Wien. Österreichs Facebook-Generation verhält sich nur bedingt gesundheitsbewusst: Etwa ein Viertel der 14- bis 24-Jährigen raucht, nur jeder Fünfte schwitzt viermal pro Woche gehörig beim Sport. Für die Ernährung sind am ehesten die Eltern zuständig - und ein hoher Prozentsatz, 44 Prozent, fühlt sich gestresst. Das ergab eine repräsentative Online-Umfrage im Auftrag der Allianz-Versicherung und der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), die am Dienstag in Wien vorgestellt wurde.
"Neben dem Verkehrsverhalten, der Ernährung und dem Bewegungsmangel gibt es einen weiteren Risikofaktor, dieser ist der psychische Stress", sagte Allianz-Vorstandsmitglied Johann Oswald. Von den 14- bis 24-Jährigen, das sind in Österreich rund 1,1 Millionen Menschen, leben drei Viertel noch im elterlichen Haushalt, knapp 55 Prozent sind berufstätig (minus 4,3 Prozent im Vergleich zu 1994), an freiem Einkommen stehen ihnen durchschnittlich 190 Euro pro Monat zur Verfügung.
Stress, Müdigkeit und schlapp
Zwar sind 73 Prozent der Befragten "zufrieden", doch 44 Prozent fühlen sich häufig gestresst, 43 Prozent "müde und schlapp". Die regelmäßigste Freizeitbeschäftigung ist Motorrad- bzw. Mopedfahren. Dann folgen Laufen (30 Prozent), Radfahren (27 Prozent) und Fußball (26 Prozent). Freilich, zumindest bei Regelmäßigkeit und Intensität sportlicher Aktivitäten mangelt es. Cem Ekmekcioglu vom Institut für Physiologie der MedUni Wien: "21 Prozent schwitzen beim Sport viermal pro Woche, 20 Prozent selten oder nie. 50 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen betreiben nur einmal pro Woche Sport und Bewegung." Hier gebe es genauso Handlungsbedarf wie beim Rauchen (27 Prozent).
Einige relevanten Fragen in diesem Zusammenhang müssen andere Experten klären: so etwa die Frage, ob nicht doch mehr Schulsport notwendig sein wird, um die Jugendlichen möglichst lange in Bewegung zu halten. Zudem sei auch angemerkt, dass der Schulstress, etwa durch Tests und Schularbeiten in nahezu allen Fächern, in den letzten jahren deutlich zugenommen hat. Ein grund dafür ist sicherlich auch die Zukunfts- und Arbeitsplatz-Angst, die von den Eltern an die Kinder weitergegeben wird.
Die Freizeitbeschäftigungen, denen die Angehörigen der Facebook-Generation nachgehen, sind eher Schreibtisch- bzw. Handy-gebunden: Mindestens einmal täglich surfen 78 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Internet, 87 Prozent sind bei Facebook engagiert. Dieses soziale Netzwerk wird pro Tag durchschnittlich zwei Stunden lang benutzt (durchschnittlich 271 Facebook-Freunde).
Wenig Fisch und einige Überraschungen
Erstaunlich konservative Angaben machten die Befragten in Sachen Ernährung. Ingrid Kiefer von der AGES: "Nur 50 Prozent frühstücken, aber Mittag- und Abendessen spielen eine große Rolle. Dafür nimmt man sich auch Zeit." 47 Prozent konsumieren Milch- und Milchprodukte, 35 Prozent Schwarzbrot und nur 31 Prozent zumindest einmal täglich Obst. 56 Prozent der Befragten gaben an, nie Nüsse zu essen. 46 Prozent verneinten bei Fisch, 55 Prozent bei der Frage nach Alkoholkonsum und 53 Prozent bei Energy-Drinks. Auch Fast Food wird von der Mehrheit offenbar abgelehnt. Die Expertin: "66 Prozent gaben an, fünfmal pro Woche frisch Gekochtes zu essen." Für die Zubereitung zuständig ist am ehesten die Mutter (68 Prozent).
Zwar ist das Internet die am häufigsten verwendete Informationsquelle in Sachen Ernährung, doch dann folgen mit 50 Prozent schon die Eltern. Interessanterweise spielt hier Facebook keine Rolle. Nur neun Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen nutzen soziale Netzwerke für dieses Thema.
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