Wien. Jung, dynamisch, kreativ oder nüchtern, staubtrocken, eintönig – die Vorstellungen über Jobs in der digitalen Wirtschaft könnten unterschiedlicher nicht sein. Rund 100.000 Menschen haben sich in Österreich dazu entschlossen, in der IT-Branche zu arbeiten –Tendenz steigend. Ein Job in der IT-Branche kann für Arbeitnehmer Sicherheit und Entfaltungsmöglichkeiten bieten. Er kann aber auch frustrieren - und im schlimmsten Fall in der Depression münden.
"Das Image des Programmierers ist das eines ungepflegten Typen, der im Keller kettenraucht und Pizzaschachteln um sich hat", sagt Paul Hemetsberger, Web-Entwickler und Betreiber der Seite dict.cc, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Um dem gleich zu widersprechen: "Die Leute, die ich aus dem IT-Umfeld kenne, entsprechen diesem Image aber überhaupt nicht." Tatsächlich hat sich der Berufsalltag seit den Anfängen der digitalen Wirtschaft, als entsprechende Klischees und Stereotypen entstanden, grundlegend gewandelt. Moderne Großraumbüros haben den IT-Abteilungen im Keller Platz gemacht, fähige Programmierer oder Softwareentwickler sind am Arbeitsmarkt längst zu begehrten Arbeitskräften aufgestiegen.
Getragen vom allgemeinen Fachkräftemangel der IT-Unternehmen hat sich ein Gehaltsniveau etabliert, das den Vergleich mit anderen Branchen nicht zu scheuen braucht: Laut Gehaltskompass des AMS bewegt sich der durchschnittliche Brutto-Einstiegslohn bei den meisten IT-Berufen zwischen 2000 bis 2500 Euro, einzelne Ausreißer markieren Werte von 1500 bis 3500 Euro. Zum Vergleich: Bei Berufen aus dem Bereich Büro, Wirtschaft und Recht liegen die meisten Einstiegsgehälter bei 1500 bis 2000 Euro – eine Lohnspektrum, in dem beispielsweise auch die Sparte Soziales, Erziehung und Bildung zu verorten ist.
Sichere Arbeitsplätze
Zuversichtlich stimmt darüber hinaus der Blick in die Zukunft des IT-Arbeitsmarktes. "Der Berufsbereich IT entwickelt sich nach wie vor sehr positiv", berichtet Maria Hofstätter vom Forschungsnetzwerk des AMS im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". "Die Unternehmen planen weiterhin eine Optimierung und Beschleunigung der internen IT-Prozesse – auch aus Kostengründen. Dazu verursacht die Vernetzung von Kommunal- und Landesbehörden große IT-Investitionen der Verwaltung. Das alles wirkt sich günstig auf Beschäftigungssituation aus", meint die Arbeitsmarktexpertin im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Gerade Spezialisten in der Systembetreuung, der Programmierung und der Sicherheit wären demnach künftig noch mehr gefragt als bisher. Insgesamt biete, so ist Hofstätter überzeugt, die IT-Branche sichere Arbeitsplätze. "Die Fluktuation ist nicht sehr hoch", fasst die AMS-Expertin unter dem Hinweis auf den akuten Fachkräftemangel zusammen.