• vom 18.04.2012, 15:54 Uhr

Digitale Wirtschaft

Update: 18.04.2012, 17:04 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Greenpeace rügt Energiepolitik von Apple, Amazon und Microsoft

Die dreckige Wolke der Top-Konzerne



  • Erhebung zur Nutzung von sauberer Energie bescheinigt Internet-Unternehmen positiven Willen.

Die Cloud ist ein Zukunftsmarkt - aber ist sie auch sauber? - APAweb/EPA/Franck Robichon

Die Cloud ist ein Zukunftsmarkt - aber ist sie auch sauber? APAweb/EPA/Franck Robichon

Wien. (mei) Für die Computerindustrie ist die Cloud der Wachstumsmarkt schlechthin. Deutlich weniger positiv sehen den Trend zur Auslagerung von Aufgaben an externe Rechenzentren jedoch die Umweltschützer von Greenpeace: In der neuen Studie "How Clean is Your Cloud" untersuchte die Nichtregierungsorganisation, welchen Einfluss Cloud-Rechenzentren auf den Stromverbrauch haben - und kamen zu einem ernüchternden Ergebnis.

Der Wachstum und die Investitionsanstrengungen in Cloud-Produkte wären überwältigend und sollen sich bis 2020 vervielfachen, berichtet Greenpeace. Gleichzeitig wären Cloud-Services enorm energiehungrig, einzelne Computerzentren würden so viel Strom wie 180.000 Haushalte verbrauchen, rechnen die Umweltschützer vor. "Wenn die 'Cloud' ein Land wäre, hätte dieses den weltweit fünfthöchsten Stromverbrauch", wird Greenpeace Elektronik-Experin Claudia Sprinz in einer Aussendung zitiert.

Erneuerbare Energieträger
Es sei folglich erforderlich, diesen Energiebedarf stärker unter die Lupe zu nehmen. Und festzustellen, wie sauber diese Energie bisher ist.  "Die Kluft innerhalb der IT-Branche ist größer geworden", sagt Sprinz, "nur wenige Unternehmen setzen auf Erneuerbare Energieträger."

In den Untersuchungen stellte Greenpeace fest, dass speziell Rechenzentren der Branchenriesen Apple, Microsoft und Amazon kaum mit sauberer Energie gespeist werden, sondern größtenteils auf Strom aus Kohle- oder Atomkraftwerke setzen. Diese drei Unternehmen würden rapide wachsen, sich aber zu wenig Gedanken über die Herkunft des verbrauchten Stromes machen, kritisiert Greenpeace. Am "unsaubersten" arbeite Apple, das nur 15,3 Prozent seines Strombedarfs nachhaltig decke.

Dort sieht man das freilich ganz anders: Greenpeace werden falsche Berechnungen vorgeworfen, so weist Apple darauf hin, dass man derzeit in North Carolina drauf und dran sei, "das grünste Rechenzentrum zu errichten, das je gebaut wurde", wie Apple-Sprecherin Kristen Huguet dem Internetdienst AllThingsDigital mitteilte.

Internet-Unternehmen als Musterschüler
Positive Noten holten indes Google, Yahoo und Facebook ab: Ihnen bescheinigte Greenpeace, aktiv auf erneuerbare Energien  zu setzen. So würden gerade Yahoo und Google vorbildlich im Einsatz erneuerbarer Energie für Cloud-Rechenleistungen sein und zudem auch Anstrengungen zu Investments in sauberen Strom unterstützen. Googles Anteil an erneuerbarer Energie bei Cloud-Diensten betrage 39,4 Prozent, jener von Yahoo gar 56,4 Prozent.

Facebook wiederum wird hoch angerechnet, in Zukunft ganz auf erneuerbare Energie setzen zu wollen und auch bereits erste Schritte zur Umsetzung dieses Plans, etwa mit der Errichtung eines Datencenters in Schweden, getätigt zu haben. Bereits jetzt betrage der Anteil der erneuerbaren Energie bei Facebooks Cloud-Diensten 36,4 Prozent.




Schlagwörter

Cloud, Greenpeace

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-18 15:59:20
Letzte Änderung am 2012-04-18 17:04:42


Werbung



Beliebte Inhalte



Auch wenn Teilergebnisse gefeiert wurden, das Gesamtergebnis verursacht bei den meisten Fraktionen eher Katerstimmung. - APAweb / Herbert Neubauer
  • Mandatsgewinne vor allem für kleiner Gruppierungen
  • TU Graz schaffte Auszählung nicht
  • weiter

Europa im 21. Jahrhundert und immer noch ein Aufreger-Thema die Homosexualität. - APAweb/GEORG HOCHMUTH
  • Reding: Gewalt gegen Homosexuelle unvereinbar mit EU-Grundwerten.
  • weiter

Und wieder ist Österreich beim Song Contest gescheitert: Natalia Kelly durfte nur beim Semifinale singen. - APAweb / AP, Janerik Henriksson Österreich hat beim Eurovision Song Contest 2013 in Malmö wieder einmal nicht das Finale erreicht. Auch Natalia Kelly konnte mit ihrem Song "Shine"...weiter

Verdauungsbeschwerden verursachen können Milchzucker und Weizen. Ernährungsexperten raten davon ab, ohne ärztliche Diagnose auf Lactose und Gluten zu verzichten. - fotolia
  • Die Industrie macht mit der teuren Spezialnahrung ein gutes Geschäft.
  • weiter

Volksschulwand vorher (links) und nachher (rechts) - Bild: Andreas Praefcke An einer Volksschule in Wien mussten nach dem Protest der Mutter einer Schülerin die Kreuze in allen Klassenzimmern entfernt werden...weiter

Reinhard Göweil In Tirol liebäugelt die ÖVP-Führung mit einer Koalition mit den Grünen. In Salzburg geht sich das zwar rechnerisch nicht aus...weiter

  • Der Streit um religiöse Symbole ist ein Nebenschauplatz
  • weiter

"Bevor uns das Rohöl ausgeht, geht uns das Wasser aus" , ist Brabeck-Letmathe überzeugt. - dpa
  • Spitzenmanager über Europas Defizite und emotionale Debatten.
  • weiter





Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

18. 5. 2013: Ein lesbisches Paar in Myanmar: Der "Internationale Tag gegen Homophobie" geriet weltweit zu einem bunten und eindringlichen Protest gegen Diskriminierung. Noch herrscht auf der Croisette vor dem Palais des Festivals in Cannes die Ruhe vor dem Sturm.

Werbung