• vom 02.09.2015, 21:09 Uhr

Filmfestival Venedig

Update: 26.08.2017, 15:08 Uhr

Filmfestival Venedig

Am Everest in Österreich bleibt einem die Luft nicht weg




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Von Matthias Greuling aus Venedig

  • Durchatmen: Die 72. Filmfestspiele von Venedig sind mit dünner Luft eröffnet worden - im Eis und Schnee des "Everest".

- © Katharina Sartena

© Katharina Sartena

Der isländische Regisseur Baltasar Kormákur weiß: Nur wer wirklich schuftet, macht seine Arbeit gut. Weshalb er seine Schauspieler am Set zum Bergsteigerdrama "Everest" nicht nur hoch hinauf hetzte, sondern auch an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. "Sie mussten wegen mir eine Menge Schmerzen ertragen", sagte der Regisseur in Venedig. "Je realer die Dreharbeiten sind, desto realer wird der fertige Film".

Kormákur lässt die Zuschauer in durchwegs spektakulären 3D-Bildern am Schicksal einer Expedition teilhaben, die 1996 zum Gipfel des Mount Everest aufbrach, aber unterwegs von einem Unwetter überrascht wurde. Die Teilnehmer mussten ums nackte Überleben kämpfen.


Dass solche Katastrophenfilme gepaart mit der richtigen Star-Besetzung einen Kassenhit ergeben können, ist keine Neuheit. In diesem Fall müssen sich Jake Gyllenhaal, Keira Knightley (die in Venedig fehlte) oder Jason Clarke durch die Gipfelstürme quälen. Das Ganze sieht toll aus, und dank der 3D-Blicke in tiefe Schluchten ist das auch noch ein bisschen, nun ja, atemberaubend. Mitfühlen mit den Protagonisten kann man als Zuschauer trotzdem nicht. Das ist schade.
Mit Filmkunst hat Bombast-Kino wie "Everest" natürlich nichts zu tun. Weshalb der Film in Venedig auch "außer Konkurrenz" zum Wettbewerb gezeigt wird. Aber als Eröffnungsfilm geht "Everest" in Ordnung, denn schließlich geht es im Kino ja auch um den Schauwert. Dennoch: Die Joker der letzten beiden Jahre, als man "Gravity" (2013) und "Birdman" (2014) hier zum Auftakt zeigte, hat man heuer nicht gefunden.

Dafür fanden die Produzenten die richtigen Drehorte, um den "Everest" zu "simulieren". Kormákur: "Wir begannen mit dem Dreh in Kathmandu. Dort mussten wir auf dem gefährlichsten Flugplatz der Welt landen und nahezu zu Fuß auf unser Base Camp am Berg wandern. Viele Crewmitglieder wurden krank, wir mussten sie mit Hubschraubern ausfliegen lassen". Die Crew hat dann doch lieber sicherere Drehorte gewählt, denn die Mehrheit der Bergszenen entstand am anderen Ende der Welt: "Wir drehten alles, was wir konnten, an der Grenze zwischen Italien und Österreich", so Kormákur. "Die Bergwelt sieht hier ähnlich gefährlich aus wie der Everest, aber man bekommt hier immerhin noch genug Luft zum Atmen".




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Dokument erstellt am 2015-09-02 21:10:37
Letzte nderung am 2017-08-26 15:08:03




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