie 1971 verboten wurde. In den folgenden 30 Jahren kam es zur Gründung zahlreicher illegaler kurdischer Parteien wie der Demokratische Partei Kurdistans-Türkei (T-KDP) in enger Verbindung zur irakischen KDP und der Sozialistischen Partei Kurdistans.

Leben unterm Kriegsrecht

Während der bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen in den 1970ern, bei denen recht- und linksextreme gegeneinander und untereinander kämpften, entstand die Arbeiterpartei Kurdistans (Partiya Karkerên Kurdistan, PKK). Offiziell wurde die von Abdullah Öcalan und anderen 1978 gegründet. Die marxistisch geprägte Gruppe sah sowohl den türkischen Staat wie kurdische Feudalherren als Feinde der Kurden an. Es kam zu militärischen Auseinandersetzungen mit den Streitkräften der Türkei wie zu Scharmützeln mit den Privatmilizen von Großgrundbesitzern.

Nach dem Militärputsch im März 1971 kam es zum systematischen Einsatz von Folter bei politischen Gefangenen. Der Kampf gegen kurdische Organisationen wurde auf Westeuropa ausgedehnt.

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Dokument erstellt am 2015-06-25 19:28:47
Letzte nderung am 2017-07-25 15:48:21


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