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Donaufestival Krems

Update: 19.04.2013, 16:26 Uhr
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Nachlese 2012

Rustikaler Underground von And Also The Trees


Von Christa Hager

  • Lange Zeit machten sie sich hierzulande rar, nun sind sie wieder in Österreich zu Gast: Die englische Post-Punk-Band And Also The Trees im Porträt

Die Gebrüder Jones im Vordergrund, die Keyboarderin und Hackbrettspielerin Emer Brizzolara, Bassist Ian Jenkins und Schlagzeuger Paul Hill (sitzt). Foto zum Vergrößern anklicken. - AATT

Die Gebrüder Jones im Vordergrund, die Keyboarderin und Hackbrettspielerin Emer Brizzolara, Bassist Ian Jenkins und Schlagzeuger Paul Hill (sitzt). Foto zum Vergrößern anklicken. AATT

John Peel war bekannt für seine kurzen, prägnanten Aussagen und Befunde über Bands - vielen verhalf er damit zu Prestige und Erfolg. In Bezug auf die englische Gruppe And Also The Trees (AATT) aus Worcestershire hinterließ er allerdings ein Rätsel. Als der legendäre, 2004 verstorbene BBC-Radio-DJ und Moderator in den frühen 1980ern über AATT sagte, sie seien "too english for the English", fasste er möglicherweise nur den Tenor der britischen Musikpresse zusammen, die der Underground-Band aufgrund ihrer ländlichen Wurzeln nicht viel abgewinnen konnte.

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AATT sangen nicht über das urbane Leben und gesellschaftliche Entfremdung, sondern über Dichter, Gemälde, Folklore, Natur und Landschaften, die ihnen allesamt Inspiration und Thema zugleich waren.

Information

And Also The Trees live am Samstag,  dem 28. April, und am Sonntag, dem 29. April, beide Male schon ab 15.30, in der Kunsthalle Krems.

Vielleicht spielte Peel aber auch auf das eigenwillig stilvolle, an die Zeit von Charles Dickens erinnernde Outfit der Bandmitglieder an: Gehrock, Abendhemd und Gilet, erworben in Secondhand-Läden oder Antiquitätengeschäften. Oder aber John Peel versuchte mit seiner Aussage zu erklären, warum eine Band aus England am Kontinent erfolgreicher war als auf der Insel.

Experimentierfreudigkeit 

Des Rätsels Lösung wird man wohl nie erfahren, einschließlich der Frage, was Peel mit "Englishness" gemeint haben mag. Was wir allerdings wissen, ist, dass AATT bis heute zu jenen Bands zählen, die 1984 ihre Peel Session absolvieren durften, und dass man - wie beim Erkunden eines Waldes - Zeit und Aufmerksamkeit braucht, um ihre delikate Welt zu betreten.

Die ersten musikalischen Gehversuche machte die Band rund um die Gebrüder Jones im Gefolge von The Cure Ende der 1970er, mit selbstgebauten Verstärkern und einer ungetrübt musikalischen Experimentierfreudigkeit. Eine tiefe monotone Stimme, eine unterkühlte Atmosphäre mit viel Raum für Moll und Nicht-Dur-Akkorde, sowie Bass, Schlagzeug und Gitarre auf einer Ebene: Damit waren AATT in der dunklen, unterkühlten Ecke des Post-Punk gelandet.

Auch wenn die ersten beiden Alben von AATT ("And Also the Trees", 1983, und "Virus Meadow", 1985) Kinder ihrer Zeit waren, so war auch damals bereits etwas Eigenständiges da - etwas, das die Band für eine lange Phase charakterisieren sollte.

Diese Originalität liegt in der Struktur und im Detail. Retrospektiv gesehen, sind AATT bis heute nahezu einzigartig darin, aus einer beharrlichen Spannung explosive Songs zu erzeugen, was etwa auf ihrem 1987 erschienenen Live-Album "The Evening Of The 24th", dokumentiert ist. Hinzu kommen phantasievolle Kombinationen aus Bass- und Schlagzeuglines, die zu einer außergewöhnlichen Textur verschmelzen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-17 14:57:08
Letzte Änderung am 2013-04-19 16:26:26


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