• vom 29.09.2012, 15:14 Uhr

Euro-Krise

Update: 29.09.2012, 15:18 Uhr
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Nächste Tranche der Hilfsgelder fließt trotz Unzufriedenheit mit Athen

Neue Milliarden für Griechenland



  • Angst vor Dominoeffekt überwiegt Bedenken über griechischen Reformwillen.

Athen. Griechenland soll Medienberichten zufolge trotz neuer Milliardenlöcher und schleppender Reformen die nächste Tranche von 31 Milliarden Euro aus dem internationalen Hilfsprogramm erhalten. In Brüssel liefen bereits Vorbereitungen, um die Auszahlungen sicherzustellen, obwohl der Troika-Bericht die Auflagen nicht als komplett erfüllt beschreiben werde, berichtete das deutsche Magazin "Wirtschaftswoche" am Samstag unter Berufung auf Eurozonen-Kreise. In dem Troika-Bericht würden Griechenland zwar Fortschritte bescheinigt, die aber "nicht ausreichend" seien.

Die nächste Tranche dürfte aber trotzdem ausgezahlt werden, denn "die Angst vor einem Dominoeffekt ist zu groß", sagte ein EU-Diplomat dem Magazin. Griechenland soll daher unbedingt in der Euro-Zone gehalten werden. "Die Griechen werden eine Liste von Reformen erhalten, die zu einem bestimmten Datum vom Parlament abgesegnet werden müssen", zitiert das Blatt aus Kreisen der Euro-Gruppe. "Das Geld wird freigegeben, sobald die Abgeordneten zugestimmt haben."

Das Magazin "Focus" berichtete ebenfalls, dass trotz Unklarheit über die tatsächliche Budgetlage Griechenland mit der Bewilligung weiterer Finanzhilfen rechnen könne. Es gebe sowohl bei der Europäischen Union in Brüssel als auch bei der Regierung in Berlin den unbedingten Willen, Griechenland im Euro-Raum zu halten, berichtete das Magazin unter Berufung auf Kreise des Europäischen Parlaments.

Ein Sprecher des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble wies die Darstellung zurück. Es gebe keinen neuen Sachstand, die Bundesregierung werde den Bericht der Troika abwarten. "Alles andere ist nicht zutreffend", fügte er hinzu. Allerdings hatten hochrangige europäische und deutsche Politiker schon mehrmals durchblicken lassen, dass man Athen bei der Umsetzung der Reformen mehr Zeit geben könnte. Finanzanalysten halten den tatsächlichen Finanzbedarf Athens ohnehin für schwer kalkulierbar, da sich die Entwicklung der griechischen Wirtschaft in den kommenden Jahren nicht präzise vorhersagen lässt. Hilfsmaßnahmen wie die Rettungspakete und der Athener Schuldenschnitt zulasten privater Gläubiger fußen jedoch auf sehr konkreten Erwartungen.

Noch ist offen, wann die so genannte Troika aus Europäischer Zentralbank, Internationalem Währungsfonds und EU ihren nächsten Bericht über die Lage in Griechenland vorlegen wird. Ihre Analyse ist Voraussetzung für die Freigabe neuer Mittel. Doch im EU-Parlament hieß es dazu dem "Focus" zufolge: "Der Troika-Bericht wird so ausfallen, dass die Politik das Geld freigeben kann."




Schlagwörter

Euro-Krise, Griechenland

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-29 15:14:52
Letzte Änderung am 2012-09-29 15:18:38



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