
Krems, Wien. Ende April wird es im niederösterreichischen Krems paradiesisch, wenn das diesjährige Donaufestival mit dem Motto "Die Vertreibung ins Paradies" stattfinden. "Quasi als Warm-Up für den Weltuntergang" versteht Tomas Zierhofer-Kin, künstlerischer Leiter des Donaufestivals, das diesjährige Programm, das sich auf die Spur des Utopie-Potenzials von Kunst begibt.
Traditionell bietet das Donaufestival ein bunt gestreutes Programm aus Live-Konzerten, Theater, Tanz und Performancekunst sowie Arbeiten aus den Bereichen Film, Video und Foto.
Programmüberblick
Das erste Wochenende (28. bis 30. April) steht ganz im Zeichen des CocoRosie Project: Die Schwestern Bianca und Sierra Casady präsentieren die Uraufführungen der Pop-Opera "Soul Life", der Dance Performance "Nightshift" und des Film/Musik-Projekts "Harmless Monster" sowie das CocoRosie-All-Stars-Konzert "Die achte Nacht". Genregrenzen sprengen dürften auch die Auftritte der abseits des Mainstreams agierenden Rapperin Sissy Nobby, die Sänger Antony als Special Guest mitbringt, oder von Laurie Anderson, die als alte Bekannte des Festivals gemeinsam mit Light Asylum auf der Bühne stehen wird. Mit Oneohtrix Point Never ist zudem ein gehypter Jungstar zu erwarten.
Von 3. bis 5. Mai gastieren neben dem Videokünstler Chris Cunningham auch der Dadaistenpopper Felix Kubin mit Martha Colburn sowie Hunx and His Punx & Lesbians on Ecstasy mit ihrer Performance "The End of Feminism". In der Minoritenkirche werden - in Kooperation mit der Viennale - Throbbing Gristle-Frontmensch Genesis P-Orridge mit Tony Conrad und Edward O'Dowd aufgeigen. Ganzkörpermusik ist garantiert.
Neben Musik und Klängen gibt es auch ein breites Angebot an bildender Kunst: In Kooperation mit der Kunsthalle sind beispielsweise multimediale Installationen des deutschen Aktionskünstlers John Bock zu sehen. Neben der Vorführung seines Stummfilms "Im Schatten der Made" mit Live-Klavier-Musik wird auch die legendäre britische Post-Punk-Band And Also The Trees Teil von Bocks Installationen sein. Nämlich als Auftakt des Festivals vor der Kunsthalle am 28. April (nur bei Schönwetter und freiem Eintritt), und am 29. April in der Kunsthalle (nur mit Ticket).
Daneben gibt es eine Fotoausstellung "Sunday" von Jean-Marc Ruellan im Forum Frohner und der Rauminstallation "Sites of Desire" von Michael Strasser in der Factory zeigt der Schauraum 35/nullnull die Installation "cadence irregular" von Werner Schrödl. In der Galerie Stadtpark sind zwei frühe dokumentarische Arbeiten von Harun Farocki zu sehen ("All the Right Pictures").
Locations
Als Veranstaltungsorte fungieren wieder das Messegelände, der Klangraum Krems und das Kino im Kesselhaus, wo u.a. Beiträge des Kurzfilmfestivals Vienna Independent Shorts ("Animation Avantgarde") und eine Performance des Medienkünstlers Robert Seidel zu sehen sind.
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