• vom 18.07.2012, 14:56 Uhr

Digitale Wirtschaft

Update: 18.07.2012, 15:38 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Heimische Social-Media-Plattformen

Soziale Welt im Eigenbau


Von Stefan Meisterle

  • Sankt Onlein, Tupalo und Talenthouse machen Facebook & Co. Konkurrenz.

Im Ring mit Facebook & Co.: Österreichische Start-ups reüssieren beim Aufbau und der Entwicklung sozialer Netzwerke.

Im Ring mit Facebook & Co.: Österreichische Start-ups reüssieren beim Aufbau und der Entwicklung sozialer Netzwerke.© © Randy Lincks/Corbis Im Ring mit Facebook & Co.: Österreichische Start-ups reüssieren beim Aufbau und der Entwicklung sozialer Netzwerke.© © Randy Lincks/Corbis

Wien. Sie zahlen nicht und sind doch begehrt: Mit jedem Klick, den Internet-User in sozialen Netzwerken, Bewertungsplattformen oder Community-Seiten tätigen, werden sie zum Teil eines Geschäftsmodells, das im Web seinen Siegeszug feiert und trotz verschiedener Ausgangsbedingungen, Ziele und Erscheinungsformen immer um eine Konstante kreist: den Aufbau und die Pflege einer Online-Gemeinschaft.

Werbung

Vier Euro Umsatz spült jeder Facebook-User dem US-Konzern Jahr für Jahr in die Kassen, 24 Euro war Google der einzelne Nutzer 2011 wert. Zahlen, die spätestens dann beeindrucken, wenn man sie mit den Nutzerzahlen der entsprechenden Online-Gemeinden multipliziert. Denn die gehen in die hunderte Millionen. Klar, dass angesichts dieser Aussichten das Geschäftsfeld Internet-Community rund um die Welt für Aufmerksamkeit sorgt. Und auch in Österreich eine Gruppe von Unternehmen entstehen ließ, die mit ihren eigenen Web-Gemeinschaften reüssieren wollen.

"Unter’m Schlapfn"
"Sankt Onlein" nennt sich eines dieser Unternehmen, das auszieht, um die digitale Welt zu erobern. Oder zumindest jene Österreichs. Denn um sich im globalen Wettbewerb zu behaupten, will Sankt Onlein mit einem rot-weiß-roten Anstrich punkten. "Den Zuckerberg (Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Anm.) kennen wir zwar vom Hörensagen, den Großglockner aber persönlich", stellt sich das Wiener Unternehmen vor. Und das scheint seit dem öffentlichen Start Ende Februar auch Programm zu sein. "Wir sind ein soziales Netzwerk, bauen dabei aber auch auf unsere tief verwurzelte Regionalität", sagt Geschäftsführer Georg Kandutsch der "Wiener Zeitung". Das beziehe sich zwar auch auf Themen wie die Anwendung des österreichischen Rechts oder die Sicherheit regionaler Datenspeicher, vor allem aber will man die Regionalität in die Nutzererfahrung integrieren.

Für die inzwischen 24.000 Nutzer bedeutet das zunächst eine sprachliche Vertrautheit: Auf Sankt Onlein finden sich Buttons wie "Meine Leut’", man kann den Beziehungsstatus "unter’m Schlapfn" wählen oder quittiert eine Meldung mit "Ned so meins".

Die Regionalität soll bald aber auch eine weitere Funktion erfüllen: die des digitalen Nahversorgers. Neben sozialem Netzwerk sowie einem redaktionellen Teil wird das Internetportal bald ein weiteres Standbein erhalten. "In den nächsten Wochen wird auf Sankt Onlein eine eigene Social-Media-Shopping-Welt online gehen", kündigt Kandutsch an, "hier werden Unternehmen vom Waldviertler Schnitzer bis zum steirischen Weinbauern die Möglichkeit haben, ihre regionalen Produkte überregional darzustellen." Eingebettet in die Kommunikationswelt des sozialen Netzes sowie in den redaktionellen Bereich soll so gewährleistet sein, dass Unternehmenskunden - gegen die Entrichtung einer Gebühr im einstelligen Euro-Bereich - die Plattform als Vertriebsweg nutzen. Und zugleich die Finanzierung der Seite, die bisher auf Werbung fußt, auf eine breitere Basis stellen.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-18 15:02:07
Letzte Änderung am 2012-07-18 15:38:47


Werbung



Beliebte Inhalte



Emmelie de Forest holt den nächsten Song Contest nach Dänemark. - APAweb / AP / Alastair Grant
  • Emmelie de Forest setzte sich mit "Only teardrops" gegen 25 Konkurrenten durch.
  • weiter

  • Formel 1, Radio-Symphonieorchester und 250 Jobs stehen zur Diskussion.
  • weiter

Auch SARS geht auf das Konto der Corona-Viren - APAweb / AP / Health Protection Agency
  • 41 Fälle weltweit, die Hälfte der Erkrankten starb.
  • weiter

Dänemark ist der Gewinner des heurigen Eurovision Song Contest. Die 20-jährige Emmelie de Forest setzte sich im schwedischen Malmö mit ihrem Song...weiter

Volksschulwand vorher (links) und nachher (rechts) - Bild: Andreas Praefcke An einer Volksschule in Wien mussten nach dem Protest der Mutter einer Schülerin die Kreuze in allen Klassenzimmern entfernt werden...weiter

Reinhard Göweil In Tirol liebäugelt die ÖVP-Führung mit einer Koalition mit den Grünen. In Salzburg geht sich das zwar rechnerisch nicht aus...weiter

  • Der Streit um religiöse Symbole ist ein Nebenschauplatz
  • weiter

"Bevor uns das Rohöl ausgeht, geht uns das Wasser aus" , ist Brabeck-Letmathe überzeugt. - dpa
  • Spitzenmanager über Europas Defizite und emotionale Debatten.
  • weiter





Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

18. 5. 2013: Ein lesbisches Paar in Myanmar: Der "Internationale Tag gegen Homophobie" geriet weltweit zu einem bunten und eindringlichen Protest gegen Diskriminierung. Noch herrscht auf der Croisette vor dem Palais des Festivals in Cannes die Ruhe vor dem Sturm.

Werbung