
Das Wiener IT-Haus ACP IT Solutions begann 1993 auf Initiative von sechs Personen. Inzwischen hat man es zu einem Großunternehmen mit knapp unter 1000 Mitarbeiter gebracht und sich auf dem Weg zur fixen Größe am deutschsprachigen IT-Markt mehrmals selbst erfunden. Vorbeil soll es mit dem Wachstum aber noch lange nicht sein: Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" erläutern Marketing- und Vertriebsmanager Dietmar Taurer und Cloud-Geschäftsbereichsleiter Benedikt Fischer, wie das gelingen soll.
"Wiener Zeitung": ACP hat es von einem Sechs-Mann-Betrieb auf knapp unter 1000 Mitarbeiter geschafft. Womit verdient ACP sein Geld?
Dietmar Taurer: Die wesentlichen Geschäftsfelder von ACP sind Handel und Dienstleistungen. Unser Kerngeschäft ist die IT-Infrastruktur. ACP, kurz für All Computer Products, entstand ursprünglich als Handelshaus für IT-Produkte. Irgendwann wollten die Kunden aber mehr als nur diese Produkte zu kaufen - sie verlangten nach deren Implementierung, nach kombinierten Lösungen und speziellen IT-Dienstleistungen. Um unseren Kunden die Lösungen als Gesamtpaket anbieten zu können, wurden wir zum klassischen IT-Systemhaus.
Seit einigen Jahren sehen wir uns als unabhängiger IT-Provider, bieten also den Kunden weiterhin Produkte zum Kauf an, fügen diese aber auch zu Gesamtlösungen zusammen und stellen zudem Cloud-Services zur Verfügung. Zum Umsatz trägt der Hardwarehandel etwa 50 Prozent bei, ca. 27 Prozent die Software und ca. 23 Prozent Dienstleistungen - letzterer ist eindeutig jener Bereich, der am meisten wächst.
Welche Kundensegmente bedienen Sie?
Taurer: ACP ist bis auf ein paar kleine Ausnahmen nur im Business-to-Business-Bereich tätig, mit einem Fokus auf den gehobenen Mittelstand. Diese Aufnahmen sind zwar von den Stückzahlen her bedeutend und erfolgreich, aber hinsichtlich des Umsatzes nicht besonders geschäftsrelevant.
Welche Ausnahmen sind das?
Taurer: Wir übernahmen etwa für Microsoft das Software-Distributionsgeschäft für Schüler und Studierende. Außerdem beteiligen wir uns auch immer wieder mit verschiedenen Herstellern an den u:book-Aktionen, bei denen Studenten günstige Notebooks kaufen können. Da wir schon seit vielen Jahren den Bildungssektor in Österreich betreuen, ist die Idee entstanden, Notebooks nicht nur an Universitäten und Fachhochschulen zu liefern, sondern auch Studierenden zukommen zu lassen. ACP übernimmt dabei die Abwicklung der Bestellungen, die Auslieferung, sowie den Support, etwa im Falle von Defekten.