
Salzburg. Der bevorstehende Stellenabbau bei Sony DADC Austria AG in Anif wird allmählich konkret: Gewerkschaft und Betriebsrat haben sich bei einer weiteren Verhandlungsrunde am 23. Dezember über die Eckpunkte eines Sozialplanes geeinigt, der demnächst in eine schriftliche Vereinbarung gegossen werden soll. Rund 170 Mitarbeiter sollen betroffen sein, die Zahl könnte aber noch geringer werden, sagte Gewerkschafter Johann Auer am Dienstag.
Denn einerseits wird noch versucht, durch Pensionierungen oder Altersteilzeit-Lösungen die Zahl der Kündigungen zu verringern, und anderseits seien die Auftragszahlen im Bereich der Blue-Ray-Discs noch nicht genau bekannt, so Auer. Die betroffenen Mitarbeiter sollen über den Sozialplan unterstützt werden, wobei Härtefälle mit besonderen finanziellen Abgeltungen abgefedert werden sollen, etwa durch einen Kinder- oder einen Alterszuschlag. Die Details dürften bis Mitte Jänner feststehen.
Freiwillige Nebenvereinbarung
Außerdem wurde in einer freiwilligen Nebenvereinbarung festgelegt, dass auch Leiharbeiter, die schon mehrere Jahre bei Sony beschäftigt sind und als Folge einer Rückstellung an das Leiharbeiter-Unternehmen von diesem gekündigt werden, eine finanzielle Entschädigung erhalten. Sony beweise damit seine soziale Verantwortung gegenüber betroffenen Mitarbeitern, so Auer in einer gemeinsamen Aussendung mit Betriebsratsvorsitzendem Fritz Wodnar.
Da das Internet Datenträger wie CDs und DVDs zusehends verdrängt, brach bei Sony DADC das Geschäft in diesem Bereich in den vergangenen Jahren weg, "wir hatten in den letzten Jahren jeweils mehr als zehn Prozent Rückgang", sagte Sony-Sprecherin Christina Schobesberger vor gut zwei Wochen zur APA. Sie dementierte auch den Abbau von 300 Stellen, wie zuvor in Medien kolportiert worden war. Die Mitarbeiterzahl bei Sony, das zurzeit rund 1.300 Menschen im Bundesland Salzburg beschäftigt, werde auch nach den Restrukturierungsmaßnahmen vierstellig bleiben. Heute konnte die APA bisher keine Stellungnahme des Unternehmens erhalten.