
Leben von sechs Millionen Aufrufen
Aus dem Hobby war damit ein Geschäft geworden. Und zwar kein schlechtes. "Ich habe inzwischen sechs Millionen Seitenaufrufe pro Tag - jetzt kann ich davon leben", bestätigt Hemetsberger. Konkret finanziert sich die kostenlose Seite - wie viele andere Online-Angebote - ausschließlich durch Werbung. Mit Spendenaufrufen oder dem Angebot, gegen Bezahlung einen werbefreien Zugang freizuschalten, wurde bei dict.cc zwar experimentiert, sämtliche Versuche, Bezahlmodelle zu etablieren, wurden mangels Akzeptanz der Nutzer jedoch wieder eingestellt. "Die User sind im Internet eben gewöhnt, mit Werbung zu bezahlen", stellt Hemetsberger fest.
Gleichzeitig sei es auch eine große Herausforderung, die Werbung nicht zu aufdringlich zu gestalten. "Es beschweren sich zwar immer wieder Leute über die Werbung, aber ich bin der Überzeugung, dass es für die User so am besten funktioniert", so der Webseitenbetreiber, der gleichzeitig andeutet, dass sich der Markt des mobilen Internet anders entwickeln könnte: "Auf neuen Plattformen wie Smartphones gibt es da durchaus Möglichkeiten - hier sind die Leute eher gewillt zu zahlen." Die Zahlung wäre bei Smartphone-Plattformen schon Teil des Systems und würde für Nutzer damit nur mehr eine geringe technische Hürde darstellen.
Wachstumspläne und Wachstumsgrenzen
Ob mit Werbung oder mobilen Bezahlmodellen - wachsen will Hemetsberger auf jeden Fall. Allerdings nur bis zu einem gewissen Grad. "Ich will so groß werden wie möglich– aber nur so groß, dass ich mein Projekt noch selber kontrollieren und die notwendigen Entscheidungen treffen kann", sagt Hemetsberger. Dass man es auch als Kleinstunternehmer mit der internationalen Konkurrenz aufnehmen kann, hat das Projekt dabei bereits bewiesen. "LEO (dict.leo.org,, Marktführer im deutschsprachigen Raum, Anm.) konnte ich schon ein paar Marktanteile wegknabbern", freut sich der dict.cc-Gründer.
Die von Branchenverbänden der Informationstechnologie (IT) häufig geäußerte Sorge, dass heimische IT-Unternehmen mangels verfügbaren Risikokapitals rasch an Wachstumsgrenzen stoßen, behindere die Entwicklung von dict.cc jedenfalls nicht. Gerade im Webbereich sei es nicht nur eine Frage des Geldes, erfolgreich zu sein. "Da herrscht nämlich Chancengleichheit. Man braucht nicht unbedingt viel Kapital, um etwas zu bewegen", so Hemetsberger. Manchmal ist die Antwort auf die Frage des Erfolgs eben nur, die richtige Ideen zu haben. Manchmal lautet die Antwort darauf aber auch: "success". Mit zwei C's.