San Francisco. Mit elf Jahren schrieb er Computerprogramme in seinem New Yorker Kinderzimmer, mit 20 Jahren startete er mit Freunden von seinem Studentenzimmer aus die Website "thefacebook.com". Wenn Facebook diesen Monat an die Börse geht, wird Mark Zuckerberg mit 28 Jahren zum Multi-Milliardär mit der Kontrolle über das größte soziale Netzwerk der Welt.
Zuletzt schätzte Facebook seinen eigenen Wert auf 70 bis 87,5 Mrd. Dollar (rund 53 bis etwa 67 Mrd. Euro) ein. Zuckerberg wird nach dem Börsengang - je nach Aktienpreis - über einen Firmenanteil verfügen, der mehr als 15 Mrd. Dollar wert ist.
Auch wenn der Wert von Facebook damit unter den zuvor geschätzten 100 Mrd. Euro bleiben wird, wird das soziale Netzwerk die wertvollste US-Internetfirma zum Zeitpunkt ihres Börsengangs sein. Das Unternehmen aus dem kalifornischen Menlo Park stellt damit auch den US-Suchmaschinenriesen Google in den Schatten, der 2004 beim Börsengang 23 Mrd. Dollar wert war.
"Das Interessanteste fehlte"
In einem Video, mit dem Zuckerberg auf einer Werbetour um Investoren wirbt, erzählt er über seine Vision. "In der Mittelstufe habe ich Suchmaschinen wie Google und Yahoo benutzt und sie für die wunderbarste Sache gehalten", erinnert er sich an seine Schulzeit in Dobbs Ferry bei New York. Dort wuchs der am 14. Mai 1984 geborene Mark mit drei Geschwistern als Kind eines Zahnarztes und einer Psychiaterin auf.
Was er an den Suchmaschinen vermisst habe, seien die Menschen gewesen, erzählt Zuckerberg. "Das Interessanteste, das, was Dir am wichtigsten ist, ist doch, wie es Deinen Freunden und den Menschen um Dich herum geht."
2004 gründete er Facebook zusammen mit Studienfreunden an der angesehenen Universität von Harvard. Die Idee, Freunde und Bekannte auf einer Internet-Plattform zu versammeln, mit ihnen Neuigkeiten, Klatsch und Fotos auszutauschen, kam an. Internet-Konzerne begannen sich für das Phänomen zu interessieren. Yahoo bot 2006 eine Milliarde Dollar für Facebook - erfolglos. Ein junger Mann, der eine Milliarde Dollar ablehnt: Zuckerberg mit dem jungenhaft wirkenden Gesicht, der gern in Jeans, T-Shirt und Kapuzenpullover auftritt, zeigt viel geschäftliches Selbstbewusstsein.
"The Social Network"
Der Börsengang wird das jüngste Kapitel im Leben des Computer-Wunderkindes. Hollywood drehte mit "The Social Network" einen Film über ihn. Das renommierte US-Nachrichtenmagazin "Time" kürte ihn 2010 zur "Person des Jahres". Zuckerberg habe mit Facebook "unser alltägliches Leben verändert", lautete die Begründung des Magazins. Das renommierte US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" hob Zuckerberg 2011 auf Platz neun der einflussreichsten Personen, nur wenige Ränge hinter Staatslenkern wie US-Präsident Barack Obama oder Chinas Staatschef Hu Jintao.
Der große gesellschaftliche Einfluss, der Zuckerberg zugeschrieben wird, kommt nicht von ungefähr: Mehr als 900 Millionen Nutzer weltweit hat das soziale Netzwerk mittlerweile, die mit ihren Freunden Fotos teilen oder schreiben, was sie gerade bewegt. Bei politischen Revolten wie in Nordafrika und im Nahen Osten ist das Netzwerk zum zentralen Kommunikationsmittel geworden.
In einem Brief an die US-Börsenaufsicht SEC betont Zuckerberg zum Börsengang, dass Facebook ursprünglich nicht als Unternehmen gegründet worden sei. "Einfach gesagt: Wir bauen keine Dienste auf, um Geld zu machen; wir machen Geld, um bessere Dienste aufzubauen", erklärt er seine Geschäftsidee. Trotzdem: Was die mehr als 900 Millionen Nutzer in aller Welt in dem Netzwerk über sich verraten, wird von Facebook dazu genutzt, um mit Werbung Geld zu machen.
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