
Wien. Wie viele C's hat das englische Wort "success"? Wo packt man die Doppelkonsonanten in das "Karussell"? Was bedeutet "hilarious"? Fragen wie diese sind es, die den Lebensunterhalt von Paul Hemetsberger bestreiten: Der in Wien ansässige Jungunternehmer aus Oberösterreich betreibt und entwickelt seit neun Jahren das Online-Wörterbuch dict.cc. Und zwar mit einigem Erfolg: Was als Hobby begann, ist heute im Internet so populär, dass es nicht nur zum Hauptgeschäft von Hemetsbergers Ein-Personen-Unternehmen geworden ist - sondern den größten Anbietern im Netz die Stirn bietet.
"Es gibt große Wörterbuchverlage, die in jedem Buchgeschäft vertreten sind, im Internet aber bei weitem nicht die Zugriffe haben wie ich. Dann gibt es Firmen, die mit viel Investorenkapital ausgestattet sind und nachdrängen - aber auch die haben dict.cc noch nicht eingeholt": Hemetsberger gestattet sich einen Anflug von Stolz, wenn er von seinem Geschäft spricht. Ein Geschäft, das ursprünglich gar kein solches werden sollte. Denn die Möglichkeit, per direkter Abfrage im Internet schnell und kostenlos die korrekte Rechtschreibung oder die Übersetzung eines Wortes in andere Sprachen zu finden, war anfangs nur als Experiment gedacht. "Eigentlich entstand das Projekt im Jahr 2002 nebenbei als eine Art Hobby. Ich wollte zunächst eigentlich eine Art Online-Lexikon, eine Wissensdatenbank, schaffen, an der sich User beteiligen können. Irgendwann stolperte ich über eine frei verfügbare englisch-deutsche Wortliste und beschloss, so etwas selber auszuprobieren – um Erfahrungen zu sammeln", so der Web-Unternehmer.
Während dict.cc zunächst noch als Experimentierfeld für das geplante Online-Lexikon dienen sollte, kehrten sich die Pläne allmählich um. Aus der Wissensdatenbank wurde nichts – dafür wandte Hemetsberger die Idee, Nutzer bei der Erweiterung des Inhaltes einzubinden, auf dict.cc an. Gemeinsam mit der Seite formierte sich so eine Community um dict.cc, die es Hemetsberger erlaubte, sein Angebot trotz begrenzter Ressourcen immer weiter auszubauen. Im Laufe der Jahre wurden die Wortschätze umfangreicher, weitere Sprachen wurden integriert. Irgendwann war der Arbeitsaufwand dennoch so groß, dass sich der IT-Unternehmer zu dem Schritt durchrang, seinen Brotberuf als Webseitenbetreiber an den Nagel zu hängen – und sich ganz auf dict.cc zu konzentrieren.