Paris. In Frankreich geht der Präsidentschaftswahlkampf in die letzte Runde. Bevor die Franzosen am kommenden Sonntag ihre Stimmen für den ersten Durchgang abgeben können, steht ihnen noch eine Woche voller Wahlveranstaltungen bevor.
Bisheriger Höhepunkt war ein Fernduell mit parallelen Großveranstaltungen zwischen dem derzeitigen Präsidenten Nicholas Sarkozy und seinem Herausforderer François Hollande. Im staatstragenden Rahmen am Place de la Concorde rief Sarkozy seinen Anhängern zu: "Französinnen, Franzosen: Helft mir! Helft Frankreich!"
Der Präsident, derzeit in einem Popularitätstief, thematisierte in seiner Rede vor allem Europa und die Europäische Zentralbank (EZB). So kündigte er an, Frankreich werde die Debatte über eine Neudefinierung der Zentralbank anstoßen. Er forderte, dass die EZB eine Rolle bei der Förderung des Wachstums in Europa übernehmen müsse. Wenn diese das Wachstum nicht unterstütze, dann "werden wir nicht genug Wachstum haben", sagte Sarkozy. Kritik erntete er dafür von seinem Herausforderer Hollande. Sarkozy habe das angekündigt, was er fünf Jahre lang "nicht gemacht hat". Denn der Staatschef habe das Wirtschaftswachstum während seiner Amtszeit "vergessen". Hollande hob erneut hervor, dass er im Falle seines Wahlsieges das Wachstum voranstellen werde.
Bei seiner Rede am Sonntag vermied der Sozialist Themen wie die EZB. Vor dem Schloss von Vincennes sprach er von Privilegien und davon, dass diese mit ihm als Präsidenten ein Ende hätten. Zudem rief Hollande die Franzosen auf, wählen zu gehen. Die Nichtwähler könnten für Sarkozy das entscheidende Zünglein an der Waage spielen - Hollande dagegen könnte seinen Vorsprung ausbauen. Der Sozialist liegt in den Umfragen für den ersten Wahlgang am 22. April knapp vor dem Präsidenten, für die zweite Runde am 6. Mai wird Hollande derzeit ein klarer Sieg vorhergesagt.
Wer das Duell um mehr Besucher bei den Großkundgebungen gewonnen hat, ist unklar. Beide Seiten machten rund 100.000 Anhänger geltend.
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