• vom 20.08.2013, 15:50 Uhr

Facebook

Update: 20.08.2013, 17:29 Uhr

Soziale Medien

Für immer im Netz gefangen




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Von Andreas Lorenz-Meyer

  • Facebook verliert immer mehr User, aber deren Daten bleiben oftmals erhalten
  • Der Ausstieg aus diversen Netzwerken ist ein harter und steiniger Weg.

Das Ende des Wachstums ist erreicht - viele Junge werden zu Facebook-"Karteileichen". - © dpa

Das Ende des Wachstums ist erreicht - viele Junge werden zu Facebook-"Karteileichen". © dpa

Wien. Wie viele Nutzer hat Facebook in letzter Zeit verloren?
Socialbakers meldete kürzlich schmerzhafte Verluste in den USA, Kanada, Spanien, Frankreich, Deutschland und anderen großen Social-Media-Märkten. Allerdings bezog sich die Analyseplattform nur auf die Zahl der aktiven Nutzer. Von denen könnten viele einfach nur eine Facebook-Pause gemacht haben.

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Dennoch: Gerade junge Nutzer kehren dem sozialen Netzwerk den Rücken zu. Aus verschiedenen Gründen, etwa weil das ständige Posten auf Dauer zu langweilig ist, weil sie andere Netzwerke (wie Twitter) besser finden oder weil sie das unangenehme Gefühl beschlichen hat, dass Facebook zu viele private Daten sammelt.

Die Netzwerk-Müdigkeit haben zwei US-Amerikaner spielerisch verarbeitet. Sie programmierten einen virtuellen Friedhof namens "Profile Graveyard", die letzte Ruhestätte für das digitale Ich. Aussteiger hinterlegen auf der Seite einen - nicht ganz ernst gemeinten - Nachruf auf ihr gelöschtes LinkedIn- oder GooglePlus-Konto. Die meist ironischen (und nicht immer geschmackssicheren) Kommentare werden in einer Rangliste geführt. Ein Nutzer aus New Jersey etwa vergaß, seine Farmville-Kühe zu füttern, woraufhin diese starben - für ihn ein triftiger Grund, Facebook zu verlassen.

Viele Netzwerkmüde kommen ausgerechnet über das größte soziale Netzwerk auf die Seite. Dort illustriert eine Karte der USA, welcher Staat die meisten gelöschten Profile aufzuweisen hat. Kalifornien verzeichnet derzeit 30.000, Kansas kommt auf 13.000. Die "Time saved clock" zeigt an, wie viel Netzwerk-freie Zeit schon gewonnen worden ist. Momentan steht die Uhr bei 53 Jahren.

Anbieter von Plattformen gestalten das Anmeldeprozedere immer sehr komfortabel - "kundennah" heißt es im Jargon. Aber wenn die Nutzer ihr Konto löschen wollen, ist Kundennähe nicht gefragt. Der Ausgang aus sozialen Netzwerken - oder anderen Angeboten - wird häufig versteckt.

Die deutsche Verbraucherzentrale untersuchte 19 Plattformen - Webmaildienste, Online-Shops, soziale Netzwerke. Bei sieben Anbietern - unter anderen Facebook und Amazon - ist die Löschmöglichkeit nur schwer zu finden, sagen die Tester, bei acht Plattformen muss ein Webformular ausgefüllt oder eine E-Mail gesendet werden. Erst dann löscht der Anbieter das Konto. Es geht aber noch kundenferner. Vier Anbieter haben keine Löschmöglichkeit vorgesehen. Motto: Du bleibst!

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Schlagwörter

Soziale Medien, Facebook

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2013-08-20 16:53:03
Letzte Änderung am 2013-08-20 17:29:34


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