• vom 31.01.2012, 18:03 Uhr

Digitale Wirtschaft

Update: 31.01.2012, 18:17 Uhr
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Unternehmen im Visier der Web-Kriminellen


Von Stefan Meisterle

  • Computerschädlinge werden immer stärker auf ausgewählte Ziele angesetzt.

Wien.

Virenjäger Josef Pichlmayr rät Firmen zu einem "Plan B".

Virenjäger Josef Pichlmayr rät Firmen zu einem "Plan B". Virenjäger Josef Pichlmayr rät Firmen zu einem "Plan B".

Eine lange Liste rattert über den Bildschirm. Kryptische Einträge aus Zeichen, Begriffs- und Zahlenketten bestimmen das Bild, werden überflogen oder angewählt. Hinter diesen scheinbar unerklärlichen Einträgen verbirgt sich freilich alles andere als Massenware: Es sind jene Computerschädlinge, die ausreichend raffiniert programmiert wurden, um die automatisierten Sicherheitsschleusen zu umgehen - und doch nicht raffiniert genug, um Warnmechanismen und geschultem Blick der Virenjäger zu entgehen. Was im Computerlabor des Wiener Antivirenspezialisten Ikarus unter die Lupe genommen wird, hat jedenfalls das Zeug dazu, reichlich Schaden anzurichten.

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Auf rund 281 Milliarden Euro beziffert das US-Unternehmen Symantec den jährlich durch die globale Internetkriminalität verursachten Schaden. Ein Großteil davon geht auf das Konto von Computerviren und anderen Schädlingsprogrammen. Den Rest teilen sich Phishing-Attacken, Kreditkartenmissbrauch und andere Formen des Online-Betrugs untereinander auf. Die Grenzen zwischen den Formen der Cyber-Kriminalität sind fließend, zur Anwendung werden sie häufig in kombinierter Form gebracht.

Doch es sind nicht nur die ausgeklügelten Werkzeuge, die Cyber-Crime immer bedrohlicher werden lassen - sondern speziell das Motiv, das dahinter steckt. "Angriffe aus dem Internet werden immer zielgerichteter, weil sie einer Ökonomie unterworfen sind. Es gibt inzwischen wesentlich mehr Attacken, die sich explizit gegen einzelne Opfer richten und dabei ein klares Ziel verfolgen", beobachtet Ikarus-Chef Josef Pichlmayr einen Trend weg von Massenattacken hin zur Online-Wirtschaftskriminalität, die ihre Werkzeuge verstärkt gegen Unternehmen einsetzt. Ziel dabei ist, an Kundendaten, Unternehmensgeheimnisse oder Verträge heranzukommen. Und sich dagegen zu schützen, fällt schwer.

IT-Sicherheit betrifft alle
"Wenn es clever gemacht ist, schafft es ein manipuliertes E-Mail durch jeden Filter in den Posteingang des Opfers", ist Pichlmayr überzeugt. Häufig wird dabei Social Engineering als Vorarbeit geleistet, es werden also etwa Daten von Mitarbeitern per Google oder in sozialen Netzwerken ausfindig gemacht, die dann als Absender eingesetzt werden und beim Empfänger Vertrauenswürdigkeit suggerieren. "Es ist wesentlich einfacher, das Vertrauen der Mitarbeiter auszunutzen, als ein technisches System zu überlisten, wo man erst mühsam eine Lücke suchen muss", so der Ikarus-Geschäftsführer, der klarstellt: "Ist Wirtschaftsspionage das Motiv von Cyber-Crime und verfügt der Angreifer über genug Ressourcen, hat man keine Chance, sich dagegen zu wehren." Mit der Größe des Unternehmens hat das Bedrohungsbild dabei wenig zu tun: "IT-Sicherheit betrifft heutzutage jeden Unternehmer", so Hans-Jürgen Pollirer, Obmann der Sparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-01-31 17:14:11
Letzte Änderung am 2012-01-31 18:17:05


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